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Will Bürgermeister von Benediktbeuern werden: Toni Ortlieb (li.). Seine Liste stellte ihn einstimmig auf. Einer der ersten Gratulanten war Florian Streibl, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler im Landtag. 

Nominierung der Benediktbeurer Bürgervereinigung

Rückenwind für Toni Ortlieb: Einstimmiges Votum für Bürgermeisterkandidaten

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Einstimmig hat die „Benediktbeurer Bürgervereinigung“ Toni Ortlieb am Dienstag zu ihrem Bürgermeisterkandidaten gekürt. Der 45-Jährige stellte sein Programm vor. Die Neuwahl findet am 30. Juni statt.

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Benediktbeuern– Gut 50 Personen hatten sich am Dienstagabend im Gasthof Herzogstand eingefunden, um Ortliebs Nominierung beizuwohnen. Unter den Gästen waren auch Florian Streibl, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler im Landtag, und die FW-Kreisvorsitzende Susanne Merk aus Gaißach. Gekommen waren aber auchGemeinderatskollegen, interessierte Bürger und einer von Ortliebs Konkurrenten, Rudi Mühlhans (Freie Bürgerliste Miteinander).

Es ist das erste Mal seit langer Zeit, dass die „Benediktbeurer Bürgervereinigung“ wieder einen Kandidaten fürs Bürgermeisteramt aufstellt (wir berichteten). Von den 32 Stimmberechtigten erhielt Ortlieb volle Unterstützung. Der 45-Jährige strahlte und bedankte sich für das Vertrauen: „Dann pack ma’s an“, sagte er nach der Wahl.

Zuvor hatte Ortlieb sich selbst und sein Wahlprogramm vorgestellt. Der Vater von drei Kindern arbeitet als Betriebswirt bei der Sparkasse in Bad Tölz und berät seit Jahren Firmen und alle 21 Kommunen im Landkreis in finanziellen Angelegenheiten. Er ist Vorstandsmitglied der Leader-Aktionsgruppe im Landkreis, welche EU-Fördermittel für die Region bereitstellt und betreut Projekte der Bürgerstiftung Energiewende Oberland. 

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In seiner Freizeit engagiert sich der Hobby-Imker als Zweiter Vorstand der Antlaßschützenkompanie, führt den Benediktbeurer Trommlerzug als Tambour-Major an und ist Kassenprüfer sowohl bei der Feuerwehr als auch beim Brauchtumsverein. Seit 2014 sitzt Ortlieb im Gemeinderat.

Mit Blick auf sein berufliches Engagement sagte Ortlieb, er wisse, vor welchen Herausforderungen die Kommunen in Zukunft stehen. „Zur Umsetzung bringe ich den nötigen Biss und die Ausdauer mit.“ Wichtig seien ihm „bürgernahe Kommunikation, eine transparente Entwicklung, solides Haushaltswirtschaften und ein sorgsamer Umgang mit der Umwelt“. Er habe Erfahrung aus der Praxis und sei in der Kommunalarbeit gut vernetzt, so Ortlieb. Als Bürgermeister lege er Wert auf eine „offene und vorausschauende Kommunikation zwischen Verwaltung, Gemeinderat und Bürger“, betonte Ortlieb und spielte damit auf Probleme in den vergangenen Jahren an. Unter anderem will er die Nutzung von digitalen Medien ausbauen und in den Dorferneuerungsprozess „frischen Wind“ bringen.

Das Thema Finanzen tauchte mehrmals als Schwerpunkt in seiner Rede auf. Die Verschuldung Benediktbeuerns liege noch immer über dem oberbayerischen Durchschnitt, sagte Ortlieb. Derzeit habe die Gemeinde hohe Steuereinnahmen, die zielgerichtet für die Rückführung von Verbindlichkeiten verwendet werden sollen. „Eine Entschuldung durch weitere Grundstücksverkäufe möchte ich aber soweit möglich vermeiden.“ Die Großprojekte in den vergangenen Jahren wie Schwimmbad-Renovierung, Breitbandausbau und neues Feuerwehrhaus seien richtig gewesen, betonte Ortlieb. In den kommenden Jahren müssen aber – unter anderem – Straßen saniert und weitere Kinderbetreuungsplätze geschaffen werden. Als eine Einnahmequelle hierfür sieht Ortlieb den Bau eines Mehrfamilienhauses, bezuschusst vom Freistaat. „Damit schaffen wir Mietwohnraum für Normalverdiener zu einem günstigeren Preis.“ Denn neben dem sozialen Wohnungsbau dürfe man die Normalverdiener und ihren Wohnraumbedarf nicht vernachlässigen.

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Ortlieb verspricht, als Bürgermeister auch die Belange der „kleinteiligen Landwirtschaft“ zu unterstützen und sich um den Wandel der Mobilität zu kümmern, etwa Bus- und Bahnverbindungen. „Ich will langfristig für die Kommune Verantwortung übernehmen und mit Ihnen zusammen die Zukunft gestalten.“

Anschließend gab es viel Applaus. Unter anderem meldete sich Mit-Konkurrent Rudi Mühlhans zu Wort: Der Wahlkampf werde „historisch“, denn „noch nie habe es drei Bürgermeister-Kandidaten in Benediktbeuern gegeben“. Mühlhans: „Ich schätze dich als Partner im Gemeinderat und hoffe, dass es auch so bleibt.“

Die Neuwahl findet am Sonntag, 30. Juni, statt. Ortlieb will jetzt Flyer verteilen und sich bei zwei Veranstaltungen den Bürgern vorstellen.

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