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Ursula Kirsch nimmt Abschied vom „Kirschplatz“.

Rektorin Ursula Kirsch aus Benediktbeuern in den Ruhestand verabschiedet

Das Selbstvertrauen der Kinder fördern

Besonnen und ruhig nahm sie Abschied: Nach 17 Jahren geht Ursula Kirsch als Rektorin der Grund- und Mittelschule Benediktbeuern in den Ruhestand.

Benediktbeuern Bei der Schlussveranstaltung des Schuljahres fasste sie noch einmal zusammen, worauf sie immer Wert gelegt hatte: „Es ist nicht cool, unverschämt zu sein, sondern seine Fähigkeiten zu zeigen“, sagte sie den Fünft- bis Neuntklässlern. Keiner von ihnen müsse ein geringes Selbstvertrauen haben, weil er oder sie auf eine Mittelschule gehe. „Wir haben sehr gute Abschlüsse“, betonte sie.

Sie habe ihren Traumberuf gehabt, so Kirsch zu den Jugendlichen, dafür müsse man sich aber anstrengen. Lebenskompetenzen erwerben ab der ersten Klasse, einen fairen Umgang und ein gesundes Selbstvertrauen der Kinder fördern: Das waren Ziele ihrer ihrer Arbeit. Als wichtigste Etappen in ihrer Laufbahn nannte Kirsch die Einführung des Ganztagsunterrichts und der Suchtprävention. Letzteres sei das Grundprinzip beim Erlernen von Selbstverantwortung. „Die Kinder sollten hier lernen, sich etwas zuzutrauen“, erklärte Kirsch. Dann bräuchten sie auch keine Drogen. Ihre Schule war die erste Einrichtung des Landkreises, die drei Jahre lang Pilotprojekt für Suchtprävention war. „Dem folgte ein Baustein nach dem anderen. Sucht bedeutet heute nicht nur Alkohol oder Nikotin“, so Kirsch. Auch die Nutzung des Internets gehöre als neue Suchtform dazu.

Zur Förderung des Selbstvertrauens gehörten auch Ehrungen, beispielsweise der Juniorhelfer aus den Reihen der Schüler. „Darunter sind viele ADHS-Kinder, die sehr hilfsbereit und einfühlsam sind“, so Kirsch. „Das geht oft unter, wenn sie auffällig werden und geschimpft bekommen.“ In speziellen Stunden an der Mittelschule lernen diese Kinder, mit ihrer Krankheit umzugehen. Im Ganztagsbetrieb sei den Kindern in Arbeitsgruppen vernünftige Freizeitgestaltung angeboten worden. Beispielsweise gehe eine Gruppe zu Senioren und mache Spiele mit ihnen. „Wir haben gefördert, was zur Stabilisierung der Persönlichkeit beiträgt.“ Ihre Ziele seien von dem innovativen Kollegium unterstützt worden. Gemeinsam hätten sie Angebote in die Wege geleitet, die nicht unbedingt im Lehrplan standen. So fand in der Beurer Mittelschule auch schon früh selbstständiges Arbeiten statt.

Konflikten ist die 65-Jährige nicht aus dem Weg gegangen. „Mir war wichtig, Probleme offen zu bereinigen, um gut zusammen weiterarbeiten zu können“, so Kirsch. Kirsch wünscht ihrem Nachfolger, dass die gute Schulatmosphäre erhalten bleibt. „Jetzt kann ich Dinge machen, für die ich bisher zu wenig Zeit hatte“, freut sich Kirsch. Das sind vor allem Ausschlafen und Ausflüge in die Berge.  (Birgit Botzenhart)

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