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Natur- und Landschaftsbilder aus dem Voralpenland bei einer Ausstellung im ZUK

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Der in Penzberg lebende Biologe Olaf Broders ist viel im Loisach-Kochelsee-Moor unterwegs, um Pflanzen und Tiere zu fotografieren.
Der in Penzberg lebende Biologe Olaf Broders ist viel im Loisach-Kochelsee-Moor unterwegs, um Pflanzen und Tiere zu fotografieren. © Näher

„Bayerisches Alpenvorland: Hommage an eine Landschaft“ heißt eine sehenswerte Foto-Ausstellung, die derzeit im Zentrum für Umwelt und Kultur zu sehen ist.

Benediktbeuern – Die Bilder stammen von dem in Penzberg lebenden Biologen und Fotografen Olaf Broders. „Ich war immer schon naturbegeistert. Sobald ich krabbeln und laufen konnte, begann ich zu beobachten, was da so kreucht und fleucht“, erinnert sich Broders, der in Bautzen aufwuchs und Anfang der 1980er-Jahre mit seinen Eltern in die Bundesrepublik übersiedeln durfte. Seine weiteren Jugendjahre verbrachte Broders in Rosenheim. Dort entdeckte er seine Freude am Fotografieren.

Broders hat nie einen Fotokurs belegt

Mit einer alten Kamera seines Vaters begab er sich in der Natur auf Motivsuche. „Einen Fotokurs habe ich nie belegt“, sagt Broders. „Ich habe mir das alles autodidaktisch angeeignet.“ Er reichte seine Fotos bei Wettbewerben ein, um eine objektive Bewertung ihrer Qualität zu erhalten. Die Bestätigung hätte nicht positiver ausfallen können: Broders wurde unter anderem beim „Wildlife Photographer of the Year“, dem weltgrößten Wettbewerb für Naturfotografie, ausgezeichnet. „Da wusste ich: Okay, ich bin gut genug.“

Broders studierte Biologie und lebt heute mit seiner Familie in Penzberg, wo er für die Firma Roche in der Pharmaforschung arbeitet. Das Fotografieren betreibt er als Hobby. „Aus gutem Grund: So habe ich keinen Zwang, immer neue, bessere Bilder vorlegen zu müssen, die sich verkaufen lassen.“

Motivsuche in der Region - „So kann ich mich nach dem Wetter richten“

Die Natur vor der Haustür, geht Broders in der Region gerne auf Motivsuche. „So kann ich mich sofort nach dem Wetter richten und immer genau die Stimmung abpassen, die ich fürs Bild brauche. Und ich kenne die Landschaft super gut, weil ich mich sehr viel in ihr bewege, sei es auf Ausflügen mit der Familie oder auf meinen Radtouren.“ Dabei entdeckt Broders die Motive, die er dann später zum Fotografieren gezielt aufsucht.

Da er als Natur- und Tierfotograf grundsätzlich lange Wartezeiten einplanen muss, bis ihm genau das vor die Linse kommt, was er haben will, geht Broders alleine auf Fototour. Denn mitunter dauert es nicht nur viele Stunden, sondern gar Tage. „Man muss völlig unauffällig sein und sich gut tarnen.“

Auf einen Eisvogel wartete der Fotograf Wochen

Für das spektakuläre Bild eines Eisvogels, das in der Ausstellung zu sehen ist, hat Broders Wochen gewartet. „Bei einer Radltour habe ich zufällig in Schönmühl einen Eisvogel gehört“, erzählt er. Es folgten etliche Versuche, den scheuen Vogel vor die Kamera zu bekommen. Als das endlich geschah, hatte der Fotograf riesiges Glück: „Er saß da volle fünf Minuten und hat sich sogar noch gedreht.“ 30 Aufnahmen hat Broders gemacht – und in einem solchen Moment weiß er, warum er das ewige Warten auf sich nimmt.

Ein ebenso spektakuläres Foto zeigt einen Mäusebussard im Landeanflug. Ein Steinadler, der in voller Majestät eingefangen ist, hat die Bildunterzeile „Diesem Auge entgeht nichts“. Solche Zeilen sind fast allen Fotos beigefügt. Sie stammen von Prominenten wie Albert Schweitzer und Reinhold Messner oder sind dem Volksgut entlehnt. Das Foto einer jungen Tigerkatze, das Broders im Gras liegend aufgenommen hat, wird durch Leonardo da Vincis Ausspruch „Die Katze ist das Meisterstück der Natur“ kommentiert.

Fotos zeigen, welche Meisterstücke die Natur geschaffen hat

Ein Schwanenpaar im Nebel, eine Libelle in ihrer Farbenpracht, ein Grashüpfer auf einer pink leuchtenden Blüte, ein Bachlauf im Wald oder der Blick in die Baumkronen von unten zeigen, welche Meisterstücke die Natur geschaffen hat. Broders’ Botschaft an die Betrachter lautet: „Wir müssen die Natur als unsere Lebensgrundlage erhalten! Die Regenerationsfähigkeit des Planeten wird überstrapaziert. Wir leben auf Pump, das kann nicht ewig gut gehen. Gegensteuern ist gefragt. Denn geredet wird viel – aber getan wird zu wenig.“

Weitere Infos: Die Ausstellung ist noch bis zum 9. Januar 2022 im Flur der ZUK-Erwachsenenbildung (1. Stock des Mittelrisalits im Maierhof) zu sehen und täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Es gelten die aktuellen Corona-Schutzregelungen.

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