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Ein Sorgenkind: Das 37 Jahre alte Tanklöschfahrzeug ist schon bei Einsätzen ausgefallen. 

Gemeinderat Benediktbeuern gibt grünes Licht

Neues Fahrzeug für die Feuerwehr

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Die Feuerwehr Benediktbeuern braucht ein neues Fahrzeug. Der Gemeinderat genehmigte nun den Kauf eines neuen Löschfahrzeugs für 350 000 Euro.

Benediktbeuern– 37 Jahre ist das Tanklöschfahrzeug alt, und seit einiger Zeit ist es das Sorgenkind der Floriansjünger: Bei einem Einsatz blieb es schon mal stehen, bei einem anderen fiel während eines Brands die Pumpe aus, berichtete Kommandant Daniel Sliva am Mittwochabend im Gemeinderat.

Das Tanklöschfahrzeug (TLF) ist eines von vier Fahrzeugen der Feuerwehr, und zwar das älteste. Seit 1981 ist es in Dienst, und seit geraumer Zeit „zunehmend unzuverlässig“, erklärte der Kommandant und sagte: „Welches Auto hält schon 37 Jahre?“ Für das Fahrzeug gebe es keine Ersatzteile mehr, und nur dank „erheblicher ehrenamtlicher Arbeit der Gerätewarte“ könne es überhaupt einsatzbereit gehalten werden. Zudem beginne das TLF an tragenden Rahmenteilen durchzurosten. „Mit der Stilllegung durch den TÜV ist jederzeit zu rechnen“, sagt Sliva.

Der Kommandant legte dem Gemeinderat ein Konzept vor, welches neue Fahrzeug für die Feuerwehr in Frage kommt und warum. Bei einer Marktanalyse, so Sliva, habe sich das Löschgruppenfahrzeug LF 20 KatS herauskristallisiert. Es verfüge über vergleichbares technisches Gerät, habe die vergleichbare Wassermenge (2500 Liter) sowie Pumpenleistung. „Außerdem können die Gerätschaften kompatibel aus dem Altbestand übernommen werden“, sagte Sliva. Das spare Kosten.

Auch an die Sicherheit der Feuerwehrleute wird gedacht. Im alten Fahrzeug gab es keine Gurte, im neuen Modell jetzt natürlich schon. In dem anvisierten Modell könnten sich zudem vier statt bislang zwei Atemschutzträger schon während der Fahrt ausrüsten, man könne schwere Gegenstände besser entnehmen, auch das Manövrieren im Gelände sei deutlich leichter, erklärte Sliva. Weil die Schläuche großteil schon während der Fahrt verlegbar seien, könne man bei einem Einsatz schneller die Wasserversorgung aufbauen und gewinne wertvolle Zeit.

Das ins Auge gefasste Fahrzeug kostet 350 000 Euro. Vom Freistaat gibt es immerhin 88 000 Euro Zuschuss, den Rest muss die Gemeinde übernehmen. Das jetzige Fahrzeug wurde nach dem Kloster-Großbrand 1979 angeschafft. Sliva ging kurz auf die jetzige Situation in der Gemeinde und die Herausforderungen für die Feuerwehr ein. Die Bebauung werde immer dichter, sagte Sliva, und erinnerte unter anderem an den Brand eines landwirtschaftlichen Anwesens Ende Dezember 2016 mitten in Bichl. „So etwas kann bei uns auch passieren.“

Für die Gemeinderäte besteht kein Zweifel, dass die Feuerwehr ihren Fuhrpark erneuern muss. In vielen Wortbeiträgen wurde den Floriansjüngern für ihr Engagement gedankt und die Wichtigkeit betont. „Die Feuerwehr muss auf bestmöglichem Niveau sein“, sagte unter anderem Marcus Klingler.

Rudi Mühlhans fragte, ob man nicht zusammen mit einer anderen Gemeinde eine Ausschreibung für genau das gleiche Fahrzeug machen könne, denn das senke bekanntlich die Kosten. Das habe man bereits versucht, antwortete Sliva, aber de facto sei es leider nicht umsetzbar: „Es muss exakt alles identisch sein.“ Das alte TLF habe einen Restwert von 7000 bis 12 000 Euro, sagte Sliva auf die Frage von Marcus Schwabenland. „Das kaufen im Prinzip nur noch Abenteurer, die es umbauen und damit auf Weltreise gehen.“

Mit den Nachbarwehren habe man sich abgesprochen, sagte Sliva auf die Frage von Ingrid Hauptmann zur Zusammenarbeit untereinander. Eine Drehleiter könne man zum Beispiel aus Kochel anfordern, Schläuche aus Bichl, Atemschutzträger aus Obersteinbach. „Und wir können anderen mit einer großen Wassermenge aus einem Tanklöschfahrzeug zur Seite stehen“, sagte Sliva.

Der Beschluss, ein neues Fahrzeug anzuschaffen, fiel einstimmig. Die Feuerwehr wird jetzt ein Leistungsverzeichnis erstellen, dann führt die Gemeinde oder sogar ein Fachbüro das Ausschreibungsverfahren durch. „Seit dem aufgedeckten Feuerwehr-Kartell gelten hier sehr strenge Auflagen“, sagte Sliva. Realistisch betrachtet, könnte das Fahrzeug im Frühjahr 2020 in Dienst genommen werden. Ob die Finanzierung über ein oder zwei Jahre erfolgt, wurde anschließend nichtöffentlich in den Haushaltsvorberatungen besprochen.

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