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Hoffen, bald etwas Neues zu finden: „Schenker-Treff“-Organisatorin Rosemarie Wagner (li.) mit Helferin Christl Epple.

Gratisladen sucht neuen Raum

„Schenker-Treff“ in Benediktbeuern muss ausziehen

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Die Tage des beliebten „Schenker-Treffs“ in der Benediktbeurer Dorfmitte sind gezählt. Ende August müssen die Ehrenamtlichen aus den Räumen ausziehen. Sie hoffen, rasch etwas Neues zu finden.

Benediktbeuern – Es ist ein Laden, der im südlichen Loisachtal seinesgleichen sucht: In den „Schenker-Treff“ kann man Sachen bringen und kostenlos holen – von Küchenutensilien bis hin zu Babykleidung, von Bettwaren bis hin zu Büchern, Spielsachen und DVDs. „Wir haben alles außer Lebensmitteln“, fasst es Organisatorin Rosemarie Wagner zusammen. Einst von Studenten der Hochschule gegründet, hat sich der „Laden“ mittlerweile im Dorf etabliert und ist seit drei Jahren an zentraler Stelle untergekommen.

Doch nun müssen die Ehrenamtlichen ausziehen, denn das Haus wurde verkauft. Rosemarie Wagner und ihr Helfer-Team möchten das Projekt aber fortsetzen. „Wir haben so viel Zuspruch von den Besuchern“, sagt Wagner. Der „Schenker-Treff“ sei beliebter Treffpunkt von Jung und Alt, Groß und Klein. „Manchmal kommen die Leute auch einfach nur, um zu ratschen“, sagt Wagner. Sie kümmert sich zusammen mit ihren Helfern mit großer Akribie um alle Sachen und legt großen Wert darauf, dass der Treff sauber und einladend ist. „Es wäre so schade, wenn wir das Projekt nicht fortsetzen könnten“, sagt die Benediktbeurerin.

Beheizbar und fließendes Wasser wäre gut

Gesucht wird ein Raum, der 100 Quadratmeter hat, gerne auch ein bisschen mehr. Wagner würde sich freuen, wenn er beheizbar wäre und fließendes Wasser hätte, „damit wir gut putzen können“. Das „Schenker-Team“ würde sich wünschen, dass der neue Raum im Erdgeschoss liegt, weil unter den Besuchern auch Senioren und Gehbehinderte sind. Das und die Tatsache, dass viele Familien aus dem Dorf kommen, ist der Grund, warum das Team am liebsten in Benediktbeuern bleiben möchte. Auch Bichl wäre eine Option. Weiter wegziehen, etwa Richtung Murnau, möchten die Helfer nicht.

Derzeit werden die Nebenkosten für Strom und Wasser auf Spendenbasis akquiriert. Das soll auch so bleiben. „Es läuft sehr gut“, berichtet Wagner über die Einstellung der Besucher, einen kleinen Beitrag für den „Laden“ zu leisten.

Der „Schenker-Treff“ hat derzeit an drei Tagen in der Woche insgesamt acht Stunden geöffnet (mittwochs und freitags zwei Stunden und samstags vier Stunden). Das soll auch in der neuen Unterkunft im Prinzip so bleiben, „wobei wir natürlich auch eine gewisse Flexibilität haben“, sagt Wagner. Auch ans Parken muss gedacht werden. In der Dorfmitte konnte man das weitestgehend gut regeln – weil zum Beispiel am Samstagnachmittag die angrenzenden Geschäfte geschlossen haben. Rosemarie Wagner ist engagiert, mit allen Betroffenen Gespräche zu führen. „Ich denke, deshalb hat es bei uns auch immer gut funktioniert.“

Derzeit sind die Helfer damit beschäftigt, den bestehenden Laden leer zu räumen. Im Angebot sind unter anderem noch Kinderkleidung, Spiele, Bücher, DVDs, Taschen und Haushaltswaren, darunter auch ein Brotbackautomat und Kaffeemaschinen. Derzeit ist täglich von 15 bis 16 Uhr geöffnet. Letzter Tag ist Samstag, 26. August, von 12 bis 16 Uhr. Was danach immer noch nicht weg ist, wird zum Beispiel für den Büchermarkt des Lionsclubs in Tölz oder für Herzogsägmühle gespendet.

Wagner bemüht sich sehr, neue Räume zu finden. Einige Gespräche, etwa mit dem Kloster, hat sie schon geführt. „Doch weil die Salesianer 2018 im Kloster einiges umbauen wollen, brauchen sie selbst Lagerplatz.“ Die Benediktbeurerin gibt sich ein Jahr Zeit, um eine Unterkunft zu finden. Die Regale kann sie derweil einlagern. „Ich hoffe doch sehr, dass wir alle dieses tolle Projekt fortsetzen können.“ Sie bedankt sich bei allen, die sie in den vergangenen Jahren unterstützt haben - sei es durch die Abgabe von Waren oder durch den Besuch im Laden. „Wir melden uns dann, wenn es weiter geht.“

Kontaktaufnahme

Wer Rosemarie Wagner einen Raum zur Verfügung stellen kann, soll sich unter Telefon 0160/98 35 44 68 melden (ab 16 Uhr).

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