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Am Sonntag, 10. Juli, feiert der aus dem Klosterdorf stammende Neupriester Johannes Hamm seine Primiz in der Basilika – als Pater Moses.

Priesterweihe

Pater Moses feiert Primiz in der Basilika

Benediktbeuern –  Großer Festtag für die Pfarrei Benediktbeuern: Am Sonntag, 10. Juli, feiert der aus dem Klosterdorf stammende Neupriester Johannes Hamm seine Primiz in der Basilika – als Pater Moses.

Ein Jungpriester ist in Benediktbeuern längst nichts Ungewöhnliches. Viele Salesianerpatres haben bis zur Schließung der Ordenshochschule nicht nur im Kloster studiert, sondern sind in Benediktbeuern auch zum Priester geweiht worden.

Das ist nun Geschichte. Aber, dass ein in Benediktbeuern aufgewachsener Mann die Priesterweihe erfährt, daran können sich selbst ältere Pfarrangehörige nur schwer erinnern. Um so mehr freut sich Pfarrer Heiner Heim über die bevorstehende Feier. „Das wird ein großer Festtag für die Pfarrei.“

Johannes HammPater Moses

Er kennt die Familie seit Langem. Johannes Hamm war zusammen mit seinem Zwillingsbruder lange Jahre Ministrant in der Pfarrei. Jetzt gehört er dem Orden der Zisterzienser an und lebt im Stift Heiligenkreuz bei Wien. Das Priestertum wird nun sein Zweitberuf. Hamm hat Kunstgeschichte studiert und promoviert. „Vor meinem Ordenseintritt habe ich zwei Jahre in einem Pfarrhaus in Nürnberg mitgelebt, während ich meinem weltlichen Beruf am Germanischen Nationalmuseum weiter nachgegangen bin“, so der 38-Jährige. Beim Besuch eines Marienwallfahrtsorts ist ihm an Silvester 2006 nämlich bewusst geworden, „dass ich eine Bekehrung brauchte“. In der Folgezeit hat Hamm „eine im Grunde unaufrichtige Beziehung beendet und versucht, auf tieferliegende Sehnsüchte meines Herzens zu achten“.

Ein Jahr später machte Hamm wieder eine Wallfahrt. „Dabei fragte mich ein Priester, ob ich mir schon einmal die Frage nach einer möglichen Berufung zum Priestertum gestellt hätte. Das war das erste Mal, dass mich diese Frage sehr tief in meiner Existenz getroffen hat.“ Bald habe er gespürt „dass an dieser Frage ziemlich viel dran sein könnte“.

2010 ist Hamm in das Stift Heiligenkreuz eingetreten. „Dabei ist es üblich, dass man für den Ordensnamen drei Vorschläge aus einer Liste mit Namensangeboten ankreuzt, von denen der Abt einen auswählt und bei der Einkleidung zum ersten Mal nennt.“ Hamm wollte Moses dabei haben, „weil der heilige Moses mir ein großes Vorbild als Beter ist und er die Gabe hatte, mit Gott von Angesicht zu Angesicht zu sprechen.

Als Pater Moses erhält Hamm nun am Samstag 11. Juni in Heiligenkreuz die Priesterweihe. Das Stift hat für ihn den „Charme einer sehr langen klösterlichen Tradition, aber zugleich eine erstaunliche Fähigkeit, die Chancen unserer Zeit für das Reich Gottes zu nutzen“.

Derzeit arbeitet Pater Moses in der Krankenpflege im Kloster und am Noviziatsunterricht mit. Er ist zudem auch Schriftleiter der Hauszeitschrift „Sancta Crux“. Nach der Priesterweihe wird Pater Moses einen seelsorglichen Dienst übernehmen. Die genaue Planung sei noch nicht abgeschlossen. Zunächst freut er sich erst mal auf die Primiz in der Heimat.

Alois Ostler

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