Pflegende Angehörige kommen schnell an eine Belastungsgrenze. Der Verein „Zammlebn“ bietet ihnen stundenweise Entlastung und Hilfe an.
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Pflegende Angehörige kommen schnell an eine Belastungsgrenze. Der Verein „Zammlebn“ bietet ihnen stundenweise Entlastung und Hilfe an.

Im Loisachtal

Nachbarschaftshilfeverein „Zammlebn“ erweitert Angebot für pflegende Angehörige und Erkrankte

  • Christiane Mühlbauer
    vonChristiane Mühlbauer
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Der Benediktbeurer Nachbarschaftshilfeverein „Zammlebn“ hat sein Angebot ausgeweitet. Künftig können sich nicht nur Menschen, die an Demenz erkrankte Personen betreuen, Hilfe holen, sondern alle, die jemanden betreuen beziehungsweise selbst einen Pflegegrad zwischen Stufe eins und fünf haben.

Benediktbeuern/Bichl – Das erweiterte Angebot ist also unabhängig von der Art der Erkrankung. Die Projektgruppe im Verein nennt sich deshalb jetzt „Hilfen im Alltag und bei Demenz“. „Wir kommen damit der steigenden Nachfrage nach“, sagt Projektleiterin Bernadette Oppel aus Bichl. Geschulte Ehrenamtliche übernehmen stundenweise die individuelle Betreuung eines pflegebedürftigen Familienmitglieds zu Hause. Für diese sogenannten Betreuungsleistungen gibt es von der Pflegekasse monatlich 125 Euro, und zwar für alle Pflegegrade, berichtet Oppel. Die Abrechnung mit der Pflegekasse geschehe über den Verein, so dass die Betroffenen „weder Kosten noch Papierkram“ hätten.

Die Ehrenamtlichen kommen nach Absprache mit den Angehörigen ins Haus – mal für eine Stunde, mal für drei. „Je nachdem, was gebraucht wird“, sagt Oppel. Pro Monat können so knapp acht Stunden Hilfe mit staatlicher Unterstützung geleistet werden.

Derzeit sind es neun Helfer, die eine Schulung zum Demenzhelfer absolviert haben, und sich um Menschen mit dieser Erkrankung kümmern. Wer sich dafür interessiert, im Verein mitzuhelfen und Menschen, die nicht an Demenz erkrankt sind, zu betreuen, benötigt eine Schulung. „Die Angehörigen können nur so in den Genuss der finanziellen Unterstützung vom Staat kommen“, klärt Oppel über die Rechtslage auf. Zudem sei man Unfall- und Haftpflichtversichert, wenn das Engagement über den Verein laufe.

Oppel koordiniert seit 2018 die Arbeit dieser Projektgruppe, die 2013 gegründet wurde. Das Angebot gilt für Menschen in Benediktbeuern, Bichl, Obersteinbach, Ried und Kochel am See. Im Durchschnitt sind es 14 Klienten, die betreut werden, wegen Corona sind es derzeit aber weniger. Auch für sie und für die Helfer gelten Hygiene-Vorschriften, also zum Beispiel Maskenpflicht.  

Weitere Infos: Auskünfte zu Ablauf und Abrechnung erteilt Bernadette Oppel unter Telefon 0 88 57/39 62, und zwar jeweils dienstags und donnerstags von 9 bis 11 Uhr.

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