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Soll das Benediktbeurer Gewerbegebiet (hier aus Richtung Westen fotografiert) in den Lainbachwald hinein erweitert werden oder nicht? Um diese Frage drehte sich der Bürgerentscheid.

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Nach Benediktbeurer Bürgerentscheid: Dorfentwicklung wird neu durchdacht

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Nach dem Bürgerentscheid in Benediktbeuern müssen nun beide Seiten erst mal das Ergebnis verdauen: Am Sonntag hatten sich 62 Prozent für den kompletten Erhalt des Lainbachwalds ausgesprochen, 38 Prozent votierten für den Vorschlag der Gemeinde, Teile des Walds abzuholzen und einen 40 Meter breiten Grünstreifen stehen zu lassen, um das Gewerbegebiet zu erweitern. Die Wahlbeteiligung lag bei 45 Prozent.

Johannes Schweiger, Sprecher der Bürgerinitiative.

Benediktbeuern– Selbst die Bürgerinitiative (BI) „Rettet den Lainbachwald“ ist von dem klaren Ergebnis überrascht. „Wir freuen uns sehr und müssen das jetzt erst mal sacken lassen“, sagt BI-Sprecher Johannes Schweiger. Seit sich die BI im Sommer 2017 gegründet hatte, wurde im Dorf sehr viel über das Thema Lainbachwald diskutiert. Am Sonntagabend saßen viele Befürworter und Gegner der Gewerbegebiets-Erweiterung im Gasthof Post zusammen. „Bei den Befürwortern ist der Frust natürlich groß“, sagt Schweiger. „Sie haben Sorge, dass Benediktbeuern jetzt stehen bleibt und sich nicht mehr weiterenwickeln kann.“ Aber das sei nicht der Fall, sagt der BI-Sprecher. „Das ist kein Rückschritt.“ Zunächst bleibe ja alles so, wie es ist. „Wir müssen jetzt nach vorne schauen und neue Wege finden.“

Bürgermeister Hans Kiefersauer beurteilt die Lage anders. Er bedauert die Niederlage für die Gewerbeinteressierten. Das Dorf im Innenraum zu verdichten, bezeichnet er als „realitätsfern“. Allein schon aus Lärmschutzgründen könnten einige Betriebe dort keine Heimat finden, sagt Kiefersauer. Zudem seien die Baulandpreise hoch, und man entziehe Fläche für potenziellen Wohnraum. Und nicht zuletzt würde Gewerbe im Dorfkern auch mehr Verkehr bedeuten.

Kiefersauer wirft der BI „Schwarz-Weiß-Denken“ und mangelnde Kompromissbereitschaft vor: „Wir hätten ja auch über einen 50 Meter breiten Grünstreifen reden können“, sagt er.

Hans Kiefersauer, Bürgermeister von Benediktbeuern.

Die Fläche im Süden, auf der die Gemeinde das Gewerbegebiet erweitern wollte, befindet sich in deren Eigentum. Auf der nördlichen Seite sei die „Eigentumsstruktur schwierig“, sagt der Bürgermeister. Das Areal sei wichtig für die Bauern. Zudem müsse man rund 150 Meter Abstand zu einer benachbarten Landwirtschaft halten. All diese Faktoren würden eine Erweiterungsfläche für Gewerbe Richtung Norden „derart verkleinern, dass eine Ausweisung praktisch keinen Sinn mehr ergibt.“ Für Kiefersauer ist der Zug nun abgefahren. Den 25 Interessenten, die sich in Benediktbeuern gerne mit einem Betrieb niederlassen wollten, werde man wahrscheinlich absagen müssen.

Die BI wiederum beurteilt die Lage aus einer anderen Perspektive. Der Bürgerentscheid zeige dem Gemeinderat, wie sich viele Einwohner die weitere Entwicklung des Dorfs wünschten. „Nämlich indem man Rücksicht auf die Natur nimmt.“

Die Bürgerinitiative werde sich jetzt nicht auflösen, sagt Johannes Schweiger. In der Gruppe gebe es bereits mehrere Ideen, wie man sich weiter in die Kommunalpolitik einbringen könnte. Der Gemeinderat, sagt Schweiger, sei ein Gremium, das viel Kraft und Kompetenz habe, die Dorfgestaltung voranzubringen.

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