Der seltene Weißrückenspecht ist im Loisach-Kochelsee-Moor wieder heimisch geworden. Das beweist auch dieses Foto von Kurier-Leser Martin Fischhaber aus Greiling.

Neues Projekt des ZUK

Der Moorwald findet wieder seinen Platz

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Das ZUK möchte gerne das Naturlehrgebiet im Loisach-Kochelsee-Moor weiterentwickeln. Im Mittelpunkt soll der Wald stehen.

Benediktbeuern– Wer zu Fuß oder mit dem Rad rund ums Kloster Benediktbeuern unterwegs ist, kann in bestimmten Bereichen sehr viel über die Natur erfahren, etwa über Pflanzen und Sträucher, die dort wachsen. Das Zentrum für Umwelt und Kultur (ZUK) möchte diesen Bereich nun um ein Stück erweitern.Unweit des Gehölzpfads könnte ein kleiner Lehrpfad zum Thema Moorwald entstehen.

ZUK-Rektor Pater Karl Geißinger sprach erstmals bei der Jahresversammlung der Freunde und Förderer der Einrichtung davon (wir berichteten). Hintergrund ist, dass nun auch die Bayerischen Staatsforsten Mitglied im ZUK geworden sind. Geißinger sieht einen kompetenten Partner im Boot, der sie bei der Verwirklichung unterstützen könnte.

Das besagte Gebiet ist knapp 20 Hektar groß und liegt nahe der Loisach. Hier wurden Ende der 1940er-, Anfang der 1950er-Jahre vom Orden der Salesianer selbst Fichtenmonokulturen angepflanzt. Diese wurden laut Geißinger schon vor längerer Zeit entfernt, das Holz war wässrig und minderwertig. Stattdessen wurden Entwässerungsgräben gebaut. „Nur einige große Fichten, die kräftig von Wuchs sind und Schatten spenden, wurden stehen gelassen“, sagt Geißinger.

In den vergangenen Jahren nun hat sich dort auf natürlich Weise ein Wäldchen entwickelt – etwa durch Samen, die der Wind hintrug, oder durch Vögel. „Es hat sich ein Urwald entwickelt, der für diese Region typisch ist“, sagt der Pater. „Viele Menschen, die dort unterwegs sind, fragen sich ohnehin schon, was sich dort tut.“

Auf der Fläche sind nun Birken, Vogelbeere, Bergahorn, Eiche, Holunder und verschiedene Weidenarten heimisch geworden, außerdem wachsen Farne und Moose. „Wir greifen da nicht ein“, sagt der Pater. Vor allem der Birkenbestand habe sich gut entwickelt, „mannshoch und dicht“ seien sie geworden.

Zudem gebe es Totholz. Auch das sei wichtig für den Wald, zum Beispiel, damit der Specht heimisch werden könne. ZUK Beobachter haben im Loisach-Kochelsee-Moor sogar den seltenen Weißrückenspecht schon wieder gesichtet.

Um die einzelnen Biotope miteinander zu verbinden und um die Artenstruktur durch Einzelpflanzen zu ergänzen, die nicht in der Nähe wachsen, würde das ZUK gerne noch einige Sträucher entlang des Wegs nachpflanzen, etwa Berberitzen. Die Besucher wiederum sollen sich mittels Info-Tafeln über den (Moor-)Wald informieren können. Pater Geißinger kann sich „drei, vier Tafeln“ vorstellen, die über den Wald, die Waldnutzung, seine ökologische Funktion und auch über das Thema Jagd informieren. Er rechnet mit Gesamtkosten von zirka 20 000 Euro.

„Es wäre schön, wenn die Staatsforsten dieses Projekt unterstützen könnten.“ Im ZUK möchte man das Projekt heuer gerne verwirklichen, zum Beispiel mit Schulklassen, die bei der Arbeit mit anpacken.

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