Salafistenprediger Sven Lau muss fünfeineinhalb Jahre in Haft

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Hier entsteht eine Magerwiese: Reinhard Witt (mit Rechen) demonstriert die Anlage einer naturnahen Fläche. 

Projekt „Blühender Landkreis“

Mehr Blüten für Insekten und Vögel

Wild wachsende Blumen auf öffentlichen Flächen säen, Artenreichtum schaffen sowie Zitronenfaltern, Bläulingen und Wildbienen Lebensraum bieten. Das sind die Ziele des Projekts „Blühender Landkreis“, das vom Landesbund für Vogelschutz (LBV) zusammen mit dem Gartenbauverein und Imkern ins Leben gerufen wurde.

Benediktbeuern – Vor rund einem Jahr fand die Auftaktveranstaltung dazu statt, bei der einige Kommunen durchaus reges Interesse an dem Vorhaben zeigten. Benediktbeuern erhielt schließlich vor einem halben Jahr den Zuschlag als Pilotgemeinde.

„Wir fühlen uns der Natur verbunden. Den Kindern aber muss diese wieder näher gebracht werden“, sagte Bürgermeister Hans Kiefersauer bei der Pflanzaktion in Benediktbeuern. Beteiligt waren nicht nur Mitarbeiter des Bauhofs Benediktbeuern, sondern auch Kollegen aus Geretsried, Wolfratshausen und Dietramszell, die in naher Zukunft ebenfalls öffentliche Grünflächen naturnah anlegen und umgestalten werden.

Bevor alle Anwesenden gemeinsam Rechen und Schaufel in die Hand nahmen, gab es von Wildpflanzenspezialist Reinhard Witt Informationen über die richtigen Methoden beim Bepflanzen und die anschließenden Pflegemaßnahmen der umgestalteten Wiesen. „Wir freuen uns, dass es nun los geht“, so Witt. Vier Flächen werden in Benediktbeuern neu angelegt.

In Geretsried sind mehrere Verkehrsinseln für die Umgestaltung vorgesehen oder sogar bereits bearbeitet worden. Wolfratshausen schließt sich mit drei Flächen an. Auch die anwesenden Bauhofmitarbeiter aus Dietramszell wollen zeitnah öffentliche Flächen in das Projekt mit aufnehmen. Erweiterungsfähig ist das Vorhaben allemal. „Hoffentlich schließen sich viele Kommunen noch an, wenn sie positive Ergebnisse sehen“, sagte LBV-Kreischef Walter Wintersberger.

Mit drei verschiedenen Methoden können Grünflächen bearbeitet werden, wie Witt erklärte. Magerstandorte werden mit Kies, Schotter und Sand befüllt, ehe diese Schicht vor dem Ansäen mit Qualitätskompost überzogen wird. Diese Wiesen wachsen laut dem Spezialisten sehr langsam und ohne Unkraut. Zudem benötigen sie wenig Pflege, da sie nur einmal im Jahr, im Herbst, gemäht werden müssen.

Die sogenannte Burri-Methode wird auf nährstoffreichen Böden angewandt. Der Boden wird mehrfach gefräst, um den unkrautbelasteten alten Bestand zu vernichten. Die Ergebnisse dieser Fettwiese sind erst ab dem zweiten Jahr sichtbar. Gemäht wird hier in der Regel zweimal im Jahr. An schwer zu erreichenden Stellen, etwa Böschungen, wird die Artenanreicherung durch eine Bepflanzung von Wildstauden unterstützt.

Besonders wichtig ist laut Wintersberger auch, dass die Bevölkerung über das Vorhaben informiert wird. Der drastische Artenschwund sei dramatisch. „Jeder Garten- und Balkonbesitzer kann etwas dagegen tun.“ Aufklärungsarbeit bedarf es auch an den Wildpflanzenflächen. „Viele fragen sich, warum da etwas blühen darf und nicht alle zwei bis drei Wochen gemäht wird“, meint Wintersberger. Abhilfe wollen die Gemeinden durch Schautafeln schaffen. Diese sollen mit ausreichenden Informationen an der jeweiligen Fläche angebracht werden und „den Bürger aufklären“, so Kiefersauer.

Finanziert werden die Umgestaltungsmaßnahmen jeweils von der Gemeinde oder Stadt selbst. Langfristig gesehen sparen sich diese einige Kosten. Die Grünflächen werden nämlich nur noch etwa zwei- bis dreimal im Jahr gemäht, statt alle paar Wochen. Somit ist auch der Arbeitsaufwand für die Bauhofmitarbeiter geringer.

Tamara Scheid

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