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Festtag für die Patrona Bavariae: Pfarrer Pater Heiner Heim (Mitte) hielt den Gottesdienst vor über 4000 Gebirgsschützen in Benediktbeuern. 

Patronatstag in Benediktbeuern

Gebirgsschützen sind „das Beste, was Bayern zu bieten hat“

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Das Wetter ließ es nicht anders zu: Der Patronatstag 2019 der bayerischen Gebirgsschützen in Benediktbeuern fand im Festzelt statt – inklusive des Gottesdienstes. Die Laune ließen sich die über 4000 Gäste aus 47 Kompanien aber nicht verderben.

Benediktbeuern– Der Blick auf den Wetterbericht machte den Schritt notwendig: Die Gastgeber des Patronatstags in Benediktbeuern entschlossen sich, den Gottesdienst ins Festzelt zu verlegen, Kirchen- und Festzug ausfallen zu lassen.

Die Gebirgsschützen waren dann am Sonntagmorgen auch redlich bemüht, eine feierliche Atmosphäre zu schaffen. „Bierkrüge vom Tisch“, hieß es zehn Minuten vor Beginn des offiziellen Festteils.

„Ich werde oft gefragt: Wie zeitgemäß sind die Gebirgsschützen noch?“, sagte Landeshauptmann Martin Haberfellner in seiner Begrüßung. Dabei sei es gerade das Beharrungsvermögen, das die Schützen ausmache. Er sprach von dem „besonderen Ort“ Benediktbeuern, an dem die Patrona Bavariae in diesem Jahr geehrt werde. Die Patronin, die Muttergottes, der auch die Kirche „Notre-Dame“ in Paris gewidmet ist. „Der Brand von Notre-Dame hat uns an unsere wahren Wurzeln erinnert“, sagte Haberfellner. Das christliche Abendland müsse zusammenhalten. Zusammenhalt sei notwendig gewesen, als jetzt die EU schärfere Waffenregeln für Gebirgsschützen durchsetzen wollte. „Wir haben heftigst protestiert“, so Haberfellner. Mit Erfolg: „Der rechtliche Rahmen wird so bleiben, wie er war“, sagte er unter Jubel der Anwesenden.

Hanns-Frank Seller, Benediktbeuerns amtierender Bürgermeister, freute sich darüber, dass das Klosterdorf bereits zum vierten Mal den Patronatstag ausrichten dürfe. „Unser Dorf ist historisches Ursprungsland der Gebirgsschützen.“ Heutzutage würden die Schützen ihre Heimat weniger mit Waffen aber mehr mit dem Herzen verteidigen. „In der heutigen Schnelllebigkeit, der eloquenten Oberflächlichkeit müssen wir festhalten an unserer Kultur.“

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Es sei ein besonderes Fest für den Alpenraum, sagte Pfarrer Pater Heiner Heim in seiner Predigt. Denn neben den bayerischen Kompanien waren auch Abordnungen aus Tirol und Südtirol gekommen. In der heutigen Zeit sei „Nachhaltigkeit“ ein wichtiger Begriff geworden. Man solle nicht kurzfristig sondern zukunftsorientiert handeln, „nicht vom Kapital leben, sondern von den Zinsen“. Aber das Kapital werde immer mehr aufgebraucht und sei in Gefahr. Es gehe nicht nur darum, Kulturschätze zu erhalten, sondern auch Brauchtum und den christlichen Glauben. „Wir brauchen Menschen, die aus dem Evangelium Kraft schöpfen.“ Bei den Gebirgsschützen sei die Tradition untrennbar mit dem christlichen Glauben verknüpft. Wenn man diesen mit in den Alltag nehme, könne man für eine Nachhaltigkeit des Glaubens sorgen.

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Er sei zuletzt viel gereist, unter anderem nach Bulgarien und Kroatien, sagte Ministerpräsident Markus Söder in seiner Festrede. Immer wieder sei ihm aufgefallen, dass Bayern im Ausland als eigener Teil gesehen werde. „Ich finde das gut.“ Es habe aber auch einen Grund, warum Bayern in der Welt besonders geachtet sei: Natürlich seien es die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, die Produkte und die erfolgreichen Fußballvereine – „also einen“, sagte er in Anspielung an seinen abstiegsgefährdeten FC Nürnberg. Aber auch die Kultur und die Tradition „machen unser Land so stark“. Einen besonderen Teil würden die Gebirgsschützen dazu beitragen. So komme es nicht von ungefähr, dass die Schützen auch beim Empfang von Prinz Charles kommende Woche in München – „ich werde ihm sagen, dass langes Warten sich lohnen kann“ – mit dabei sein werden. „In Zeiten, in denen der Glaube scheinbar abnimmt, müssen wir ein Zeichen setzen“, sagte Söder. „Mit Optimismus ist jede Menge zu erreichen.“

Patronatstag der Gebirgsschützen 2019 in Benediktbeuern – Bilder

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