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Das neue Nest auf dem Maierhof kann man am besten sehen, wenn man in den Vierseithof hineingeht. Hier wird es mittels Hebebühne auf einem Kamin befestigt.

Nest auf dem Dach des Maierhofs montiert

Ein neues Zuhause für die Störche

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Verläuft alles nach Plan, sollen die Störche des Klosters Benediktbeuern kommendes Jahr ein neues Nest bewohnen. Es wurde gestern auf dem Maierhof montiert.

Benediktbeuern– Es hat einen Durchmesser von 1,50 Meter und sieht eigentlich schon recht gemütlich aus: Gemeint ist das Storchennest, das seit Donnerstag auf dem Dach des Maierhofs thront. Weil das alte Nest auf dem Konventbau abzustürzen droht, will das Zentrum für Umwelt und Kultur (ZUK) den Vögeln eine Alternative anbieten. „Das alte Nest wird aber keinesfalls zerstört“, sagt der ZUK-Rektor Pater Karl Geißinger. „Wir hoffen, dass die Tiere nächstes Jahr von alleine in dem neuen Nest heimisch werden.“

Das Nest ist eine ganz besondere „Wohn-Kreation“, geschaffen von Karl-Heinz Göringer. Der Pensionist ist ein Bekannter von Pater Karl Geißinger und von Berufs wegen mit Metall vertraut. Göringer, der nahe Aalen (Baden-Württemberg) lebt, entwickelte ein viereckiges Alu-Gestell, das genau um den ehemaligen Kamin passt. Auf dieses Gestell wurde das ebenfalls von Göringer gebaute Storchennest gesetzt. Es besteht aus einem großen, runden Drahtkorb, der mit Weidengeflecht, Rindenmulch, Heu und Moos gefüllt ist. Die Kochler Firma Suttner brachte es mit der Hebebühne nach oben. Nach kurzer Zeit war die Konstruktion in etwa 20 Metern Höhe befestigt. „Ein bisschen aufgeregt war ich schon, ob auch alles passt“, sagte Göringer. Auch für ihn war es die erste Konstruktion eines Storchennests. Damit die Tiere später nicht unmittelbar an der Fassade sitzen und diese mit ihrem Kot beschmutzen, entwarf Göringer noch ein rundes Drahtgeflecht, das man an der höchsten Spitze des Maierhofs befestigte. „Es ist zu unbequem um zu verweilen und gleichzeitig ungefährlich“, erklärte Göringer.

Das ZUK will in der Nähe des Nests eine Videokamera installieren, damit man übers Internet das Brutgeschehen verfolgen kann. „Wir haben viele Gäste, die sich sehr für die Störche interessieren“, sagte Pater Geißinger.

Derzeit leben in dem alten Nest übrigens nur die beiden Jungtiere. Was mit den Eltern passiert ist, weiß man nicht – womöglich sind die Zugvögel schon aufgebrochen. Derzeit halten sich sechs erwachsene Störche im Klosterland auf, teilweise auch mehr. „Das Wetter ist für sie gerade optimal“, sagt der ZUK-Rektor. „Viel Sonne und dazwischen immer wieder Regen.“

Auf den abgemähten Wiesen fressen die Vögel Amphibien, Feldmäuse und Insekten, gerne auch in Gemeinschaft mit Graureihern und Krähen.

„Von August bis Mitte September ist die Zeit, in der sie dann den Abflug machen“, sagt Geißinger. Viele zieht es in Winterquartiere am Bodensee, einige fliegen weiter über Spanien und Portugal nach Gibraltar und weiter an der Westküste Afrikas entlang.

Den beiden Jungstörchen auf dem Klosterdach geht es gut. „Sie fressen viel und verteidigen ihr Nest gegen alle anderen Störche“, hat der Pater beobachtet. Er geht davon aus, dass auch sie in den kommenden Wochen Benediktbeuern verlassen werden.

Ob dann das neue Nest im kommenden Jahr angenommen wird? Als es, beobachtet von einigen Besuchern, auf den Maierhof gehievt wurde, flogen vier Störche ziemlich tief über das Gelände. Das könnte ja ein gutes Omen sein.

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