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DAV Fachsymposium Mountainbike 2018

Fachtagung für Radsportler

Mountainbike-Konzept bekommt in Benediktbeuern enormen Zuspruch und positive Signale 

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Viele Menschen und Interessen an einem Tisch zusammen bekommen: Das ist die Herausforderung für das neue Mountainbike-Konzept für den Landkreis.

Benediktbeuern – Die Resonanz war enorm. 208 Teilnehmer aus ganz Deutschland. Österreich und der Schweiz kamen am Samstag und Sonntag in Benediktbeuern zu einem großen Fachsymposium zum Thema Mountainbiken zusammen. Die Tagung war der Auftakt für das Projekt des Deutschen Alpenvereins (DAV), ein Konzept für ein „naturverträgliches und konfliktfreies Mountainbiken in den Alpen“ zu erstellen. Der Tölzer Hanspeter Mair, der das Vorhaben beim DAV federführend betreut, zeigte sich im Anschluss hochzufrieden. „Es ist das Gefühl entstanden, dass alle miteinander etwas auf den Weg bringen können“, resümiert er.

Allein schon der große Zuspruch war aus Mairs Sicht ein ermutigendes Signal. „Das zeigt, dass der Wille da ist mitzuwirken“, freute er sich. Mit dabei waren unter anderem Vertreter der Deutschen Initiative Mountain Bike (DIMB), des ADFC und des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOS), Georg Mair als Vorsitzender des Almwirtschaftlichen Vereins Oberbayern (AVO) und Michael Honisch vom Alpwirtschaftlichen Verein im Allgäu, die Bürgermeister von Kochel am See, Jachenau und Schleching, Thomas Holz, Georg Riesch und Josef Loferer, der Tölzer Landrat Josef Niedermaier sowie Vertreter des Forsts.

Wie Hanspeter Mair berichtet, waren auch Gäste aus Österreich und der Schweiz anwesend – „von ihnen kann man so manches in ähnlicher Form übernehmen“. Interessierte reisten außerdem zum Beispiel aus der Pfalz, aus Frankfurt, Köln und Dresden an. Denn das Mountainbiken und die damit verbundenen Diskussionsthemen beschäftigen nicht nur den Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen und das Allgäu – die beiden Pilotregionen des DAV-Projekts –, sondern viele Gegenden.

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Vor welcher Herausforderung der DAV bei dem Mountainbike-Konzept steht, das verdeutlichte Landrat Niedermaier schon in seinem Grußwort. Er fragte in den Zuschauerraum, wer von den Anwesenden einen Spagat beherrsche. Niemand hob die Hand. Der DAV aber habe mit der Aufgabe, die Interessen von Mountainbikern, Wanderern sowie Alm- und Forstwirtschaft unter einen Hut zu bringen, einen echten Spagat zu bewältigen. Der DAV, der sich sowohl den Naturschutz als auch den Breitensport auf die Fahnen schreibe, sei hier als Vermittler bestens geeignet, ist Hanspeter Mair überzeugt. Dementsprechend war ihm wichtig, dass das Symposium allen Teilnehmern einen „Perspektivwechsel“ ermöglichte – „sich auch einmal in die Rolle des jeweils anderen hineinzuversetzen“.

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Nach einleitenden Impulsvorträgen teilten sich die Teilnehmer am Samstagnachmittag in Workshops auf. „Ein großes Thema war zum Beispiel die Haftungsfrage“, berichtet Mair. „Denn damit stehen und fallen alle Konzepte.“ Es sei wichtig, hier „Druck von den Grundeigentümern“ zu nehmen, um überhaupt über die Ausweisung geeigneter Mountainbike-Strecken diskutieren zu können. Interessant sei hier etwa ein Modell aus Tirol, wo die Grundbesitzer nach einer bestimmten Regelung pro laufendem Meter im Gegenzug für das Zurverfügungstellen ihres Grundes von der Haftung befreit seien. „Hier kann der DAV nur den Anstoß geben, damit die Politik die Frage löst“, so Mair.

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Kontrovers diskutiert worden sei der Umgang mit E-Bike- beziehungsweise Pedelec-Fahrern. Braucht es für sie eigene Regelungen? Oder sind sie zu behandeln wie jeder andere Mountainbiker auch?

Beim Symposium ging es auch viel um die Themen Bildung und Kommunikation: Wie lässt sich zum Beispiel in der DAV-Ausbildung und in Schulprojekten für ein naturverträgliches Mountainbiken sensibilisieren – auch dafür, „dass man mal lieber nicht fährt, wenn das Wetter nicht passt und der Boden zu weich ist“? Diskutiert wurde zudem über Möglichkeiten der „Besucherlenkung“: Was bringen Bikeparks in urbanen Gegenden oder der verstärkte Hinweis auf schöne Trails in den Mittelgebirgen?

Mair nimmt aus den angeregten Debatten nun „viele Hausaufgaben“ mit in seine weitere Arbeit. Als nächste Schritte sind Runde Tische auf lokaler Ebene geplant, zu denen der DAV im Februar einladen will.

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