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Wenn Bergsteiger und Kletterer in Not sind, können sie sich auf die Hilfe der Benediktbeurer Bergwacht verlassen. Unser Gruppenfoto zeigt die Ehrenamtlichen mit dem Vorsitzenden Markus Schambeck (vo., 5. v. re.) und seinem Stellvertreter Christian Kellner (hi., 3. Reihe, links). Das Duo leitet die Bergretter seit 2013.

Jubiläumsfest

Seit 90 Jahren über Stock und Stein – die Benediktbeurer Bergwacht

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Die Bergwacht Benediktbeuern feiert am Samstag ihr 90-jähriges Bestehen. Die ganze Bevölkerung ist eingeladen, im Depot im Ortsteil Häusern vorbeizukommen und sich über die Arbeit der Bergretter zu informieren.

Benediktbeuern – Die rund 50 Mitglieder der Benediktbeurer Bergwacht freuen sich auf kleine und große Besucher, denen ein Unterhaltungsprogramm geboten wird.Zudem werden um 15 Uhr von Pfarrer Pater Heiner Heim drei Fahrzeuge gesegnet.

Die Bergwacht Benediktbeuern ist sehr viel im Gebiet der Benediktenwand unterwegs. Nicht nur heute, auch schon vor über 90 Jahren war die Region ein beliebtes Ausflugsziel vor den Toren Münchens. Im Jahr der Gründung, also 1927, wurden im Standesamt der Gemeinde 43 Bergtote verzeichnet, kann man in der Chronik nachlesen. Damals waren es bergkundige Einheimische, die sich um Tote und Verletzte kümmerten.

Die erste Hilfsorganisation nannte sich noch „Rettungsstelle Benediktbeuern des Gebirgsunfalldienstes des Roten Kreuzes“. 23 Mitglieder schlossen sich ihr an, Vorsitzender war Sepp Oppacher. Für Verwirrung und auch für Probleme sorgte, dass es zeitgleich noch eine „Alpine Rettungsstelle des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins“ gab, dessen Obmann in Ried lebte. Im Ernstfall waren Information und Schnelligkeit der jeweiligen Gruppe entscheidend, wer zu den Verletzten ausrückte. Da aber die Einsätze nicht abgestimmt werden konnten, kam es zu kuriosen Pannen, heißt es in der Chronik.

Erst ein schweres Lawinenunglück im Januar 1931 am Rotöhrsattel nahe der Benediktenwand führte dazu, dass sich beide Rettungsdienste vereinigten. Damals verloren sieben Polizisten ihr Leben. In der Folge entstand die „Rettungsstelle Benediktbeuern im Verbund der Bergwacht“ unter dem Vorsitz von Sepp Oppacher. Weil im Zweiten Weltkrieg fast alle Männer an die Front gerufen wurden, führte Oppachers Frau Liesl als Vorsitzende die Arbeit der Bergrettung fort – keine leichte Aufgabe.

Nach Kriegsende stieg dann auch wieder die Zahl der Mitglieder. 1948 wurde die erste Unterkunft neben der Tutzinger Hütte eingerichtet. Mitte der 1950er-Jahre wurde das erste Fahrzeug angeschafft.

Heute hat die Bergwacht Benediktbeuern drei Fahrzeuge: Das Einsatzleitfahrzeug, einen Skoda Yeti, gibt es seit rund zwei Jahren. Hinzu kommt ein VW Amerok. „Er hat im Frühjahr unseren 15 Jahre alten Toyota abgelöst“, berichtet Zweiter Vorstand Christian Kellner. „Diese Fahrzeuge werden den Bereitschaften zur Verfügung gestellt, den Unterhalt müssen wir selbst bestreiten.“ Es gibt aber einen Zuschuss von der Landesleitung. Als drittes Fahrzeug gibt es noch ein Quad, das im Winter mit Raupenketten ausgestattet wird, um im Loipenbereich helfen zu können. Bei der Feier am Samstag können die Besucher Fahrzeuge und Ausrüstungsgegenstände der Bergwacht kennenlernen.

Infos zum Fest

Die Feier beginnt um 14 Uhr am Depot in Benediktbeuern-Häusern. Die Fahrzeugsegnung ist um 15 Uhr. Für das leibliche Wohl ist mit Kaffee, Kuchen und Grillschmankerl gesorgt. Kinder können unter anderem die Kletterwand der Bergwacht ausprobieren.

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