Ein Blick zurück: Das war die Bichler Kinder- und Teeniegarde mit dem Prinzenpaar Johanna und Johann sowie „Hofi“ Kilian.
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Ein Blick zurück: Das war die Bichler Kinder- und Teeniegarde mit dem Prinzenpaar Johanna und Johann sowie „Hofi“ Kilian.

Corona Auswirkungen

Showtanz im Loisachtal nur alleine vor der Kamera

  • Christiane Mühlbauer
    vonChristiane Mühlbauer
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Normalerweise würden jetzt im Loisachtal zahlreiche Faschingsbälle steigen, und die Gardetänzerinnen stünden im Mittelpunkt. Doch heuer ist alles anders – und man versucht, sich mit kreativen Ideen bei Laune zu halten.

Benediktbeuern/Bichl – Ein Fasching ohne Fasching: Vor einem Jahr steppte in Benediktbeuern und Bichl um diese Zeit der Bär, doch heuer wird es keine Bälle und Faschingszüge geben. Prinzenpaare wurden nicht proklamiert (wir berichteten).

Viel Vorbereitung investieren auch die kleinen und großen Gardemädchen in diese Zeit – und müssen nun in die Röhre schauen. Während es die Erwachsenen mit Fassung tragen, sei die Stimmung bei den Kinder- und Teeniegarde-Mitgliedern eher gedrückt, berichten die Verantwortlichen. „Ein Mädchen hat mal unter Tränen gefragt, warum Bundesliga-Fußballspiele stattfinden dürfen, wir aber nicht tanzen dürfen. Wir seien doch auch ein Verein“, berichtet Christiane Irmler von der Kinder- und Teeniegarde aus Benediktbeuern. Gardeleben bedeute nicht nur Tanztraining, sondern auch fröhliches Beisammensein, etwa beim „Nikolaus-Pizzaessen-Training“: „Da hat man schon gemerkt, wie sehr das alles den Kindern fehlt.“

Video von Training daheim

„Dahoam“ lautet heuer das „Motto“ beim „Beira Fasching“. Mitglieder der kleinen und großen Garde haben ein witziges Video aufgenommen, das sie beim Training daheim zeigt. „Wir Trainerinnen schicken den 21 Kindern über WhatsApp kleine Choreografien, damit sie was zum Üben haben“, sagt Irmler. Das sei aber leichter gesagt als getan, weil teilweise die Internet-Verbindung so schlecht sei, berichtet die Riederin.

„Man merkt schon, dass den Kindern einfach der Sport fehlt“, berichtet Regina Schwaighofer, eine der Gardemütter der Bichler Kinder- und Teeniegarde. Sie hat drei Töchter, die sie jetzt unter normalen Umständen mehrmals in der Woche zu den verschiedenen Trainingszeiten von Bad Heilbrunn nach Bichl gefahren hätte. „Als Mama geht einem das viele Fahren nicht ab“, sagt sie schmunzelnd. Für die Kinder – gut 30 hätten heuer die Garde gebildet – sei es aber sehr schade. „Wir haben ja noch ganz zuversichtlich angefangen zu trainieren.“ Um sich gegenseitig aufzumuntern, teile man derzeit Faschingsbilder aus den vergangenen Jahren via WhatsApp.

Kompletter Ausfall der Saison macht traurig

Auch bei den zwölf Tänzerinnen der Bichler Erwachsenengarde war man im Herbst noch zuversichtlich, Ende Dezember starten zu können. „Wir lieben Fasching“, sagt Franziska Annaberger. Über den kompletten Ausfall der Saison sei man sehr traurig. Wenigstens hätten sie bei der Kleidung nichts Neues bestellt, sondern die Sachen vom vergangenen Jahr nochmal verwendet. Derzeit versuche jede, sich auf ihre eigene Weise fit zu halten, etwa mit eigenen Workouts, Yoga oder auch bei Skitouren. Um sich zu motivieren, teilen sie auf der Bichler Faschingsseite bei Instagram Filme aus den vergangenen Jahren. „Wir planen jetzt einfach schon für nächste Saison.“

„Überlebenspakete“ mit Sekt und Konfetti für Tänzerinnen

Die Erwachsenen-Garde in Benediktbeuern hatte schon im Mai mit dem Training angefangen und war im Herbst „komplett vorbereitet und fertig“, berichtet Veronika Schöpf. „Wir haben lange Zeit gehofft, dass es mit dem Fasching heuer doch noch was wird.“ Um die Mädels bei Laune zu halten, wurde vor Kurzem ein „Überlebenspaket“ mit Sekt und Konfetti an alle 16 Tänzerinnen geschickt. Vor ein paar Tagen haben sich alle maskiert zu einer Online-Faschingsfeier getroffen. „Wir haben Videos angeschaut, geratscht und hatten unseren Spaß“, erzählt Schöpf. Trotzdem: „Es ist schon deprimierend, dass heuer nix ist.“ Auch das große Gardetreffen, zu dem Gruppen aus der ganzen Region kommen, hätte heuer in Benediktbeuern wieder stattfinden sollen. Um sich fit zu halten, mache man online gemeinsam Workouts, außerdem werden Bilder und Videos auf Facebook, Whatsapp und Instagram geteilt.

Bei den Erwachsenen-Garden sind sich die Verantwortlichen sicher, dass alle nächstes Jahr bei der Stange bleiben. Im Jugendbereich schaut es anders aus: „Man merkt schon, dass jetzt Druck in der Schule ist“, sagt Christiane Irmler. „Ich kann mir schon vorstellen, dass manche nicht mehr zum Training kommen können, weil sie sich aufs Lernen oder eine Abschlussprüfung und die Berufswahl vorbereiten müssen.“

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