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In der Basilika Benediktbeuern feiert Pater Moses Hamm am Sonntag Primiz.

Primiz

Langer Weg zum Traumberuf Priester

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Benediktbeuern – Kommenden Sonntag feiert der Zisterzienser-Pater Moses Hamm seinen Primizgottesdienst in Benediktbeuern, wo ein Teil seiner Familie wohnt und auch er einige Zeit gelebt hat. Mit seinen 39 Jahren kennt der promovierte Kunsthistoriker ein weltliches Leben. Das hat ihn aber nie so erfüllt wie sein Dasein als Geistlicher.

Schon als Schulbub hat Johannes Hamm – so sein weltlicher Name – den Ruf Gottes tief in seinem Herzen gehört. „Ich war nur lange ein bisschen schwerhörig“, sagt der heute 39-Jährige mit einem Augenzwinkern und erzählt, wie er als Schulbub bei der Frage nach dem Berufswunsch „Priester“ in das Poesiealbum eines Klassenkameraden geschrieben hat. Später löschte er das Wort dann aber mit Tintenkiller wieder aus. „Man kann es aber noch heute erkennen“, sagt Pater Moses.

So leicht verschwindet eine solche Berufung eben nicht, schon gar nicht aus dem Herzen des gebürtigen Nordrhein-Westfalen, der mit seinen 39 Jahren am Sonntag in Benediktbeuern seinen Primizgottesdienst feiert. Bis zu diesem Punkt in seinem Leben war es ein langer Prozess.

Pater Moses Hamm feiert am Sonntag Primiz in Benediktbeuern

Denn nach seinem Abitur entschied sich Pater Moses zunächst dafür, Kunstgeschichte, Bayerische Kirchengeschichte und Geschichtliche Hilfswissenschaften in München zu studieren. 2007 promovierte Hamm und begann, im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg als Wissenschaftlicher Volontär zu arbeiten. Hamm war gut in seinem Beruf, spürte jedoch schnell, das der Job ihn nicht ausfüllt. „Ich wollte im Kontakt mit Menschen etwas wirklich Sinnvolles tun“, sagt Hamm rückblickend. Auch privat merkte der junge Mann etwa zu diesem Zeitpunkt, dass ihm etwas in seinem Leben fehlte. „Ich hatte teilweise eine Freundin, wusste aber selbst nicht, wo das hinführen soll.“ Zum Jahreswechsel 2007/2008 schließlich begann der „Prozess der Erneuerung und Glaubensfindung“, wie Hamm es ausdrückt. Ausgelöst wurde er durch die Frage eines Priesters, ob er sich nicht vorstellen könne, einen geistlichen Weg einzuschlagen. Fast zwei Jahre lang arbeitete es in Hamm. Er hatte Zweifel, ob das Leben als Priester wirklich das Richtige für ihn ist. Die gängigen Vorurteile machten ihm zu schaffen, und auch in seinem Familien- und Freundeskreis waren nicht alle begeistert von seinen Überlegungen – allen voran sein inzwischen verstorbener Vater.

Schnell änderte der aber seine Meinung, als er merkte, dass der Glaube seinem Sohn wirklich eine Herzensangelegenheit ist. Er besuchte seinen Filius auch ein paar Mal im Zisterzienser-Stift Heiligenkreuz in Österreich, wo Hamm im Oktober 2009 seine Kandidatur und ein Theologie-Studium an der dortigen Hochschule begann. Bei den Zisterziensern spielt die Muttergottes eine besondere Rolle – einer der Hauptgründe, warum sich Hamm für diesen Orden innerhalb der römisch-katholischen Kirche entschieden hat.

Zurzeit arbeitet Pater Moses im Stift unter anderem im Krankendienst und gibt Seminare an der Uni. Ab September wechselt er in ein Tochterkloster des Ordens nach Bochum-Stiepel, wo er für die jungen Mönche zuständig sein wird. Eine Aufgabe, auf die sich der Pater schon sehr freut. Schließlich weiß er aus eigener Erfahrung um die Zweifel und Herausforderungen, mit denen die Mönche zu kämpfen haben. „Man muss in diese Lebensform erst hineinwachsen“, sagt Pater Moses, der den Nachwuchs-Geistlichen Mut machen möchte, ihrem Herzen zu folgen – auch wenn man dafür manchmal von dem ein oder anderen schräg angeschaut werde.

Ihn selbst plagen inzwischen keine Zweifel mehr. „Ich spüre nur noch eine große Dankbarkeit und Freude, wovor alles andere verblasst.“ Auch heikle Themen wie das Zölibat sind vor diesem Hintergrund kein Thema mehr für den 39-Jährigen. „Es kommt darauf an, dass man wirklich und echt liebt“, sagt Pater Moses. Und das tut er – nur eben keine Frau, sondern Gott.

Spatzenmesse zum Fest

Der Primizgottesdienst am Sonntag, 10. Juli, beginnt um 10 Uhr in der Basilika in Benediktbeuern. Zu diesem besonderen Anlass singt der Basilikachor anspruchsvolle Werke von Mozart und dessen „Spatzenmesse“. Nach dem Gottesdienst findet im Klosterhof das Pfarrfest von St. Benedikt statt. Den Primizsegen spendet Pater Moses bei einer Dankandacht, die um 19 Uhr in der Basilika beginnt.

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