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Mit einem Gehstock soll  ein Rentner einen 44-jährigen Mann in der Silvesternacht geschlagen haben (Symbolfoto).

Verhandlung vor Amtsgericht

Rentner (80) genervt von Silvesterböllern: Gehstock-Attacke auf den Nachbarn

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Ein Streit ums Silvester-Feuerwerk in Benediktbeuern hatte jetzt ein Nachspiel vor Gericht. Weil es ihm zu hoch her ging, soll ein 80-Jähriger rabiat geworden sein.

Benediktbeuern/Wolfratshausen Weil er sich durch die Böllerei vor seinem Haus gestört fühlte, soll ein Benediktbeurer in der letzten Silvesternacht auf rabiate Weise Abhilfe geschaffen haben. Laut Anklageschrift der Staatsanwaltschaft soll der Pensionist (80) einen Nachbarn angespuckt und ihn mit einem Gehstock gegen die Schläfe geschlagen haben.

Das Opfer trug eine Platzwunde, die mit sechs Stichen genäht werden musste, sowie eine Gehirnerschütterung davon. Zudem wurde seine Brille stark beschädigt. Was noch schwerer wiegt: Die Verletzung am Auge, wegen der er eine Weile auf einem Auge nicht habe sehen können, hinterlässt bleibende Schäden, wie der Geschädigte berichtete. Seit jenem Vorfall, der sich in der Silvesternacht auf dem Bahnhofsplatz in Benediktbeuern ereignete, ist der Mann (44) krankgeschrieben. Der Senior muss sich derzeit wegen gefährlicher Körperverletzung sowie Sachbeschädigung und Beleidigung vor Gericht verantworten.

80-Jähriger bezeichnet seine Attacke an Silvester in Benediktbeuern als Notwehr 

Der 80-Jährige behauptet, in Notwehr gehandelt zu haben. Er habe „Böller auf der Straße tanzen“ sehen und Angst gehabt, dass sein Holzschuppen durch herumfliegende Teile angezündet werde. Deshalb sei er rausgegangen und habe gebeten, mit der Böllerei aufzuhören. Doch statt seinem Wunsch Folge zu leisten, sei der Mann aufgesprungen und habe ihm „beide Fäuste gegen die Brust gestoßen“, berichtete der Angeklagte. 

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Er sei durch den Stoß zurückgewichen. Als er sich umdrehte, habe er gesehen, dass der andere zu einem Faustschlag ausholt. Um sich zu schützen habe er seinen Hacklstecken hochgenommen, gegen die Hand des Angreifers und sodann einmal gegen dessen Kopf geschlagen, räumte der Beschuldigte ein. Ein vier Monate später ausgestelltes Attest bestätigte dem Pensionisten einen „Druckschmerz in der Brust“.

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Ein Zeuge, der die Szene nur teilweise von der nahe gelegenen Pizzeria beobachtete, berichtete: „Es gab kleine Schubser. Dann nimmt er den Stock und haut ihm voll auf die Rübe.“ Als wenig später der 44-jährige Geschädigte das Geschehen aus seiner Erinnerung im Gerichtssaal Revue passieren lässt, muss der Richter die Verhandlung für einige Minuten unterbrechen. Der Mann beginnt, während er von den Schlägen berichtet, zu schluchzen und bringt kein Wort mehr heraus.

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Zuvor hatte er erzählt, dass der Senior ihn aufgefordert habe, zu verschwinden. „Ich sagte: Geht’s noch? Das ist ein öffentlicher Platz. Ich will meine Raketen steigen lassen.“ Der Angeklagte habe ihn am Kragen gepackt, woraufhin er ihn weggeschubst habe“, sagte der 44-Jährige. Dann habe der Senior ihm ins Gesicht gespuckt. „Als ich mir die Spucke wegwische, schlägt er mir direkt mit dem Stock ins Gesicht.“ Daraufhin sei er sofort zu Boden gegangen. „Ich war nicht mehr in der Lage, mich in irgendeiner Weise zu wehren“, erklärte der Mann, der heftig widersprach, den Angeklagten angegriffen zu haben. „Wenn ich auf ihn losgegangen wäre, säßen wir jetzt nicht hier – oder anders herum“, sagte das ebenfalls kräftige und großgewachsene Opfer.

Der Prozess wird fortgesetzt.

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