Feuerwehr Benediktbeuern

Neues Gerätehaus: „Das ist gut angelegtes Geld“

Mehrere hundert Besucher haben am Wochenende mit der Feuerwehr Benediktbeuern die Einweihung des neuen Gerätehauses gefeiert. Vor allem die Präsentation der Arbeit und der technischen Hilfeleistung wurde mit Interesse beobachtet.

Benediktbeuern „Es ist ein Höhepunkt in der Historie jeder Feuerwehr“, sagte Kreisbrandrat Karl Murböck in seinem Grußwort anlässlich der Feierlichkeiten zur Einweihung des neuen Feuerwehrhauses am Samstagabend. Rund 900 Gäste hatten sich dazu eingefunden, neben den zahlreichen Ortsvereinen auch Vertreter der umliegenden Feuerwehren.

Der Kirchenzug führte die Beteiligten zunächst vom alten Gerätehaus zum Festgottesdienst in die Basilika. Pfarrer Pater Heiner Heim sagte in seiner Predigt, dass an diesem Tag zwar das Gebäude im Mittelpunkte stehe, der Segen aber genauso für die Wehrleute gelte. „Ihr riskiert bei Einsätzen manchmal sogar das eigene Leben, um Geschöpfen Gottes zu helfen und sie zu retten.“ Heim sah darin die Erklärung für den Leitspruch aller Feuerwehren: „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr.“

Anschließend ging es zum neuen Gerätehaus, das von Pater Heiner Heim und der evangelischen Pfarrerin Antonia Janßen gesegnet wurde. An ihrer Seite war auch Diakon Georg Meigl, der 24 Jahre stellvertretender Kommandant der Feuerwehr Benediktbeuern war. Pfarrerin Janßen, die zusammen mit ihrer Familie vor einiger Zeit selbst einmal schnelle Unterstützung durch die Feuerwehr erfahren hatte, segnete das Haus mit den Worten: „Gut, dass es Feuerwehrleute gibt.“ Und Meigl sagte: „Segen für alles, was von diesem Haus ausgeht. Gesegnet seien die, die Dienst tun.“

Bei der anschließenden Feier ging jeder Festredner lobend und voller Anerkennung auf die Arbeit der Feuerwehr ein. Reinhard Gesing, der Direktor des Klosters Benediktbeuern, überreichte dem Vorsitzenden Thomas Rest und dem Kommandanten Daniel Sliva ein Kreuz, gefertigt aus dem Holz des ehemaligen Dachstuhls. Bürgermeister Hans Kiefersauer betonte in seiner Ansprache, wie wichtig es sei, auch in Zeiten knapper Finanzmittel in die Arbeit der Feuerwehr zu investieren. „Das ist wirklich gut angelegtes Geld.“ Der Bürgermeister freute sich ganz besonders, dass die Bevölkerung von Benediktbeuern bisher knapp 34 000 Euro gespendet und sich damit deutlich zum Projekt bekannt hat. „Außerdem gehört die Feuerwehr zu den wichtigsten Pflichtaufgaben einer Kommune“, so Kiefersauer.

Rund 900 Gäste waren zum Festabend am Samstag in die Fahrzeughalle gekommen.

Der Kochler Bürgermeister Thomas Holz nahm auch in seiner Rolle als stellvertretender Landrat an der Feier teil. „Was hier entstanden ist, geht über die normale Pflichtaufgabe hinaus“, sagt Holz. „Es wurde für Ehernamtliche geschaffen und ist auch ein Zeichen der Wertschätzung seitens der Gemeinde für alle, die hier freiwillig Dienst leisten.“ Kommandant Daniel Sliva brachte es in seinem Schlusswort auf den Punkt: „Was wir heute eingeweiht haben, dient in erster Linie der Sicherheit unserer Gemeindebürger.“

Und wie die Feuerwehr im Ernstfall arbeitet, davon konnten sich hunderte Besucher am Sonntag beim Tag der offenen Tür überzeugen. Schon bei der ersten Führung am Vormittag wurde die Feuerwehr vom Ansturm überrascht: „Aus einer geplanten Führung wurden gleich vier“, berichtet Sliva. Die Besucher konnten alle Räume besichtigen, zudem wurde ihnen die Technik erklärt. Vor dem Gebäude hatten sich alle vier Fahrzeuge der Wehr positioniert, und nicht nur Kinderaugen begannen zu leuchten. Zu den Besuchern gehörten auch Mitglieder der benachbarten Feuerwehren.

„Das haben sie sauber gemacht“, lobte etwa der Benediktbeurer Klaus Stephan den Neubau. „Sehr faszinierend.“ Familie Ritter war sogar eigens aus Wolfratshausen gekommen, denn: „Hier stehen alle meine Lieblingsautos“, sagte der vierjährige Eberhard voller Begeisterung an der Hand seiner Mutter.

Bei den Vorführungen scharten sich jeweils dutzende Besucher um die Floriansjünger. Es wurde zum Beispiel gezeigt, wie Verletzte aus einem Auto befreit werden, und wie schnell es zu einem Zimmerbrand kommen kann.

Auch das BRK war mit dabei und demonstrierte, wie die Retter Hand in Hand arbeiten. Die Polizei war mit einem Info-Stand vertreten, und die Bergwacht Benediktbeuern beteiligte sich mit einer „Flying Fox“-Seilrutsche am Kinderprogramm. Zudem erklärte Feuerwehr Wolfratshausen den Besuchern, wie Rettungseinsätze aus der Luft koordiniert werden, etwa beim Jochberg-Brand. Hans Demmel/Christiane Mühlbauer

Einweihung des Benediktbeurer Feuerwehrhauses: Bilder

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