Benedikt Hartmann ist ab sofort die rechte Hand von Pater Karl Geißinger, dem Rektor des ZUK. Der 27-Jährige kennt die Einrichtungen des Klosters seit seiner Zeit im Freiwilligen Sozialen Jahr 2011.
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Benedikt Hartmann ist ab sofort die rechte Hand von Pater Karl Geißinger, dem Rektor des ZUK. Der 27-Jährige kennt die Einrichtungen des Klosters seit seiner Zeit im Freiwilligen Sozialen Jahr 2011.

Kloster Benediktbeuern

Neuanfang in schwieriger Zeit: Benedikt Hartmann (27) ist neuer Geschäftsführer des Zentrums für Umwelt und Kultur

  • Christiane Mühlbauer
    vonChristiane Mühlbauer
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Das Zentrum für Umwelt und Kultur (ZUK) hat wieder einen Geschäftsführer: Rektor Pater Karl Geißinger stellte Benedikt Hartmann vor. Der 27-Jährige kennt das ZUK, das Kloster und seine Einrichtungen seit zwölf Jahren und soll das ZUK „fit für eine gute Zukunft machen“, sagte der Pater.

Benediktbeuern - Benedikt Hartmann kommt aus dem Landkreis Erding und machte eine Lehre als Hotelfachmann, dann absolvierte er 2011 ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) im Aktionszentrum des Klosters bei den Salesianern Don Boscos. Eingesetzt war er unter anderem im Projekt „Tagwerk“ für straffällig gewordene junge Erwachsene. Während seiner Zeit im FSJ sei in ihm der Wunsch erwacht, auch „beruflich etwas in der salesianischen Familie“ zu tun. Hartmann holte Mittlere Reife und Abitur nach und studierte seit 2017 Soziale Arbeit an der Katholischen Stiftungshochschule (KSH) im Kloster. In dieser Zeit war er schon als Bildungsreferent im Kloster tätig und jobbte in einem Benediktbeurer Handwerksbetrieb.

Erst am vergangenen Freitag nahm der 27-Jährige sein Examenszeugnis entgegen – und am Montag trat er seine Stelle als Geschäftsführer an. Auch wenn er schon vieles kennt, in einige Aufgaben, sagte Pater Geißinger, werde Hartmann in den kommenden Monaten noch hineinwachsen, etwa ins Finanz- und Personalwesen. Er habe Respekt, freue sich aber auch sehr auf diese Herausforderung, sagte Hartmann. Die Aufgabe des Geschäftsführers hatte in den vergangenen acht Jahren auch Pater Geißinger inne, seit Winfried Voggeser (†) 2013 in den Ruhestand gegangen war.

Das ZUK befindet sich derzeit in keiner leichten Phase. Die Einrichtung hat über 30 hauptamtliche Mitarbeiter, die sich überwiegend in Kurzarbeit befinden. Hinzu kommen rund 30 Ehrenamtliche, Honorarkräfte im Bildungsbereich sowie der Verein der Freunde und Förderer, an deren Spitze der ehemalige bayerische Umweltminister Marcel Huber steht.

Es sei jetzt an der Zeit, sich in Organisationsfragen neu aufzustellen, sagte Geißinger am Montag. Das ZUK sei ein komplexes Gebilde mit den Schwerpunkten Jugend, Schöpfung und Bildung. Der Veranstaltungsbetrieb – von Tageskursen bis hin zu mehrtägigen Seminaren – spiele eine große Rolle. Aber auch Naturschutz vor Ort, Tourismus und Denkmalschutz spielten eine wichtige Rolle. Man habe bewusst einen jungen Geschäftsführer gewählt, „weil wir eine junge Mannschaft brauchen“.

Hartmann sagt, er wolle das ZUK „in eine gesunde Zukunft führen“. Jeder, egal ob Mitarbeiter oder Besucher, solle sich wohlfühlen. Zudem möchte er, dass das ZUK „wieder regionaler wird“, und die „Ressourcen in der Gemeinde besser nutzen“. Konkret meint er damit die Vernetzung mit Firmen aus dem Dorf sowie eine Intensivierung von Projekten wie „draußen Schule“. Hier wird mit Grundschulen aus Benediktbeuern und Penzberg zusammengearbeitet, damit sie die heimische Flora und Fauna kennenlernen. Zudem sei man am überlegen, wie man die vielen Ausflügler, die ans Kloster kommen und dort zum Beispiel die Erlebnispfade nutzen, anregen könnte, für den Unterhalt und den Naturschutz zu spenden.

Die Corona-Krise macht dem ZUK schwer zu schaffen. „Wir sind im vergangenen Jahr davon ausgegangenen, dass wir spätestens im März 2021 wieder den Betrieb aufnehmen können“, sagte Geißinger. Dank staatlicher Unterstützung, Spenden und Hilfe des Förderkreises habe man sich bislang durch die Krise manövriert. „Aber wir müssen schleunigst schauen, Einnahmen zu generieren, um uns halten zu können“, sagte Geißinger. Die nächsten Monaten würden entscheidend sein für den Fortbestand des ZUK. „Und da sehe ich leider noch kein Licht am Ende des Tunnels“, sagte der Pater mit Blick auf die allgemeine Corona-Lage. Auch das ZUK sei ein Beherbergungsbetrieb, die fehlenden Einnahmen von Übernachtungsgästen aller Art – von Schul- bis zu Firmengruppen – seien gravierend. Wenn man auch noch im April „plus x“ keine Aussicht habe, müsse man damit „offensiv in die Öffentlichkeit gehen“, sagte der Pater. Zwar könne man einiges, aber eben nicht alles online anbieten. „Das Online-Angebot allein stemmt unsere Finanzierung bei weitem nicht.“

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