Im Untergeschoss wurde der Fußboden bereits herausgerissen. Bald kommt neuer Estrich.
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Im Untergeschoss wurde der Fußboden bereits herausgerissen. Bald kommt neuer Estrich.

Millionenprojekt hat begonnen

Großbaustelle im Kloster Benediktbeuern: Neue Fundamente für die Südarkaden

  • Christiane Mühlbauer
    vonChristiane Mühlbauer
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Seit ein paar Monaten ist der Südarkadentrakt im Kloster Benediktbeuern eine Großbaustelle. Die wichtigsten Arbeiten finden gerade im Untergeschoss statt.

  • Der Südarkadentrakt des Klosters Benediktbeuern wird umfangreich saniert
  • Die Kosten belaufen sich auf rund 20 Millionen Euro
  • Einige Bereiche des Klosters sind derzeit nicht zugänglich

Benediktbeuern – Für die Sanierung und Umgestaltung des Südarkadentrakts im Kloster Benediktbeuern wird mit rund drei Jahren Bauzeit gerechnet. Wie berichtet, muss der Bereich umfangreich renoviert werden. Die Gesamtkosten belaufen sich derzeit auf rund 20 Millionen Euro. Verantwortlich für das Projekt ist das Architektenbüro Baldauf und Priller aus Schongau.

Im ersten Bauabschnitt geht es derzeit um die statische Ertüchtigung und um die Absicherung der Fundamente. Im Mittelpunkt stehen die 20 tonnenschweren Pfeiler im Untergeschoß. Sie haben sich abgesenkt. In den vergangenen Wochen wurde neben den Pfeilern an jeder der jeweils vier Ecken bis zu 15 Meter tief hinuntergebohrt, berichtet Pater Claudius Amann. Diese vier Löcher werden dann durch eine Betonplatte verbunden, sodass also jeder Pfeiler auf einer solchen Platte gründet. Die Aufgaben werden von einer Spezialfirma durchgeführt und sind die Kernarbeit in den kommenden sechs Monaten, berichtet Pater Amann. „Das ist statisch eine sehr sensible Angelegenheit.“

Fenster und Türen im Südarkadentrakt sind vorübergehend zugemauert. Das dient der besseren Stabilität.

Nach einer Weihnachtspause werden die Arbeiten am 18. Januar fortgesetzt. „Die Bauarbeiter stammen teilweise aus dem Ausland und müssen vor Wiederaufnahme der Arbeit vorsichtshalber in Quarantäne.“ Die Arbeiten sind von außen nicht sichtbar. Wer derzeit jedoch im Innenhof des Klosters steht, sieht, dass die Türen auf der Nordseite des Südarkadentrakts zugemauert sind. Das sei wichtig, damit die Mauer stabil sei, während man im Untergeschoss an den Pfeilern arbeite, erklärt der Pater. „Die Türen werden später wieder geöffnet und bleiben dort, wo sie waren.“

Parallel dazu wird das Erdgeschoß entkernt. Besucher des Klosters erhalten demnächst einen Flyer, um über die Renovierungsmaßnahmen im Bilde zu sein. „Einige wissen bereits davon, andere noch nicht“, sagt Pater Amann.

Die Arbeiten an den Pfeilern sollen in zirka sechs Monaten abgeschlossen sein. Aber auch danach bleibt das Untergeschoß im Fokus. „Der gesamte Estrich wird entfernt und neu aufgebracht.“ Danach geht es im dann im Erdgeschoß weiter. Die Kosten für den ersten Bauabschnitt belaufen sich auf 7,5 Millionen Euro.

Im zweiten Bauabschnitt, der mit knapp 13 Millionen Euro veranschlagt wird, steht die Umgestaltung im Mittelpunkt. Wie berichtet, erhält das Kloster eine neue Zentralküche, mehrere Speisesäle sowie Veranstaltungs- und Konferenzräume. Die Salesianer wollen mehr und bessere Tagungsmöglichkeiten anbieten, was ihnen auch mehr Einkünfte generieren soll, einhergehend mit besseren strukturellen Arbeitsabläufen. So können in der neuen Großküche bis zum 900 Mahlzeiten ausgegeben werden. Bislang gab es drei verschiedene Großküchen im Kloster. Die Salesianer Don Boscos sind mit rund 140 angestellten sowie zahlreichen ehrenamtlichen Mitarbeitern einer der größten Arbeitgeber in der Region. Dass derzeit die Gästezimmer, etwa von Jugendlichen auf Umweltbildungsfahrt, nicht belegt werden können, bereitet auch ihnen empfindliche finanzielle Verluste. Pater Amann vergleicht die Situation mit einem Schiff im Nebel: Man könne derzeit nichts sehen, wisse aber, dass es einen Hafen gebe.

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