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Mobbing auf dem Pausenhof – hier eine nachgestellte Szene – nimmt laut Rektor Rolf Peter Mückstein an der Grund- und Mittelschule Benediktbeuern immer mehr zu.

Großer Andrang bei Sozialarbeiterin

Mobbing an Benediktbeurer Schule: „Riesiges Problem“

Mobbing oder psychische Probleme werden laut Rolf Peter Mückstein zunehmend zu einem „riesigen Problem“ an der Grund- und Mittelschule Benediktbeuern. Das berichtete der Schulleiter in der jüngsten Sitzung des Schulverbands.

Benediktbeuern Schulangst, psychische und körperliche Auffälligkeiten, Ausgrenzung und Probleme beim Übergang von der Schule ins Berufsleben: Das sind nur einige der Themen, mit denen sich die Jugendsozialarbeiterin der Schule, Anja Seigies, im vergangenen Jahr konfrontiert sah. Insgesamt, so erläuterte sie den Mitgliedern des Schulverbands, habe sie rund 28 Einzelfälle an der Schule betreut – also zu 28 Kindern jeweils mindestens dreimal Kontakt gehabt; etwa in Form von Gesprächen. „Mobbing ist nach wie vor ein großes Thema“, betonte Seigies. Sie ist froh über die geringe Größe der Schule, denn dadurch „kenne ich fast alle Schüler beim Namen“. Das mache es den Kindern einfacher, mit Problemen zu ihr zu kommen.

„Vor zehn Jahren hätten wir uns nicht denken können“

„Vor zehn Jahren hätten wir uns nicht denken können, dass das bei uns auch ein Thema wird“, sagte Schulverbandsvorsitzender Hans Kiefersauer zum Thema Mobbing. Rolf Peter Mückstein betonte, wie froh er darüber sei, eine Jugendsozialarbeiterin im Haus zu haben. „Für uns ist das eine riesige Entlastung. Ich kann es mir nicht vorstellen, wie es ohne diese Stelle wäre“, sagte der Schulleiter. Er zeichnete ein düsteres Bild vom aktuellen sozialen Zustand vieler Kinder. Es gebe Schüler, die morgens gar nicht fähig seien, am Unterricht teilzunehmen, wenn sie nicht vorher ein Gespräch bei Anja Seigies gehabt hätten. Immer öfter müsse der Bildungsauftrag seiner Schule hinter dem Erziehungsauftrag zurückstehen. Eine heile soziale Welt gebe es auch auf dem Land nicht mehr. Die Sozialstruktur der Familie breche auseinander. Die Zahl der Scheidungen und Trennungen nehme zu. Das belaste die Kinder ebenso wie neue Partner der Eltern. „Auch die Auffälligkeiten an der Grundschule nehmen extrem zu“, so Mückstein, denn: „Die Erwartungshaltung der Eltern ist enorm.“ Vor allem vor dem Übertritt auf eine weiterführende Schule litten die Kinder oft unter einer „brutalen Überforderung“ und reagierten mit Verhaltensauffälligkeiten.

Hetze in sozialen Medien als Problem

Ein weiteres großes Problem seien die sozialen Medien, in denen man anonym gegen andere hetzen könne. „Das trifft uns hier voll. Aber wir sind relativ machtlos“, so Mückstein. Natürlich werde an der Schule Medienkompetenz vermittelt, „aber es ist nicht damit getan, immer die neuesten Medien an der Schule zu haben“, so Mückstein. Welchen Stellenwert man künftig Bildung in einer fortschreitend digitalisierten Welt einräume, sieht er als gesamtgesellschaftliche Herausforderung.

Die Schulverbandsmitglieder reagierten erschrocken auf Mücksteins Ausführungen. Einstimmig votierten sie dafür, die Arbeit der Jugendsozialarbeiterin auszuweiten, damit sie künftig auch schon in der Grundschule aktiv werden kann.

Franziska Seliger

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