Haben die Benediktbeurer „Post“ renoviert: Die Wirtsleute Ermerson und Hans Pohl mit Antonia Suares (v.li.) im sanierten Eingangsbereich des Gasthofs. 
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Haben die Benediktbeurer „Post“ renoviert: Die Wirtsleute Ermerson und Hans Pohl mit Antonia Suares (v.li.) im sanierten Eingangsbereich des Gasthofs. 

Gastronomie 

Loisachtaler „Post“ und „Löwe“ sind wieder offen

  • Franziska Seliger
    vonFranziska Seliger
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Anfang des Jahres haben neue Wirtsleute das Gasthaus Zur Post in Benediktbeuern übernommen. Der „Bayerische Löwe“ in Bichl bekam fast zeitgleich eine neue Wirtin. Dann kam die Corona-Pandemie und aus den geplanten Wiedereröffnungen wurde nichts. Nun sind beide Häuser wieder geöffnet.

Benediktbeuern/Bichl – Nach gut einem Jahr Leerstand hatte das Brauhaus Tegernsee Anfang Februar mit Hans und Ermerson Pohl neue Pächter für das Gasthaus Zur Post in Benediktbeuern gefunden (wir berichteten). Eigentlich wollte das Ehepaar, das zuvor das „Schützenhaus“ in der Jachenau betrieb, auch gleich loslegen mit dem Betrieb – doch die Corona-Pandemie machte ihnen einen Strich durch die Rechnung. Doch die Zeit des Lockdowns haben die neuen „Post“-Pächter genutzt und das Wirtshaus intensiv renoviert. „Geplant war das mit der Sanierung nicht“, sagt Hans Pohl auf Nachfrage. Unter anderem seien die elf Fremdenzimmer „komplett umgebaut“ worden. Außerdem wurde die Elektrik im Haus instand gesetzt, die Toiletten und der Gastraum saniert. Die „Schwemme“, in der einst die Postkutschen-Pferde versorgt wurden, sei neu bestuhlt worden, und der kleine Saal wurde ebenfalls herausgeputzt. Unter anderem zieren jetzt neue Vorhänge die Fenster.

Beide Häuser wieder geöffnet

Etwa seit vier Wochen hat die „Post“ nun wieder geöffnet. Die Vermietung der Fremdenzimmer sei trotz der Corona-Beschränkungen gut angelaufen. Auch der Gastronomiebetrieb laufe gut, sagt Pohl. Im Innern stünden den Gästen coronabedingt derzeit zwar nur rund 100 der sonst üblichen 200 Plätze zur Verfügung. Dafür haben die beiden Wirtsleute den Biergarten vor dem Haus vergrößert. Er biete nun Platz für rund 80 Gäste, so Pohl.

Noch nicht geöffnet hat der große „Post“-Saal. Das sei derzeit noch nicht erlaubt, sagt Pohl. Wann hier der Betrieb starten dürfe, sei noch nicht abzusehen. Auch dieser bei den Benediktbeurer Bürgern beliebte Veranstaltungsraum werde derzeit renoviert. Urlaubsbedingt ruhten die Arbeiten aber gerade. In Absprache mit der Brauerei möchte Pohl an den Saal-Wänden gerne bäuerliche Motive aufmalen lassen. Außerdem soll die Wandverkleidung saniert werden. Auch die zum Gasthaus dazu gehörende Eisdiele werde noch umgebaut. „Sie wird nächstes Jahr eröffnet.“ Insgesamt, schätzt Pohl, werde die Sanierung „mehrere hunderttausend Euro“ verschlingen. Die Kosten habe die Brauerei als Eigentümer übernommen.

Zeit des Lockdowns für Renovierungsarbeiten genutzt 

Auch der „Bayerische Löwe“ in Bichl hat seit Jahresbeginn mit Mirjana Eidenschink eine neue Wirtin. Die Eröffnung des Gasthauses sei eigentlich für den 15. März geplant gewesen, erzählt Mirjana Eidenschink. Doch diesen Plan habe die Corona-Pandemie durchkreuzt. Die Zeit des Lockdowns habe sie nicht zu Renovierungsarbeiten genutzt. Auch einen Lieferdienst habe ihr Haus nicht angeboten. Die Unsicherheit, wie alles weiter gehen würde, sei einfach zu groß gewesen, so die gebürtige Benediktbeurerin. „Wir wussten ja gar nicht, ob wir wieder aufsperren oder nicht.“

„Wahnsinniges Personalproblem“ 

Eine Wiedereröffnung im Kleinen habe man dann am Vatertag gewagt. In dem großen Biergarten konnte die Bestuhlung trotz Corona-Auflagen nahezu unverändert bleiben, so Eidenschink. Ebenso in den Gasträumen. Nur den kleinen Saal darf sie erst seit Kurzem wieder öffnen. Doch ihn zu öffnen, sei auch nicht notwendig gewesen, denn in der ersten Zeit seien wenig Gäste gekommen – vor allem unter der Woche.

Mirjana Eidenschink, die neue Wirtin vom „Bayerischen Löwen“. 

„Aber es wird besser“, hat Eidenschink festgestellt. Am Wochenende sei schon deutlich mehr Betrieb als in den ersten Wochen nach dem Lockdown. Auch erste Anfragen für Firmen- oder Familienfeiern gingen ein. „Wir sind am Aufbauen.“

Erschwert werde diese Aufbau-Phase durch ein „wahnsinniges Personalproblem“. Trotz Anzeigen in der Zeitung fände sie nur schwer ausgebildete Fachkräfte. Teilweise müsse sie ungelernte Kräfte beschäftigen. Aber Eidenschink will weitermachen. „Wir werden es auf jeden Fall weiter versuchen. Wir sind am Start.“  

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