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Dass die Ordensgemeinschaft der Salesianer am Kloster-Großparkplatz eine Schranke errichten wird, um das Areal gebührenpflichtig zu machen, hatte vor Kurzem hohe Wellen geschlagen.

Ordensgemeinschaft will neue Strukturen schaffen

Parkplatz-Schranke: Kloster Benediktbeuern feilt an Details

  • Christiane Mühlbauer
    vonChristiane Mühlbauer
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Die Salesianer Don Boscos wollen auf dem großen Klosterparkplatz neue Strukturen schaffen. Ab Ende April wird er gebührenpflichtig.

Benediktbeuern – Dass die Ordensgemeinschaft der Salesianer am Kloster-Großparkplatz eine Schranke errichten wird, um das Areal gebührenpflichtig zu machen, hatte vor Kurzem hohe Wellen geschlagen – vor allem auch die Tatsache, dass der Orden seine Pläne vorab nicht detailliert kommuniziert hatte (wir berichteten). Gemeinde, Kirchenverwaltung und die Hochschule als Mieterin fühlten sich vor den Kopf gestoßen.

Es sei in Sachen Kommunikation nicht „glücklich gelaufen“, entschuldigt sich Hilmar Gries, Verwaltungsleiter des Klosters. In den vergangenen Tagen gab es nun Gespräche mit der Trägerin der Hochschule und mit der Kirchenverwaltung. Jetzt versucht man gemeinsam, Lösungen zu erarbeiten.

„Im Vorfeld herrschte bei uns Unsicherheit, denn niemand wusste, was am Kloster jetzt genau kommen wird“, sagt Josef Ortlieb von der Kirchenverwaltung. Wie berichtet, wird überlegt, eine Stunde kostenlos parken zu können, damit man für Gottesdienstbesuche oder für die Grabpflege nichts bezahlen muss. „Allerdings dauert beides manchmal länger“, sagt Ortlieb. Und auch an hohen Feiertagen muss eine reibungslose Zu- und Abfahrt vom Klosterparkplatz geregelt sein, fordert die Kirchenverwaltung.

Vergabe für die Studenten wird schwierig

Auch die Trägerin der Hochschule war verschnupft. Zwar wusste sie schon seit Dezember, dass die Salesianer eine Schranke bauen, allerdings gab es keine konkreten Informationen über die praktische Umsetzung für Parkplatznutzer. „Das Kloster muss garantieren, dass 50 Parkplätze für Studierende da sind“, sagte Franz Pany, Stiftungsdirektor der Katholischen Bildungsstätten für Sozialberufe in Bayern, im Gespräch mit unserer Zeitung. Auch für die Mitarbeiter müssten ausreichend Stellplätze gewährleistet werden.

Das Fundament ist schon betoniert: Hier wird bald der Parkscheinautomat stehen. 

Die Ordensgemeinschaft bemüht sich nun überall, die Wogen zu glätten. Verwaltungsleiter Hilmar Gries und Pater Claudius Amann führten zahlreiche Gespräche. „Wir haben verschiedene Modelle durchgesprochen, um größtmöglich alle Wünsche abdecken zu können“, berichtet Gries nach dem Gespräch mit der Kirchenverwaltung vergangene Woche. Man könne nachvollziehen, dass Kirchen- und Friedhofsbesucher eine längere Verweildauer wünschen. „Wir müssen jetzt schauen, welche technischen Möglichkeiten das Ticket-System bietet.“ Von Seiten der Kirchenverwaltung gibt es die Idee, sonntags von 9 bis 12 Uhr die Schranke generell offen zu lassen. Der Gottesdienst beginnt um 10 Uhr.

Höchstgebühr: 10 Euro pro Tag

Geplant ist derzeit, dass die erste Stunde frei ist und jede weitere 50 Cent kostet, die Höchstgebühr pro Tag soll 10 Euro betragen. „Es wird auf jeden Fall zwischen Kurzzeit- und Dauerparkern unterschieden“, sagt Gries. Ziel sei nach wie vor, mit der Schranke Ende April zu starten. Am Anfang werde es bei bestimmten Modellen eine Testphase geben, die man dann nach zirka einem halben Jahr auswerten wolle. „Dann sehen wir ja, wo und wie Nachbesserungsbedarf besteht“, sagt Gries. Man werde das auf jeden Fall kommunizieren. Auch für die Studenten und die Hochschulmitarbeiter werde es Modelle geben.

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Apropos Studenten: Hier sieht sich die Verwaltung vor einer komplizierten Aufgabe, denn die Frage ist, welcher Student einen Parkplatz bekommt. Wie vor Kurzem berichtet, pendeln immer mehr Studenten, bedingt durch Wohnungsnot und unzureichenden öffentlichen Nahverkehr. Alle rund 600 Studenten, erklärt Pany, haben eine „Legi-Card“, mit der sie die Infrastruktur der Hochschule nutzen können, etwa das Essen in der Mensa. Die Parkberechtigung soll auf dieser Karte gespeichert werden. „Aber ich kann mich ja nicht in die Mensa stellen und die 50 Chips in die Menge werfen“, sagt Pany.

Extra Stellplätze für Busse, Wohnmobile und Mitarbeiter

Die Salesianer sehen die Schranke nur als ersten Schritt zu einem Park-Gesamtkonzept, so Gries. Mittelfristig soll es auch einen Wohnmobil- und Bus-Parkplatz sowie einen separaten Mitarbeiter-Parkplatz geben, und zwar im Bereich der Energiezentrale. „Hierfür brauchen wir aber noch ein genehmigungsrechtliches Verfahren, das wir noch anstrengen müssen.“

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Mittelfristig soll es auch E-Ladesäulen geben. Derzeit sei das Leistungsniveau dafür am Kloster noch nicht ausreichend. „Da müssen wir noch mit unserem Provider sprechen.“ Generell, sagt Gries, will das Kloster durch die zahlreichen Touristen auch Einnahmegebühren von dieser Seite gewinnen. Noch im Gespräch sei, eventuell die Parkbuchten zu markieren. Die Fläche werde jedoch nicht asphaltiert. „Wir möchten keine Flächen versiegeln.“ Das widerspräche auch der ökologischen Ausrichtung der Ordensgemeinschaft.

Von Seiten der Kirchenverwaltung kommt durchaus Verständnis für die Maßnahmen der Salesianer. „Wir können das grundsätzlich schon nachvollziehen“, sagt Ortlieb. Durch das Kloster geschehen hier „auch viele gute Dinge, und die Salesianer brauchen die Einnahmen“. Man sei jedenfalls optimistisch, dass man eine einvernehmliche Lösung finde. Mit der Gemeinde soll es in Kürze eine Besprechung geben.

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