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Erneut jagt wildernder Hund mehrere Rehe: Tierbesitzerin angezeigt

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Von: Christiane Mühlbauer

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Im Loisach-Kochelsee-Moor kommt es immer wieder vor, dass nicht angeleinte Hunde Rehe wittern und sie jagen - nicht selten mit tödlichem Ausgang.
Im Loisach-Kochelsee-Moor kommt es immer wieder vor, dass nicht angeleinte Hunde Rehe wittern und sie jagen - nicht selten mit tödlichem Ausgang. © Symbolfoto: Thomas Warnack

Im Loisach-Kochelsee-Moor hat erneut ein freilaufender Hund Jagd auf Rehe gemacht. Dieses Mal riefen Zeugen aber die Polizei. Die Hundebesitzerin wird jetzt zur Verantwortung gezogen.

Benediktbeuern/Ried – Spaziergänger sahen am Feiertag Heilig Drei König um die Mittagszeit, wie der große, nicht angeleinte Hund einer Frau im Bereich Spatzenpointweg (Gemeinde Benediktbeuern) Jagd auf mehrere Rehe machte, berichtet die Polizei Kochel. Die Zeugen alarmierten daraufhin die Polizei, die die Tierhalterin kurze Zeit später in dem Bereich noch antraf. Es handelt sich um eine 50-Jährige aus Herrsching, berichtet der stellvertretende Leiter der Kochler Polizei, Frank Bentz. „Ihr Hund hat Rehe gejagt, aber nicht gerissen.“ Die Tierhalterin erhält nun eine Anzeige nach dem Jagdgesetz.

Erneut jagt wildernder Hund mehrere Rehe: Polizei geht von hoher Dunkelziffer aus

Wie berichtet, hatten Spaziergänger Anfang der Woche im Rieder Moos den Kadaver eines Rehs entdeckt, das von einem wildernden Hund gerissen worden war. Bentz geht davon aus, dass die Dunkelziffer von frei laufenden Hunden, die Rehe jagen und dann auch reißen, „relativ hoch ist“. Wer so etwas beobachte, solle nicht zögern, die Polizei zu rufen: „Je rascher wir davon erfahren, desto größer sind die Chancen, den Tierhalter auch zur Verantwortung ziehen zu können.“

Kreisjagdverband zu Auswirkungen

Angesprochen auf die Vorfälle, appelliert auch Wolfgang Morlang, der Vorsitzende des Kreisjagdverbands, an alle Hundebesitzer, ihre Tiere dort anzuleinen. Es sei nicht dem jagenden Hund die Schuld zu geben („Das Tier folgt seinem Jagdinstinkt“), sondern dem Besitzer, der das Tier verantwortungsvoll zu halten habe. Der Kreisjagdverband, so Morlang, verfolge ein Konzept für einen Wald, in dem der Wildbestand eine zentrale Rolle spiele.

Zu dem Argument „entweder das Wild reißt der Hund oder es schießt der Jäger“, sagt Morlang: „Jäger geben einen schnellen Schuss ab, weil das Tier nicht leiden soll.“ Ein wildernder Hund würde das Tier nur anbeißen. „Es verendet dann elendig.“ Ein Hund würde zudem „jagen, was er erreicht“, so Morlang: „Das hat große Auswirkungen aufs ökologische Gleichgewicht.“ Unter den Tieren gebe es zerstörte Sozialverbände und verwaiste Kitze, die wiederum für Verbissschäden sorgen würden, weil das Muttertier fehle.

Bei dem am 4. Januar entdeckten Kadaver handelte es sich übrigens um eine Rehgeiß (also um ein erwachsenes Tier) und nicht, wie gestern irrtümlich berichtet, um ein Kitz. „Die Geiß hatte aber mit Sicherheit Kitze“, sagt Jagdpächter Dieter Steffens.

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