Kampfflugzeug bei Madrid abgestürzt

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Hans Kiefersauer, Bürgermeister von Benedikbeuern. 

Wirtschaftsentwicklung

Nein zu 14 Meter hohem Turm

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Benediktbeuern – Wie weit kommt man Unternehmen im Gewerbegebiet entgegen? Mit dieser Frage beschäftigte sich am Mittwochabend der Benediktbeurer Gemeinderat in einer kontroversen Diskussion.

Anlass war ein Antrag der Elprog. Das Unternehmen fertig elektronische Bauteile und ist mit rund 100 Mitarbeitern der größte Arbeitgeber im Dorf. Die Firma möchte an ihrem Standort einen „vakuumisolierten Stickstoff-Speicherbehälter/Kaltvergaser“ bauen – und zwar mit einer Höhe von 14,50 Meter. Die Gemeinde hat im Bebauungsplan aber eine generelle Maximalhöhe von 6,50 Meter im Gewerbegebiet festgelegt. Folglich drehte sich die Diskussion um die Frage, ob man eine Ausnahme macht oder nicht.

Was möchte die Firma eigentlich genau bauen? „Wir haben Fertigungsprozesse, die wir unter Stickstoff-Atmosphäre machen müssen. Zum Beispiel für elektronische Baugruppen, die gelötet werden müssen“, erklärt Stefan Ulrich, Technischer Leiter von Elprog, auf Anfrage. „Stickstoff ist nicht brennbar oder explosiv“, sagt Ulrich. Die Firma bekomme ihn flüssig in einem Tankbehälter angeliefert. „Wir brauchen ihn aber gasförmig.“ Dieser Prozess geschehe daneben in einem Verdampfer.

Derzeit kommt alle zwei bis drei Tage ein Lieferzug mit Stickstoff zu der Firma. „Das ist aber unwirtschaftlich“, sagt Ulrich. Es sei besser, einen größeren Tank zu haben, den man nur alle zwei bis drei Wochen befüllen müsse.

Der beantragte Behälter mit einer Höhe von 14,50 Metern sorgte nicht nur im (nichtöffentlichen) Bauausschuss, sondern auch im Gemeinderat für reichlich Diskussionen. Der Bauausschuss empfahl mehrheitlich eine Ablehnung, weil der Behälter „zu wuchtig“ wirke. „Aber auch im Ausschuss haben wir lange diskutiert“, sagte Cölestin Allgäuer, Befürworter des Projekts: „Im Gewerbegebiet muss doch mal so ein hohes Bauwerk möglich sein.“ Wenn man „nach der Schönheit“ gehe, dürfte man auch andere Projekte – als Beispiel nannte er Aussiedlerhöfe – nicht genehmigen.

Im Gemeinderat meldeten sich zuerst die Befürworter – allen voran Bürgermeister Hans Kiefersauer. Das Anliegen des Unternehmens sei nachvollziehbar. „Außerdem sind die Bäume drumherum höher.“ Auch Thomas Guggemos unterstützte die Firma: „Es ist wirtschaftlicher, wenn der Tankzug nicht so häufig kommen muss.“ Und Marcus Klingler meinte: „Dafür haben wir ja ein Gewerbegebiet, damit auch solche Bauvorhaben möglich sind.“ Ähnlich positiv äußerte sich Margarete Steffens.

Die Gegner hatten andere Argumente: „Die Firma könnte auch zwei kleinere Tanks aufstellen“, sagte Clemens Hammerl. „Das ist kein Industriegebiet, sondern ein Gewerbegebiet“, meinte Toni Ortlieb. Ähnlich argumentierte auch Marcus Schwabenland: „Bei privaten Hauseigentümern lehnen wir Lichtgräben ab, und hier würden wir einen 14 Meter hohen Turm genehmigen.“ Zwei kleinere seien einfach besser, so Schwabenland. Letztlich wurde der Antrag mit sechs zu neun Stimmen abgelehnt.

Elprog-Geschäftsführer Torsten Moebes zeigte sich enttäuscht, als er durch den Anruf unserer Zeitung von der Ablehnung erfuhr. „Jetzt müssen wir schauen, was wir machen.“ Es gebe zwar auch kleinere Tanks. Aber der beantragte große Tank hätte genau auf das Fundament des jetzt schon bestehenden Tanks gepasst. Jetzt müsse man Alternativen, auch für ein neues Fundament, durchkalkulieren.

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