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Ein Schmuckstück sind die renovierten Räume im Erdgeschoss, beispielsweise das Büro von Elisabeth Schuller. Bei den Arbeiten fand man Bachsteine aus dem 18. Jahrhundert, die bislang unter Rigips verborgen waren. Nun wurden sie freigelegt.

Umbau in Benediktbeuern vor dem Abschluss

Das neue Rathaus kann sich sehen lassen

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Nach gut einem Jahr Umbauzeit sind jetzt die Sanierungsarbeiten im Benediktbeurer Rathaus so gut wie abgeschlossen. Voraussichtlich nach den Sommerferien können es die Bürger bei einem Tag der offenen Tür besichtigen.

Benediktbeuern– Lang war der Weg, und es lagen buchstäblich einige Steine darauf. Bei der Sanierung des Benediktbeurer Rathauses, ursprünglich ein Bauernhof aus dem 17. Jahrhundert, gab es in den vergangenen Monaten ein paar unliebsame Überraschungen, berichtet Geschäftsleiter Franz Pölt beim Rundgang mit Bürgermeister Hans Kiefersauer. Die Dachbalken waren verfault „und wären vermutlich in fünf bis zehn Jahren eingebrochen“. Im Erdgeschoss stieß man auf den alten Stallboden, wo unter diversen „Aufschichtungen“ aus vergangenen Jahrzehnten so einiges vor sich hin zu modern begonnen hatte.„Gottlob haben wir nicht noch ein Keltengrab gefunden“, scherzt Kiefersauer.

Doch das Gröbste haben die Mitarbeiter in Sachen Bauarbeiten nun überstanden. Jetzt fehlen lediglich noch die Beleuchtung im Dachgeschoss und außen Maßnahmen zur Entwässerung. Wappen und Info-Tafel werden noch an der Fassade montiert. Dafür leuchten die Fensterlaibungen schon jetzt im speziellen „Benediktbeurer Grün“.

Wer das „neue“ Rathaus betritt, gelangt durch eine breite Schiebetür ins Innere. Dort, gleich links im Erdgeschoss, befinden sich besonders schöne Büros. Denn bei den Bauarbeiten stieß man auf Bachsteine aus dem 18. Jahrhundert, die bislang unter Rigips verborgen waren. Nun wurden die Steine freigelegt.

Neu sind auch ein Wartebereich mit Sitzgelegenheiten und der gläserne Aufzug. Er wird von einem Motor angetrieben, deshalb fährt er ein wenig langsamer als andere Aufzüge. Es gibt jedenfalls ausreichend Platz für Mütter mit Kinderwagen oder Senioren mit Rollator.

Im erstmals ausgebauten Dachgeschoss ist es sehr behaglich, vor allem die Dachschrägen und Holzbalken lasen die Atmosphäre wohnlich wirken. „Ein großes Lob an alle beteiligten Firmen und Handwerker“, sagt der Bürgermeister. Im Dachgeschoss gibt es jetzt sechs Räume und ein Besprechungszimmer. Dieses, eigentlich eine Art „Vorraum“, soll auch als Trauraum genutzt werden, also noch zusätzlich zu Sitzungssaal und Leseraum der Gäste-Info. „Gerade größere Gruppen finden hier gut Platz“, sagt der Bürgermeister. Beschließen muss das aber noch der Gemeinderat.

Im neuen Dachgeschoss wird auch das Bichler Sekretariat untergebracht, zudem werden andere Verwaltungsmitarbeiter nach oben ziehen. „Die neuen Räume entlasten uns in anderen Stockwerken sehr“, sagt Pölt. Das Dachgeschoss war bislang Aufbewahrungsort für Archiv und Registratur, allerdings räumlich in einem schlechten Zustand.

Die Sachen lagern jetzt unter dem Lesesaal der Gäste-Info. Weil die Katholische Stiftungshochschule (KSH) der Gemeinde Schieberegale schenkte, hängen die Unterlagen nun bestens aufbewahrt auf 30 Quadratmetern Fläche, „und wir haben sogar noch Luft nach oben“, freut sich Pölt und dankt der KSH. Der Umzug der Unterlagen war zudem „eine echte Gemeinschaftsarbeit von unseren Angestellten“, sagt Kiefersauer. „Da haben alle mit angepackt.“ Überhaupt hätten die 15 Mitarbeiter auf der Baustelle in den vergangenen Monaten einiges aushalten müssen. „Das war wirklich nicht leicht.“

Die Baukosten belaufen sich auf rund 1,2 Millionen Euro, das sind rund 300 000 Euro mehr als geplant. Grund sind einige unverhoffte Überraschungen auf der Baustelle sowie der vorab nicht geplante Bau einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Hauses. Noch wird zwar mit Öl geheizt, aber man könnte jetzt in einem nächsten Schritt die Umstellung auf Biomasse oder Pellets angehen, meint Kiefersauer. In Planung sind auch noch Verbesserungen im Sitzungssaal, damit zum Beispiel die Zuhörer Pläne und Texte besser sehen können.

Voraussichtlich nach den Sommerferien wird es einen Tag der offenen Tür geben, an dem die Bürger das Rathaus beziehungsweise den Sitz der Verwaltungsgemeinschaft besichtigen können.

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