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Vielversprechendes Debüt: Das junge Orchester „Munich Baroque“, gegründet von der Iffeldorferin Andrea Fessmann, erntete am Sonntag Begeisterungsstürme in der Basilika.

Konzert in der Benediktbeurer Basilika 

„Munich Baroque“: Historisches in begeisternder Frische

Das Publikum applaudierte stehend und stampfte mit den Füßen. Begeisterung löste das Debütkonzert des neu gegründeten Ensembles „Munich Baroque“ am Sonntagnachmittag bei den zahlreich erschienenen Besuchern in der Basilika in Benediktbeuern aus.

Benediktbeuern Zu Recht. Denn das rund einstündige Konzert „Zur Ehre Gottes und zum Ergötzen des Gemüths“ – so der Titel – war gespickt mit Besonderheiten.

„Diese Töne werden Sie heute häufig hören“, sagte Andrea Fessmann, Gründerin des aus jungen Künstlern zusammengesetzten Barockorchesters. Die Iffeldorferin spielte damit auf das gründliche Stimmen der Instrumente vor jedem Stück an. Das sei notwendig, da man durchweg auf historischen Streichinstrumenten mit darmbezogenen Saiten spiele, so Fessmann. Überhaupt legt das Ensemble Wert auf Authentizität. Man will Barockmusik in Stimmung und Aufführungspraxis der damaligen Zeit präsentieren. So musizierten die Künstler einen Halbton tiefer als die klassische Orchesterstimmung – wie es in der Barockzeit üblich war.

Auch einige Instrumente waren Besonderheiten, etwa das barocke Violoncello piccolo – ein etwas kleineres Cello mit fünf Saiten, zu hören mit Cembalo und Kontrabass bei der Arie „Erfreue dich Seele“ aus der Bach-Kantate BWV 21. Sänger hierbei war Tenor Martin Petzold, der das Konzert gemeinsam mit Bass-Bariton Klaus Mertens großartig begleitete. Der Leipziger Petzold raste nur so durch die Koloraturen bei Bachs Arie „Deposuit potentes“ und erntete Jubelrufe vom Publikum.

Mertens sang aus einer Kantate von Christoph Graupner das Stück „Angenehmes Wasserbad“ und überzeugte mit seiner Ausdruckskraft. „Wir wollten auch ein paar nicht so berühmte Komponisten präsentieren“, erklärte Fessmann. So war es wunderbar, den Cembalisten Manuel Dahme nicht nur als hervorragende Begleitung zu hören. Der junge Künstler spielte zwei Solo-Stücke für Cembalo von Johann Mattheson. Ein Stück von Georg Friedrich Händel durfte nicht fehlen, auch zwei Werke von Georg Philipp Telemann bot das zehnköpfige Ensemble mit begeisternder Frische – bei einem rundum gelungenen, außergewöhnlichen Konzert, bei dem nur die für diesen Rahmen doch unnötige Pause störte und etwas vom Zauber nahm. Auf weitere Konzerte von „Munich Baroque“ darf man sich schon jetzt freuen. 

 Regina Wahl-Geiger

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