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Ein Kreisverkehr würde Raser ausbremsen und das Abbiegen erleichtern, so die Meinung im Gemeinderat.

Sanierung der Asamstraße in Benediktbeuern

Wunsch: Ein Kreisel auf der B11

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Die Gemeinde Benediktbeuern steht vor einem großen Straßenprojekt: Die Asamstraße, eine der zentralen Achsen im Dorf, ist seit Langem marode. Schon 2018 könnte mit der Sanierung begonnen werden.

Benediktbeuern – Ein Teil der Kosten wird auf die Anlieger umgelegt. Erste Informationen zum Projekt gab es nun von Ingenieur Wolfgang Heubeck im Gemeinderat. Anlieger verfolgten die Sitzung mit Interesse.

Die Asamstraße ist 324 Meter lang und zieht sich von der B 11 bis zur Dorfstraße. Laut Heubeck ist sie eine der ältesten und wichtigsten Achsen im Dorf. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Straße neu zu gestalten. „Aber je breiter man die Fahrbahn macht, desto schneller wird dort gefahren“, gab Heubeck zu bedenken. Sinnvoll sei eine Breite von fünf Metern, damit Autos und Lkw gut aneinander vorbeifahren können.

Derzeit gibt es einen Gehweg, aber nicht durchgehend und unterschiedlich breit. Die Gemeinderäte waren sich einig, dass ein Bürgersteig entlang der ganzen Straße schön wäre – und zwar möglichst mit Randstein, um zu vermeiden, dass Autofahrer im Begegnungsverkehr dorthin ausweichen.

Heubeck schlug vor, es an der Einmündung zur B 11 „mit einem Kreisverkehr zu versuchen“. Damit rannte er bei Bürgermeister Hans Kiefersauer offene Türen ein. Wohlwissend, dass das Straßenbauamt in Weilheim kein Fan von Kreiseln sei, „sollten wir diese Idee nicht aufgeben. In anderen Landkreisen geht das schließlich auch“, sagte Kiefersauer. Ein Kreisverkehr könnte zum Beispiel auch dazu beitragen, „dass Motorradraser auf der B 11 langsamer fahren müssen“, sagte Rudi Mühlhans.

Hintergrund für die Idee war laut Heubeck aber eigentlich der Baum, der im Kreuzungsbereich steht. Sein Lebensraum sei klein, und größere Fahrzeuge könnten nur schwer nach links abbiegen. Bei einem Kreisverkehr könnte man dann seitlich Grünflächen anlegen. Apropos Bäume: Wo sie in der „neuen“ Straße gepflanzt werden, soll zusammen mit den Anliegern entschieden werden. Denn diese müssen laut Straßenausbau-Beitragssatzung rund 50 Prozent der Kosten tragen. Allerdings nicht die Kosten für einen Kreisverkehr: „Diese Kröte muss die Gemeinde schlucken“, erklärte Heubeck.

Kiefersauer will noch dieses Jahr eine Anliegerversammlung einberufen, in der Details besprochen werden. „Wir möchten transparent informieren.“ Zuvor braucht die Gemeinde allerdings erst mal eine grundsätzliche Kostenschätzung vom Straßenbauamt als Grundlage.

Schwierig zu beurteilen ist allerdings, wie viel Boden ausgetauscht werden muss. Und das kann teuer werden, je nachdem, ob darin Schadstoffe gefunden werden. Heubeck: „Ich sage mal: 360 000 Euro plus x.“ Weil vor allem Lagerung und Entsorgung des Aushubs zunehmend ein Problem seien, könnte es auch für Benediktbeuern hier Unerwartetes geben, sagte Heubeck. Grundlage sei die neue Bodenschutzrichtlinie vom Bund (wir haben berichtet). „Das ist irre – wir müssen den Aushub teilweise von Tölz bis nach Dresden fahren.“ Hinzu komme, dass die Labore, die die Schadstoffe untersuchen und in Klassen einteilen, überlastet seien, sagte Heubeck. Die Folge: Der Schutt muss irgendwo gelagert werden, was häufig die Anwohner vor Probleme stellt, wie derzeit im Tölzer Farchet.

Was Benediktbeuern bevorsteht, kann man noch nicht abschätzen. Die Gemeinde will auch noch Wasser- und Abwasserkanäle untersuchen lassen. Die Rohre seien teilweise bis zu 70 Jahre alt, so Kiefersauer. Hinzu komme auch noch der Breitbandausbau. Es wird also noch dauern, bis die Arbeiten konkret angegangen werden können. Zuvor müssen ja noch Ausschreibungen stattfinden. „Wenn es zügig geht, vielleicht Ende 2018“, sagt der Bürgermeister.

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