34 Reiter und Reiterinnen sowie drei kleine Ponys war zu dieser besonderen Wallfahrt gekommen
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34 Reiter und Reiterinnen sowie drei kleine Ponys war zu dieser besonderen Wallfahrt gekommen

Einige Reiter kommen mit ihren Rössern in den Klosterhof und werden gesegnet – Besucher halten Abstand

Leonhardiritt in kleinstem Rahmen

Trotz Absage der Leonhardifahrt waren am Sonntag einige Reiter mit ihren Rössern ins Kloster Benediktbeuern gekommen, um sich den kirchlichen Segen zu holen.

Benediktbeuern – Ein Jahr so ganz ohne Leonhardi-Segen? Nein, das war so manchen Loisachtaler Pferdehaltern nicht recht. Die große Wallfahrt, an der ungefähr 50 Gespanne mit aufwändig geschmückten Pferden und Wägen teilnehmen, war vor einiger Zeit abgesagt worden. Und so waren es am Sonntag 34 einzelne Reiter und Reiterinnen mit ihren Rössern sowie drei Ponys mit ihren jugendlichen Besitzern, die im Klosterinnenhof am Eingang zur Basilika gesegnet wurden.

Weil dieses Vorhaben öffentlich nicht bekannt war, gab es eigentlich auch keine Zuschauer – aus der gewohnten Leonhardifahrt wurde also diesmal ein Leonhardiritt in kleinstem Rahmen. Und den meisten der wenigen Besucher, die wissentlich oder zufällig dabei waren, hat es gerade wegen dieses kleinen und bescheidenen Rahmens gut gefallen.

Pfarrer Pater Heiner Heim hatte zuvor in der Basilika den Festgottesdienst zelebriert, der per Lautsprecher auch nach draußen übertragen wurde. So konnten Kirchgänger, die aufgrund der Abstandsregeln drinnen keinen Platz mehr bekamen, im Klosterhof bei prächtigem Herbstwetter die Messe mitfeiern – insgesamt dürften es etwa 150 Besucher gewesen sein. „Wir hätten heute gerne wie jedes Jahres gefeiert, mit Kirchenchor und Festprediger“, sagte Heim in seiner Predigt. „Doch die Umstände erlauben das nicht.“ Die aktuelle Situation mache umso mehr bewusst, wie sehr der Leonhardi-Festtag „seit Generationen unser Dorf prägt und gestaltet. Man merkt, wie wichtig Tradition ist.“

Sankt Leonhard sei ein kirchliches Fest, bei dem ein Heiliger geehrt und um Fürsprache angerufen werde. Mit dazu gehörten aber auch die Vorbereitungen für die Wallfahrt: Das Herrichten und Schmücken der Wagen sowie die Vorbereitung der Pferde. Und nicht zuletzt seien im Anschluss an die Leonhardifahrt auch die Gemeinschaft und Geselligkeit Teil des Festes. Doch dürfe man neben der großen Aufmerksamkeit für den Leonharditag die vielen anderen kleineren kirchlichen Traditionen, wie etwa die Rosenkränze zu verschiedenen Anlässen oder auch das Gebet in der Familie, nicht vergessen. „Diese Traditionen sind für unser Lebensgebäude Gerüst und Statik, die uns halten und uns stärken“, so Heim.

Auf dem Parkplatz des Klosters hatten sich derweil die Reiter mit ihren festlich aufgeputzten Pferden bereitgemacht, voran zwei Schärpenträger, die ansonsten die Leonhardi-Standarte flankieren. Vom nördlichen Eingang kommend, bewegte sich der Zug nach der ersten Segnung rund um den Innenhof, um nach der zweiten Segnung über den östlichen Ausgang den Heimweg anzutreten. „Beschaulich und auf das Wesentliche gerichtet“ empfanden einige Frauen aus Zuschauersicht diesen außergewöhnlichen Ablauf, und ein mitfeiernder Besucher meinte: „Schön, dass die Rosser den Leonharditag in der jetzigen Situation auf diese Weise hochgehalten haben.“  (Rosi Bauer)

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