Regelmäßige Kontrollgänge unternimmt Pater Karl Geißinger (re.) zum Dorfbach, der am Maierhof vorbeifließt. Eine Biber-Familie hat dort einen Damm gebaut und einige Äste komplett abgenagt.
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Regelmäßige Kontrollgänge unternimmt Pater Karl Geißinger (re.) zum Dorfbach, der am Maierhof vorbeifließt. Eine Biber-Familie hat dort einen Damm gebaut und einige Äste komplett abgenagt.

Pater Geißinger: „Eine Bereicherung“

Biber und Dachs werden am Maierhof heimisch: Kleiner Stausee vor dem Kloster Benediktbeuern

Benediktbeuern – Das Kloster Benediktbeuern hat einige neue, sehr aktive Gäste: Biber haben den Dorfbach aufgestaut und unmittelbar vor dem Maierhof einen kleinen Stausee geschaffen. Ein paar Meter weiter hat ein Dachs ein Höhlensystem mit fünf großen Eingängen angelegt.

Benediktbeuern - „Wir freuen uns – das ist durchaus eine Bereicherung für das Kloster“, sagt Pater Karl Geißinger, Leiter des Zentrums für Umwelt und Kultur. Einige Benediktbeurer sehen die Aktivitäten der Biber kritisch. Geißinger kennt diese Bedenken, findet aber „dass man da keine Ideologie draus machen sollte“. Bisher gebe es schließlich keine Probleme. „Die Biber-Familie ist sehr aktiv, aber wir haben uns gut damit arrangiert.“ Täglich unternimmt er Kontrollgänge, um zu sehen, ob es die Tiere mit dem Wasseraufstauen übertreiben. Gegebenenfalls müsse man den einen oder anderen Ast entfernen, damit das Wasser aus dem Dorfbach ungehindert abfließen kann. Es bestehe für den Maierhof keine Gefahr, da das Wasser notfalls über ein altes Rohrsystem, das direkt am Maierhof entlangführt, abfließen kann.

Die Biber interessieren sich aber nicht nur für das Gewässer, sondern auch für die Bäume in der Nähe. Einige haben die Biber schon komplett abgenagt, weshalb das Kloster sicherheitshalber alle für den Biber interessanten Gewächse eingezäunt hat – unter anderem Mehlbeeren, Pappeln und Nussbäume.

Ein aktiver Dachs hat in der Nähe des Erlebnisbiotops ein Höhlensystem mit fünf großen Eingängen geschaffen.

Völlig unbedenklich sei die Situation am Erlebnisbiotop, wo die Biber ebenfalls einen Weiher aufgestaut haben: „Da sind auch keine landwirtschaftlichen Flächen oder Wege betroffen“, betont Geißinger. Er hält es für völlig sinnlos, den Biber zu vertreiben, da das Revier dann sofort von einem anderen Tier nachbesetzt wird: „Sie orientieren sich an Duftstoffen, die von anderen Bibern abgegeben werden“, erläutert der Umwelt-Fachmann. „Sie können die Duftstoffe über mehrere Kilometer riechen. Wenn diese Duftstoffe fehlen, kommen sofort die nächsten Biber. “ Die extrem feine Nase der Tiere hilft Geißinger bei Führungen. Er kippt dann etwas Apfelsaft in den Dorfbach und legt Apfelstücke aus. Die Biber registrieren dies sofort, denn Äpfel zählen zu ihren Lieblingsspeisen. Die Tiere suchen und finden die Futterquelle – und die Besucher können sie in aller Ruhe dabei beobachten.

Überraschend kam für Geißinger, dass sich nun auch noch ein Dachs in der Nähe des Klosters angesiedelt hat – diese Tiere seien eine echte Seltenheit: „In den vergangenen 20 Jahren ist mir in diesem Bereich überhaupt kein Dachs mehr aufgefallen.“ Der Dachs gräbt Gänge in einen Hügel nahe des Erlebnisbiotops. Ein Fuchs nutzte die Gunst der Stunde und zog in einem Teilbereich der Dachshöhle ein. Er werde zwar vom Dachs attackiert, sagt Geißinger, „aber der Fuchs setzt sich da schon durch“. Dass er in der Dachshöhle wohne, erkenne man an den zerbissenen Grablichtern, erläutert Geißinger. „Der Fuchs holt sich die Lichter in der Nacht vom Friedhof, beißt sie auf und frisst das Pflanzenfett, das der Brennstoff ist. So was würde ein Dachs nicht machen.“ Die Meisen würden dann das restliche Fett herauspicken. (Patrick Staar)

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