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Kochen (fast) wie im Mittelalter: Eintopf und Stockbrot vom offenen Feuer am Dreibein. Schüler mit ihren Lehrerinnen Stefanie Kunz (2. v. li.) und Rosemarie Heiß (li.) 

Schulprojekt zum Thema Mittelalter 

Eintopf für Burgfräulein und Ritter

Benediktbeuern – Gab es im Mittelalter eigentlich schon Pommes und Pizza? Und wie war das mit Bauern, Burgfräulein und Rittern? In dieser Woche unternehmen Schüler der Grund- und Mittelschule Benediktbeuern eine Reise ins Mittelalter. Und erstmals reisen beide Schularten gemeinsam.

Für Laura ist die Sache klar. „Ich wäre gerne ein Burgfräulein gewesen.“ Weil die Zehnjährige aber im 21. Jahrhundert lebt und nicht etwa im 11. oder 12., hat sie sich bei der Projektwoche für den Workshop „Gewänder“ angemeldet.

Dieser Kurs ist einer von vielen anderen, in denen die 3. bis 7. Klassen im Rahmen einer Projektwoche derzeit erleben können, wie es so war – das angeblich so finstere Mittelalter. Neben dem Kurs „Gewänder“, in dem die Kinder mit Hilfe ihrer Lehrerin Ulla Dittrich die Bekleidung der verschiedenen Stände des Mittelalters selber nähen können, gibt es etwa einen Kurs, in dem man erfährt, wie eine Burg aufgebaut war und warum es so ein Gebäude überhaupt gab.

Mit Hilfe szenischer Darstellungen können die Schüler in die Rollen von Bauern, Adeligen oder Leibeigenen schlüpfen und beim Kochen über dem Dreibein von Lehrerin Rosemarie Heiß mehr über den Speiseplan der damaligen Zeit erfahren. Zum Beispiel, dass die Menschen damals noch keine Kartoffeln kannten. „Sie haben vor allem Kohl gegessen“, erklärt Heiß. Und Getreidebrei. Und weil es auch noch kein Salz zum Würzen gab, wurden Kräuter verwendet.

Wie Konrektorin Hanna Basel erklärt, gibt es an der Schule pro Jahr zwar mehrere Projektwochen zu verschiedenen Themen. Erstmals jedoch nehmen beide Schularten zusammen daran teil – und das, obwohl schon kommende Woche die Quali-Prüfungen beginnen. „Das war schon eine logistische Leistung“, sagt Basel. Um die Projektwoche überhaupt abhalten zu können, seien erstmals nämlich einige Neuntklässler in Räume der Gemeinde ausgelagert worden. Andere seien ins Bonhoeffer-Haus umgezogen. „Da haben sie ihre Ruhe“, begründet Basel.

Eine der Hauptverantwortlichen für die Mittelalter-Woche ist Lehrerin Stefanie Kunz. Sie hatte zusammen mit Kolleginnen und Kollegen die Idee zu dem Thema. Warum? „Das Mittelalter ist in manchen Klassen Teil des Lehrplans“, erklärt sie. Ein Mittelalter-Musical, das kürzlich an der Schule inszeniert worden sei, habe zusätzliche Ideen geliefert.

Und die kommen bei den Mittelalter-Neulingen gut an. „Ich finde das schön“, urteilt etwa Laura. Und Mitschülerin Melanie freut sich darauf, diese Woche „noch mehr über das Mittelalter zu erfahren“. Die Zehnjährige möchte unter anderem noch lernen, wie man Schmuckdolche fertigt. „Und mich interessiert die Buchmalerei“, spielt sie auf ein weiteres Angebot an.

Sommerfest

Als Abschluss der Projektwoche findet am Freitag, 24. Juni, von 14 bis 17 Uhr ein Sommerfest zum Thema Mittelalter statt. Dabei werden laut Kunz die Ergebnisse der Projektwoche präsentiert; etwa die einstudierten Kreis- und Reigentänze oder die genähte Kleidung. Ein Orchester spielt mittelalterliche Musik. Für das leibliche Wohl ist gesorgt. Alle Interessierten sind eingeladen.

Franziska Seliger

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