Zukunftsgedanken: So könnte der Dorfplatz rund ums Gasthaus „Post“ in Benediktbeuern umgestaltet werden.
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Zukunftsgedanken: So könnte der Dorfplatz rund ums Gasthaus „Post“ in Benediktbeuern umgestaltet werden.

Sitzung im ZUK

„Monumentales Werk“ für Benediktbeuern: So soll es mit der Dorferneuerung weitergehen

  • Franziska Seliger
    VonFranziska Seliger
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Wie könnten Dorfplatz und Dorfstraße von Benediktbeuern sowie umliegende Straßen nach der „Dorferneuerung“ aussehen? Gemeinderat und Teilnehmergemeinschaft befassten sich nun mit ersten Planentwürfen.

Benediktbeuern – Eines war Peter Oster vom Amt für Ländliche Entwicklung gleich zu Beginn der Sitzung von Gemeinderäten und Mitgliedern der Teilnehmergemeinschaft der Dorferneuerung wichtig: Bei allen gezeigten Plänen handle es sich um „Vorentwürfe“ und einen „ersten Planungsansatz“. Deshalb sei bisher auch noch nicht mit allen betroffenen Grundeigentümern gesprochen worden. „Wir sind in einem ziemlichen Planungsfluss und noch weit am Anfang“, sagte Oster. Im weiteren Verfahren werde nun „eine intensive Bürgerbeteiligung gewünscht“.

Bertram Mooser und Friedrich Levin vom Büro „Mooser Ingenieure“ aus Kaufbeuren stellten zunächst zwei Varianten für die Gestaltung des Dorfplatzes vor, der im Zuge der Dorferneuerung wieder zum Ortsmittelpunkt werden soll, wie Levin betonte – und zwar trotz des hier herrschenden Verkehrs. „Den bringen wir nicht raus“, so Levin. Man könne nur versuchen, den Verkehr „so weit zurückzudrängen, wie es geht“. Unter anderem durch die Reduzierung der Fahrbahnbreiten, die Verlegung von Parkplätzen – etwa auf die andere Seite der Marienkirche. Oder durch das Mittel der optischen Verkehrslenkung durch gepflasterte Straßenbereiche, die Autofahrer etwa dazu bringen sollen, auf dem Weg Richtung B 11 nicht mehr über die Dorfstraße zu fahren, sondern die Asamstraße zu nutzen. Auch neue Einbahnregelungen oder Straßensperrungen werden überlegt, etwa in Teilen der Tölzer Straße oder der Finkengasse.

Maibaum versetzen?

In letzterer könnte die Bushaltestelle geschlossen und in die Nähe der Tankstelle direkt auf die B 11 verlegt werden. Eine Haltestelle in diesem Bereich würde den Individualverkehr „ausbremsen“ und den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) stärken – eine durchaus gewollte Taktik, wie Mooser betonte. „Das ist vorabgestimmt“, so der Geschäftsführer des Ingenieurbüros zu diesbezüglichen Vorgesprächen mit den Verantwortlichen des ÖPNV.

Bei der ersten Planvariante für den Dorfplatz müsste der Maibaum von seinem jetzigen Standort an der Hauptkreuzung ein Stück die Dorfstraße hinauf versetzt werden. Dann, erläuterte Levin, wäre ausreichend Platz, um in der Dorfstraße vor dem Gasthaus zur Post zusätzliche Kastanien zu pflanzen und eine zweistufige Terrasse sowie einen Biergarten anzulegen. Möglich wäre dies auch deshalb, weil die dortigen Parkplätze an die B 11 verlegt werden sollen. Vor dem Pfarramt würden bei diesem Plan zusätzliche Bäume gepflanzt und der Dorfbach außerdem als Becken wieder sichtbar gemacht. Denkbar wäre laut Levin auch der Bau eines „Mehrzweck-Pavillons“ auf dem Dorfplatz

Idee: Kleiner Park vor dem Pfarramt

Eine zweite Variante hat Mesner Christian Höck ins Spiel gebracht. Höcks Idee weicht von der Versetzung des Maibaums ab, was ohnehin etwa bei den Maibaumburschen für Skepsis gesorgt hatte, wie die Ingenieure einräumten. Die Variante sähe vor dem Pfarramt eine kleine parkähnliche Grünfläche mit Laubengang und Brunnen vor. Wie bei der ersten Variante sollen zusätzliche Bäume gepflanzt und die Parkplätze vor der „Post“ entfernt werden.

Von der Dorfstraße hinauf zur Häusernstraße sieht der Entwurf des Ingenieurbüros unter anderem die Verschmälerung der Straße sowie Neupflanzungen von Bäumen und eine Neuordnung von Parkplätzen vor. Die Gehwege sollen gepflastert und vor den Häusern – „wo es passt“ – Hausbänke aufgestellt werden.

Bertram Mooser (li.) und Friedrich Levin vom Ingenieurbüro Mooser aus Kaufbeuren erläuterten die Vorentwürfe.

Der Bereich von Häusernstraße, Alexander-Thalhuber-Straße und Mariabrunn soll durch den Wegfall der jetzigen Parkplätze einen „platzähnlicheren Charakter“ bekommen, so Levin. Auch hier könnte der Dorfbach mit einem Wasserbecken wieder ans Tageslicht geholt werden. Geplant ist, die Einmündung Häusernstraße und Sommerkellerweg durch den Einbau von Pflaster sowie durch eine Verschmälerung der Straße verkehrsberuhigt und damit für die Schulkinder sicherer zu machen. Pflastersteine seien zwar immer etwas lauter als eine Asphaltdecke, räumte Levin ein. Als Mittel zur Verkehrsberuhigung „hat es aber immer eine Wirkung“.

Jetzt sollen die Bürger mitreden

Bei Gemeinderäten und Teilnehmergemeinschaft kamen diese ersten Gedankenspiele gut an. Als nächstes will Peter Oster vom Amt für Ländliche Entwicklung „das Ganze den Bürgern vorstellen“. Ob eine Anliegerversammlung wegen Corona möglich sei, wisse er aber noch nicht. Sollte es die Pandemie-Lage erfordern, könnten die Entwürfe auch öffentlich ausgelegt werden und die Bürger dazu per E-Mail Stellung nehmen. Vorab solle aber noch mit den Grundstücksbesitzern gesprochen werden, bei denen die Umgestaltungen zu massiven Eingriffen in ihre Privatflächen führen würden.

Oster bezeichnete die Dorferneuerung von Benediktbeuern als „monumentales Werk“, das nur „verteilt über mehrere Jahre“ realisiert werden könne, aber in fünf Jahren abwickelbar wäre. Das hänge aber auch von den Haushaltsmitteln der Kommune ab. Beginnen könnte die Maßnahme laut Oster „frühestens 2023“ mit der Umgestaltung des Dorfplatzes und der Dorfstraße in Richtung Norden. Hier käme als erstes das alte Pflaster raus, um für die Anwohner eine Lärmreduzierung zu erreichen.

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