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Schlüsselübergabe im Februar: Ute Pappenberger bekam als Erste den Schlüssel von Erich Zimmermann (Mi.) ausgehändigt; rechts Bürgermeister Hans Kiefersauer. 

Carsharing

Lust am Teilen hält sich noch in Grenzen

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Benediktbeuern - Die Benediktbeurer scheinen nicht so gerne zu teilen – zumindest wenn es ums Auto geht. Nur elf Personen nutzen bislang die Möglichkeit des Carsharings.

Erst elf Privatpersonen nutzen die Möglichkeit des Carsharings, seit das Modell Mitte Februar im Klosterdorf eingeführt worden ist. „Das ist noch nicht befriedigend“, bilanziert Erich Zimmermann, Vorsitzender des Vereins Ökomobil Pfaffenwinkel, der das Leihauto – Hyundai i20 – zur Verfügung stellt. „So schnell geben wir aber nicht auf.“

Die, die bereits mitmachen, zeigen sich auch recht angetan von der Option, sich bei Bedarf ein Auto ausleihen zu können. So wie Ute Pappenberger. Die 64-Jährige hatte in der Bürgerversammlung 2014 erstmals angeregt, in Benediktbeuern das Carsharing (zu deutsch: „Autoteilen“) zu etablieren. Gerade für die Umwelt und Bürger, die sich keinen zweiten Wagen leisten können oder wollen, sei das eine richtig gute Sache, findet Pappenberger. Sie selbst hat seit über 20 Jahren keinen eigenen Pkw mehr und nutzt das Gemeinschaftsauto vor allem für Einkäufe oder Ausfluge. „Jeder registrierte Nutzer kann sich ganz einfach telefonisch melden oder über das Internet einloggen und seinen Wunschtermin buchen“, erklärt Pappenberger, die wichtige Termine bis zu einem halben Jahr im Voraus reserviert. Das Problem, dass ihr Wunschtermin nicht mehr frei war, hatte sie bislang nicht.

Sollte dieser Fall eintreten, ist laut Zimmermann auch noch nicht aller Tage Abend. „In so einem Fall versuchen wir, ein anderes Auto zu organisieren“, betont Zimmermann. „Die Nutzer müssen sich aber telefonisch melden, sonst bekommen wir das nicht mit.“ Eine weitere Alternative wäre, mit dem Zug nach Penzberg zu fahren und am Bahnhof in eines der beiden Autos zu steigen, die der Verein dort zur Verfügung stellt. Denn der Schlüssel für den Schlüssel-Tresor passt auch dort.

In Benediktbeuern hängt der Tresor wie berichtet an der Gäste-Information, das Auto selbst ist am Rathaus geparkt. Der Hyundai i20 wird nach Angaben von Zimmermann übrigens schon bald durch einem Skoda Fabia vom Benediktbeurer Autohaus Thalhuber ersetzt. Diese Zusammenarbeit mit einem Betrieb vor Ort findet Benediktbeuerns Bürgermeister Hans Kiefersauer „sehr löblich“. Doch nicht nur deshalb wird die Gemeinde ihr Dienstfahrzeug demnächst verkaufen und sich stattdessen am Carsharing beteiligen. Kiefersauer glaubt, dass das Modell Zukunft hat. „Es muss sich aber noch entwickeln“, sagt der Rathaus-Chef mit Blick auf die Statistik, wonach das Gemeinschaftsauto in den vergangenen viereinhalb Monaten 95 Mal gebucht worden ist.

Einige Male war es Satu Timonen-Otten, die sich das Auto ausgeliehen hat. Die gebürtige Finnin lebt mit ihrer Familie in Benediktbeuern und nutzt das Fahrzeug vor allem, wenn ihr Mann beruflich unterwegs ist und sie ein „Kindertaxi“ braucht. Oft bucht sie den Hyundai von Freitag bis Sonntag, um am Wochenende flexibel zu sein. „Ich bin ganz zufrieden und hatte noch keine Probleme“, bilanziert die 46-Jährige. „Das ist eine tolle Möglichkeit, die auch noch gut für den Geldbeutel ist.“ Zumindest, wenn man pro Jahr nicht mehr als 10 000 Kilometer fährt – laut dem Verein Ökomobil die Rentabilitätsgrenze. Wer mehr fährt, für den lohnt sich ein eigenes Auto.

Bei Interesse

Weitere Informationen gibt es unter Telefon 0 88 1/4 17 83 34 bei Erich Zimmermann vom Verein Ökomobil Pfaffenwinkel oder im Internet unter www.carsharing-pfaffenwinkel.de.

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