+
Immer vom Regen bedroht und trotzdem mit sonnigem Gemüt lauschten die rund 1000 Konzertbesucher im Maierhof dem Open-Air-Konzert. 

Open air im Meierhof 

Gregor Meyle in Benediktbeuern: „Glaubt an das Gute im Menschen!“

  • schließen

Ein grenzenloser Optimist, der nette Typ von nebenan - aber eben auch ein versierter Musiker: Gregor Meyle begeisterte sein Publikum beim Open Air-Konzert im Meierhof.

Benediktbeuern – Der Höhepunkt des Abends war der leiseste, intimste Moment. Gegen 22.30 Uhr verließen am Freitagabend der Songwriter Gregor Meyle und seine Band die Bühne, platzierten sich inmitten des Publikums im Maierhof und stimmten ohne Verstärker eine letzte Ballade an. Die Fans schlossen einen engen Kreis um das Musikergrüppchen, waren mucksmäuschenstill und befolgten die beiden Bedingungen, die Meyle gestellt hatte: „Lasst die Handys aus und seid bereit zuzuhören.“ Danach verabschiedete sich Meyle mit den Worten: „Seid lieb zueinander und glaubt an das Gute im Menschen!“

Gregor Meyle: ein unverbesserlicher Optimist

Zugabe und letzte Worte brachten auf den Punkt, was gut 1000 Zuschauer zuvor über zwei Stunden lang beim Open Air in Benediktbeuern erlebt hatten. Gregor Meyle präsentierte sich als grundsympathischer, unverbesserlich optimistischer Typ von nebenan, ein Künstler zum Anfassen, der lieber freundlich ist als cool und lieber bodenständig als ein Popstar.

Dabei hat der 38-Jährige aus der baden-württembergischen Kleinstadt Backnang dank zweier TV-Formate durchaus eine gewisse Prominenz erlangt. 2007 belegte er in einer Stefan-Raab-Castingshow den zweiten Platz. Nach reichlich Live-Auftritten und diversen Alben kam der große Durchbruch 2014, als er auf Einladung von Xavier Naidoo in der Sendereihe „Sing meinen Song“ auftrat, unter anderem neben Roger Cicero und Sarah Connor. Deren Interpretation von Meyles „Keine(r) ist wie du“ ist wohl bis heute der bekannteste Hit des Songwriters. In Benediktbeuern bot Meyle dieses Liebeskummer-Lied nur in Begleitung von Klavier und Geige dar.

Sonst war allerdings wesentlich mehr los auf der Bühne. Neun versierte Musiker sorgten mit Saxophon, Posaune, Trompete oder auch mal Querflöte und Flügelhorn, mit Bass, Gitarre, Klavier und zwei Geigen sowie mit der eindrucksvollen Stimme von Laura Bellon für ein reiches Klangspektrum.

Schöner, handgemachter Qualitäts-Liedermacher-Pop zum Wohlfühlen

Dementsprechend gut ins Ohr gingen Meyles Stücke, schöner deutscher handgemachter Qualitäts-Liedermacher-Pop zum Wohlfühlen, nicht eben kantig, aber mit genug Drive, um nicht langweilig zu werden. Es ist leicht, sich mit Meyles Texten zu identifizieren, denn Musik, Botschaft und Person sind hier völlig im Einklang. Während seine beiden Brüder am Merchandising-Stand im Maierhof standen, besang Gregor „ganz normale Leute“ – und gehörte zweifelsfrei dazu bei seinem Auftritt in Jeans und Schlabber-Sweatshirt. Ohne Hut und schwarze Hornbrille als seine Markenzeichen würde er kaum aus der Masse herausstechen.

Mit Hut, Hornbrille und Schlabberpulli: Gregor Meyle präsentierte sich als grundsympathischer Typ von nebenan.

Dazu plauderte er schnoddrig drauflos, wie „unfassbar alt“ doch das Kloster „Benediktbeuren“ sei. Wer wollte ihm widersprechen, wenn der sang: „Der rote Teppich stand dir nie so gut.“ Und so ließ sich das altersmäßig bunt gemischte Publikum gerne von Meyle aufbauen und immer wieder animieren, sich an den kleinen Dingen im Leben zu erfreuen und mit sich ins Reine zu kommen, wie der Sänger selbst: „Komm schon, es ist nicht alles ungerecht. Du liebst doch, was du tust. Du erwartest viel zu viel.“ Meyles Optimismus – manchmal knapp an der Grenze zur Binsenweisheit – schien sogar die dunklen Wolken am Himmel gnädig zu stimmen, aus denen nur vereinzelt Regentropfen fielen. Bei Hits wie „Niemand“, „Hier spricht dein Herz“ oder „Du bist das Licht“ sangen die Zuhörer eifrig mit. Letzteres Lied bot Meyle als Hommage an den 2016 verstorbenen Roger Cicero dar, der 2012 im Maierhof aufgetreten war. Applaus gab es, als Meyle sagte, er sei „stolz auf dieses Land, das 1,5 Millionen Menschen aufgenommen hat“, wobei es ihm „nicht um Politik, sondern um Menschlichkeit“ gehe. Am Ende hatte sich bei den Konzertbesuchern wohl ganz unmerklich eine typische Textzeile Meyles bewahrheitet: „Behalt dein Lächeln im Gesicht.“

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Hans Söllner live auf dem Summer Village
Hans Söllner live auf dem Summer Village
Kollision in Bad Heilbrunn: Drei Verletzte
Ein Kochler (80) gerät auf die Gegenfahrbahn, streift einen entgegenkommenden Wagen und kracht dann frontal in einen weiteren. Die Unfallbilanz in Bad Heilbrunn am …
Kollision in Bad Heilbrunn: Drei Verletzte
Toni Lautenbacher und Regina Danner gewinnen Hohenburger Schlosslauf
Toni Lautenbacher und Regina Danner gewinnen Hohenburger Schlosslauf
Wunsch an die Beurer „Flugschüler“: Immer die richtige Höhe halten
22 Schüler der Mittelschule Benediktbeuern haben den Quali bestanden - fünf davon mit einer 1 vor dem Komma.
Wunsch an die Beurer „Flugschüler“: Immer die richtige Höhe halten

Kommentare