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Der Umgang mit der Sense will gelernt sein: Hier zeigt Cosima Miess ihr Können. Mittlerweile gibt es auch ergonomisch geformte Sensenstiele. 

Vorträge und praktische Übungen

Richtig Grasmähen: Gelernt beim Sensenfachtag im ZUK

Grasmähen kann man auch wissenschaftlich betrachten: So wie es Otto Gion tut. Er hat das Wort „Sensologie“ erfunden und schulte nun zum zweiten Mal Kursteilnehmer am Zentrum für Umwelt und Kultur in Benediktbeuern.

Benediktbeuern – Sehr viele Neuigkeiten rund um die Sense erfuhren die 22 Teilnehmer vor Kurzem beim „Sensologen-Kongress“ im Zentrum für Umwelt und Kultur (ZUK) in Benediktbeuern. Die „Sensologie“ ist eine Wortschöpfung von Otto Gion. Der Benediktbeurer gibt seit Jahren Sensen-Kurse im ZUK und lud nun zum zweiten Mal zu einem „Kongress“ ein, um das Wissen zu vertiefen.

Gion hielt einen illustren Vortrag, in dem er verschiedene Methoden des Grasmähens vorstellte, von anno dazumal bis heute. Umfassend kamen dabei auch notwendige Vorbereitungen und Sicherheitsaspekte beim Umgang mit der Sense zur Sprache – vom fachgerechten Einstellen der Sense über Dengeln und Wetzen, sichere Handhabung von Zubehörgeräten bis hin zur richtigen Sensen-Haltung beim Mähen.

Besonderer Gast der Veranstaltung war Klaus Perthmayr, Betriebsleiter der Firma Schröckenfux in Oberösterreich. Er berichtete aus der Firmengeschichte der 477 Jahre alten Sensenschmiede, die seit 2014 zum Unesco-Weltkulturerbe gehört. Ein Film veranschaulichte die 25 Arbeitsschritte zur Fertigung eines Sensenblattes.

Mittlerweile gibt es auch ergonomisch geformte Sensenstiele. Schreiner Klaus Wehrwein zeigte den von ihm entwickelten ergonomischen Sensenstiel, der durch variabel verstellbare Griffe exakt auf jede Körpergröße individuell eingestellt werden kann – das Modell heißt übrigens „Otto 1“.

Das Wissen, das an diesem Tag vermittelt wurde, war umfangreich. Die Teilnehmer konnten auch einen etwa 100 Jahre alten Quetschdengler ausprobieren und fachgerecht zur Schärfung des Sensenblattes einsetzen. Zum Abschluss gab es einen kleinen Wettbewerb, bei dem man sein Können geschickt unter Beweis stellen konnte.

Aufgrund der positiven Resonanz wird auch 2018 ein Fachtag zur Sensenmahd geplant. Um die Zusammengehörigkeit mit dem ZUK zu unterstreichen, schlug Otto Gion vor, ein „Zentrum für angewandte Sensologie (ZAS)“ als eine Art Dachverband für die inzwischen laut Gion „schon recht große Familie der Sensologinnen und Sensologen“ zu etablieren.

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