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„Carmina Burana“ bedeutet so viel wie „Benediktbeurer Lieder“. Mit der Musik von Carl Orff wurde die Sammlung we ltweit bekannt.

Kloster Benediktbeuern

O fortuna: Ausstellung über „Carmina burana“

80 Jahre nach der Uraufführung der „Carmina Burana“ von Carl Orff beleuchtet eine Ausstellung in der Fachberatung Heimatpflege die Herkunft, Entstehung und Nachwirkung des bekannten Chorwerks.

BenediktbeuernDie Ausstellung wird am Leonhardi-Sonntag, 5. November, um 17 Uhr im Maierhof des Klosters Benediktbeuern eröffnet und ist dort bis 17. Dezember zu sehen.

Die „Carmina Burana“ gehören zu den populärsten Chorwerken der klassischen Musik. Ihnen zugrunde liegt eine Auswahl von gut 250 Gedichten und Liedern, die im 12. und 13. Jahrhundert in verschiedenen Teilen Europas entstanden sind und in Kärnten oder Brixen zusammengetragen wurden.

Von ihrer Existenz erfuhr man jedoch erst 1803, als sie in der Bibliothek des Klosters Benediktbeuern entdeckt wurden. Wie die wenig klösterlichen Texte dorthin gelangt sind, ist bis heute ein Rätsel, denn der Inhalt ist eher weltlich-erotischer Natur.

Nach dem Fund kam die mittelalterliche Handschrift nach München in die Bayerische Staatsbibliothek, wo sie sich noch heute befindet. Johann Andreas Schmeller, bekannt als Herausgeber des Bayerischen Wörterbuchs, veröffentlichte sie 1847 leicht zensiert unter dem Titel „Carmina Burana“, was so viel bedeutet wie „Beurer Lieder“ oder „Lieder aus Benediktbeuern“. Knapp 90 Jahre später stieß Carl Orff in einem Antiquariatskatalog auf diese Gesamtausgabe. Er wählte Texte aus, stellte sie zu einem Libretto für seine „Carmina Burana“ zusammen und gelangte damit zu Weltruhm.

Die von Stefan König kuratierte Ausstellung widmet sich der Entstehungsgeschichte der Komposition, dem Leben Orffs und dem politischen Umfeld zu jener Zeit sowie der Wirkung des Werkes bis heute. Zur Eröffnung sprechen Bezirkstagspräsident Josef Mederer und Bezirksheimatpfleger Norbert Göttler.

Musikalisch kann man sich am Freitag, 10. November, mit der „Carmina Burana“ befassen: An diesem Tag findet um 17.30 Uhr eine Führung durch die Ausstellung statt, um 18.30 Uhr gibt es einen Vortrag in der Marienkirche, und zwar von Thomas Rösch, dem Direktor des Orff-Zentrums in München. Um 19 Uhr wird in der Marienkirche die Orgelfassung der „Carmina Burana“ aufgeführt. Solist ist Johannes Berger. Der Eintritt ist jeweils frei.

Weitere Infos

Die Ausstellung wird am Sonntag, 5. November, um 17 Uhr in der Fachberatung Heimatpflege (Maierhof) eröffnet und ist bis zum 17. Dezember zu sehen. Geöffnet ist sonntags von 11 bis 16 Uhr sowie dienstags und samstags von 13 bis 16 Uhr. Der Eintritt ist frei, die Räume sind barrierefrei. Sonderführungen nach Vereinbarung, Kontakt: info@fachberatung-heimatpflege.de

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