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Gebannt lauschten die Mittelschüler, was die Polizisten Anton Simmeth aus Kochel (Mitte) und Georg Öttl aus Murnau (re) aus dem Alltag berichteten. Lehrerin Christine Rabus (Foto rechts, li.) hat das Projekt mitinitiiert.

Mittelschultag in Benediktbeuern: Jugendbeamte der Polizei halten Vortrag

Wer mobbt, macht sich strafbar

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Beim „Mittelschultag“ gab es diese Woche zahlreiche Aktionen in allen oberbayerischen Mittelschulen. Schwerpunkt war das Thema Mobbing, auch via Internet. In Benediktbeuern waren Polizisten zu Gast und berichteten eindringlich, in Foren nicht sorglos zu sein.

Benediktbeuern– Die Jugendbeamten der regionalen Polizeidienststellen sind regelmäßig in Schulen, um zum Beispiel über Cybermobbing aufzuklären. Am Mittwoch waren Toni Simmeth aus Kochel und Georg Öttl aus Murnau der Einladung der Benediktbeurer Mittelschule gefolgt.Konzentriert und gebannt lauschten die Schüler der Klassen 5 bis 9 den Fällen, die Öttl schilderte. Unter anderem berichtete er davon, wie vor Kurzem ein junger Bursche aus Murnau seiner Ex-Freundin drohte, erotische Fotos weiterzuverbreiten. Es waren vor allem die strafrechtlichen Konsequenzen, die bei den Schülern Eindruck hinterließen.

Zuvor hatten die beiden Beamten mit den Schülern ein Rollenspiel durchgeführt und anschließend mit ihnen darüber diskutiert, wie Täter und Opfer die Situation wahrnehmen. Es ging um eine Situation auf dem Pausenhof: ein neuer Schüler hat Schwierigkeiten, Anschluss zu finden. „Oft ist es ja Gruppenzwang. Alleine würde ich nicht jemanden zurückweisen“, sagte eine Schülerin.

Die Jugendlichen waren gut auf das Thema vorbereitet, und Öttl und Simmeth freuten sich über die interessierte Mitarbeit. Am Dienstag hatte es zum Thema Mobbing einen Elternabend gegeben. Deren Verhalten spiele nämlich auch eine tragende Rolle, sagte Christine Rabus, SMV-Koordinatorin der Verbindungslehrer im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen: „Zwar sollten die Eltern ihren Kindern im Internet einen Vertrauensvorschuss geben, aber auch immer wieder mit ihnen über soziale Plattformen wie WhatsApp, Facebook oder Instagram sprechen und auch schauen, was die Kinder dort so treiben.“

Ähnlich äußerte sich auch Öttl: Die Eltern sollten nicht die Augen verschließen. Die große Herausforderung sei freilich, mit dem „technischen Wissen“ der Jugendlichen Schritt zu halten.

Aufgabe der Polizei war es am Mittwoch jedoch, den Jugendlichen die strafrechtlichen Konsequenzen ihres Tuns bewusst zu machen. „Mobbing geht bei kleinen Sachen los und endet häufig bei extremen Sachen“, sagte Öttl. Und dann sei man „recht schnell“ im Bereich von Beleidigung und Nötigung – Tatbestände, die juristisch verfolgt werden. Jeder, der in einer Gruppe mitmobbe oder gar Fotos weiterverbreite, mache sich mitschuldig, schärfte Öttl den Jugendlichen ein. Und man solle nicht glauben, mit dem Löschen des Chatverlaufs aus dem Schneider zu sein. Vieles sei trotzdem auf Datenbanken gespeichert, die die Polizei aufspüren könne. Und im Falle des Falles würden die Beamten ein Handy auch mal ein paar Wochen für Ermittlungen einziehen.

Apropos aus dem Schneider sein: Selbst wenn die Polizei nicht ermittelnd eingreife, könne man sehr wohl das Jugendamt über gewisse Vorgänge informieren, sagte Toni Simmeth.

Auf die Frage einer Schülerin berichtete Öttl, welche Möglichkeiten das Landeskriminalamt hat, um Personen, die in sozialen Medien mit einem gefälschten Profil mobben, ausfindig machen zu können.

Der Jugendbeamte wies die Zuhörer auch darauf hin, das Arbeitgeber vor dem Bewerbungsgespräch soziale Medien durchforsten, um schon mal einen Eindruck von ihren Auszubildenden zu bekommen. „Und das Internet vergisst nichts“, sagte Öttl.

Was aber tun gegen Mobbing? Auch in Benediktbeuern wird – wie an anderen Schulen – das Thema immer wieder behandelt, sagt Lehrerin Christine Rabus. Es gehe darum, gegenseitigen Respekt und achtsamen Umgang zu lehren und die Kinder zu starken Persönlichkeiten zu erziehen, die Nein sagen können und sich trauen, schwächere Mitschüler zu verteidigen.

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