Sperrung wegen Feuerwehreinsatz: Schienenersatzverkehr für S7 und S20

Sperrung wegen Feuerwehreinsatz: Schienenersatzverkehr für S7 und S20
Rollstuhlfahrer Ralph Seifert weiß aus eigener Erfahrung, wie schwierig es ist, in einen Bus einzusteigen. Auf unserem Archivbild hilft ihm Chauffeur Peter Müller in Tölz.  

Öffentlicher Personennahverkehr

Barrierefrei in den Bus

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Wer im Rollstuhl sitzt oder schlecht sieht, hat Schwierigkeiten im öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV). Im Landkreis soll es nun Verbesserungen geben.

Benediktbeuern–  Über die Verbesserungen wurde zuletzt im Kreistag und im Umweltausschuss diskutiert.  Ziel ist es, bis 2022 die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen umzusetzen, damit der ÖPNV möglichst barrierefrei zu nutzen ist.

Ralph Seifert, Behindertenbeauftragter des Landkreises und Gemeinderat in Benediktbeuern, hatte schon vor einiger Zeit sein Heimatdorf als Pilotgemeinde vorgeschlagen, um die erste barrierefreie Bushaltestelle einzurichten. Bis dahin ist es freilich noch ein langer Weg, wie nun wieder im Gemeinderat diskutiert wurde.

Denn die ursprünglich geplante Haltestelle, der bestehende Bus-Stopp nahe der Sparkasse, ist dafür ungeeignet. „Der Bus braucht an so einer Haltestelle nämlich mehr Platz zum Einscheren“, sagte Seifert im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Folge wären Probleme für Autofahrer, etwa, wenn sie auf den Parkplatz einfahren oder Richtung Asamstraße abbiegen wollen.

Nun gibt es eine neue Idee: Bei einem Ortstermin mit einer Mitarbeiterin der Architektenkammer wurde die „Gemüse-Tanke“ gegenüber vom Edeka-Supermarkt ins Auge gefasst. Aber auch hier ist das letzte Wort noch nicht gefallen: Verkehrsexperten der Polizei müssen die Stelle im Oktober noch anschauen und bewerten. Dann werden die Kosten ermittelt.

Wie sieht eine barrierefreie Bushaltestelle aus? Für Rollstuhlfahrer, Menschen mit Rollator und auch Eltern mit Kinderwagen soll es möglich sein, über eine Rampe im Bus in diesen gerade und schwellenlos hineinzufahren, erklärt Seifert. Sehbehinderten sollen spezielle Bodenplatten, auf denen zum Beispiel der Blindenstock entlangfahren kann, sowie farbige Kontraststreifen helfen. „Außerdem sollen die Fahrpläne in einer größeren Schrift und in einer verständlichen Sprache geschrieben werden“, sagt Seifert und meint lächelnd: „Das dürfte vielen Leuten zugute kommen.“ Für Blinde soll es die Möglichkeit geben, sich den Fahrplan mittels Knopfdruck vorlesen zu lassen.

Wichtig ist auch eine Sitzgelegenheit beim Warten. Hier könnten, sprach man schon in der Sitzung an, Firmen Werbetafeln platzieren, zum Beispiel, wenn sie sich an der Finanzierung beteiligten. Denn diese ist noch der Knackpunkt.

Seifert will als Behindertenbeauftragter des Landkreises auch das Thema „Mitfahrerbankerl“ für alle Gemeinden aufgreifen. Nach Irschenberger Vorbild können darauf Menschen Platz nehmen, wenn kein Bus fährt, um vorbeifahrenden Autos zu signalisieren, dass sie eine Mitfahrgelegenheit suchen. Der Greilinger Gemeinderat hatte das Projekt vor Kurzem abgelehnt, unter anderem mit der Begründung, man „animiere Kinder zum Fahren per Anhalter“ und mache dem RVO Konkurrenz (wir berichteten). Seifert widerspricht den Argumenten und weiß vom Seniorenbeirat, dass viele ältere Bürger diese Idee gut finden. „Es geht hier rein um Zeiten, in denen kein Bus fährt.“ Wichtig sei, die „Mitfahrerbankerl“ so weit voneinander entfernt aufzustellen, dass sich die Distanz lohne. Als Beispiele nennt Seifert die Supermärkte im Loisachtal. Zudem, argumentiert Seifert, würden sich durch diese Möglichkeit des Transports soziale Kontakte ergeben.

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