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Silvia Schaab (re.) erklärte den Teilnehmern Anfang März im ZUK, wie der Verzicht auf Plastik praktisch umsetzbar ist.

Plastikfasten-Aktion des ZUK

„Es geht um die Müllvermeidung“

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Wie kann man seinen Alltag ohne Plastik gestalten? Rund 50 Personen aus dem südlichen Landkreis beteiligen sich derzeit wieder an der „Plastikfasten“-Aktion des Zentrums für Umwelt und Kultur (ZUK) in Benediktbeuern.

Benediktbeuern–  Unsere Zeitung berichtet jede Woche über eine Familie aus Bichl, welche Erfahrungen sie in diesen vier Wochen sammelt. Das Interesse daran ist groß, aber es gibt auch Fragen. Zum Beispiel: Ist es ökologisch sinnvoll, zum Einkaufen mit dem Auto einen weiten Weg zurückzulegen, nur um Produkte ohne Plastik zu bekommen? Was soll man mit gewohnten Kosmetikartikeln tun, zum Beispiel Duschgels und Wattepads in Plastikverpackung? Und muss die Zahnbürste jetzt in den Müll und durch eine aus Bambus ersetzt werden? 

„Uns ist schon klar, dass man bei dieser Aktion an Grenzen kommt“, sagt Doris Linke, die das Projekt im ZUK betreut. Mit der Plastikfasten-Aktion wolle man Denkanstöße geben, etwas im Alltag zu verändern. „Im Kern geht es um die Müllvermeidung“, sagt Linke. „Wir leben heute in einer Wegwerf-Gesellschaft, in der man oft gedankenlos einkauft.“ Dagegen wolle man ein Zeichen setzen und die Teilnehmer zum bewussten Nachdenken über den Alltag anregen. „Es geht darum, dass man lernt, in kleinen Schritten umzudenken.“, sagt Linke.

Doris Linke

An der Aktion beteiligen sich sowohl Frauen als auch Männer. „Es sind in etwa gleich viel“, sagt Linke. Beim ersten Treffen haben sie von Silvia Schaab erfahren, wie man im Alltag auf einfache Weise möglichst viel Plastik vermeiden kann. Die Augsburgerin lebt selbst seit einigen Jahren plastikfrei, gibt ihre Erfahrungen in einem Blog weiter und ist bayernweit eine gefragte Referentin geworden. „Wichtig ist, Schritt für Schritt zu beginnen“, sagt Schaab im Gespräch mit unserer Zeitung. Wer gleich alles umstellen wolle, verzweifle und gebe frustriert wieder auf.

Auch Schaab hält es für wenig sinnvoll, nur für den plastikfreien Einkauf in die nächste Großstadt zu fahren. „Besser ist es, zu schauen, was örtliche Läden im Glas oder Papier anbieten.“ Damit einher gehe Planung beim Einkaufen. „Denn oft ist es ja so, dass die Menge, die man im Plastikbehälter bekommt, viel zu viel ist.“

Wie sieht der plastikfreie Alltag bei der fünfköpfigen Familie Schaab konkret aus? „Statt Duschgel verwenden wir zum Beispiel cremige Ölseifen. Da gibt es tolle Produkte“, sagt die Mutter. Gleiches gebe es auch für die Haare. Wenn etwas einzufrieren ist, nutzt sie Glas oder nimmt gleich die Bäckertüte. Auch haushaltsübliche Putzmittel stellt sie selbst her, etwa aus Natron, Soda und Zitronensäure. Auch Doris Linke hat begonnen, im Alltag einiges zu verändern. „Aber natürlich: man wird jeden Tag vor zeitliche und ökologische Entscheidungen gestellt“, sagt sie. Darauf müsse jeder selbst eine individuelle Antwort finden – und den Weg beschreiten, der der sinnvollste sei. „Ich habe zum Beispiel keine Möglichkeit, Klopapier ohne Plastikverpackung zu kaufen“, sagt Linke. Nudeln hingegen biete eine bekannte italienische Firma im Papierkarton an. Wenn Linke in den Supermarkt geht, hat sie zum Beispiel für loses Obst oder Salat kleine Stoffbeutel dabei. „An der Kasse gab es nur positive Reaktionen“, berichtet sie. Die Beutelchen werden mitgewogen. Linke näht diese selbst, aus dünnem Stoff. „Es sind diese kleinen Schritte, mit denen man einiges verändern kann“, sagt Linke.

Weitere Infos: Der Blog von Silvia Schaab ist auf www.gruenerwirdsnimmer.de zu finden. Zur Information, Vorbereitung und Umsetzung empfiehlt das ZUK auch diese Seiten: www.besser-leben-ohne-plastik.de/der-blog; www.plastikfasten.info; www.wwf.de/themen-projekte/meere-kuesten/unsere-ozeane-versinken-im-plastikmuell und www.theoceancleanup.com.

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