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Gemeinde streitet mit Landratsamt: Benediktbeurer Sommerkellerfest steht auf der Kippe

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Von: Patrick Staar

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Die Ruinen des Sommerkellers befinden sich gegenüber der Benediktbeurer Schule. Die Feuerwehr richtet dort jedes Jahr ein beliebtes Fest aus.
Die Ruinen des Sommerkellers befinden sich gegenüber der Benediktbeurer Schule. Die Feuerwehr richtet dort jedes Jahr ein beliebtes Fest aus. © pr

Eigentlich richtet die Feuerwehr Benediktbeuern jedes Jahr das beliebte Sommerkellerfest aus. Jetzt steht es auf der Kippe. Das Problem sind die Kosten für den Baumbeschnitt. Die Gemeinde ist ziemlich verärgert über das Landratsamt.

Benediktbeuern – Das Sommerkellerfest in Benediktbeuern ist im ganzen Landkreis bekannt und lockt stets hunderte Gäste an. Nun deutet jedoch alles darauf hin, dass das für 6. August angesetzte Fest ausfallen muss. Der Grund: Die Gemeinde konnte sich bislang nicht mit dem Landratsamt einigen, wer die Kosten für den Baumbeschnitt am Naturdenkmal übernimmt.

Die Ruinen des Sommerkellers befinden sich gegenüber der Benediktbeurer Schule. In den kühlen, ziegelgemauerten Gewölben wurden früher viele gefüllte Bierfässer aus der Klosterbrauerei zwischengelagert. Das Sommerkellerfest wird traditionell von der Benediktbeurer Feuerwehr ausgerichtet.

Kosten im fünfstelligen Bereich

„Die Kosten für den Baumbeschnitt sind exorbitant hoch“, teilte Zweiter Bürgermeister Hanns-Frank Seller den überraschten Feuerwehrleuten am Freitag in der Jahresversammlung mit. Sie lägen im fünfstelligen Bereich. Die Gemeinde habe in dieser Sache bereits im März beim Landratsamt nachgefragt. Die Angelegenheit sei von den zuständigen Sachbearbeitern jedoch monatelang verzögert worden. Die Meldung sei nun kurzfristig gekommen und habe ihn vollkommen überrascht: „Noch am vergangenen Dienstag sei er überzeugt gewesen, dass das Fest stattfinden wird, und dies habe er auch „vollmundig“ bei einer Kommandantenrunde gesagt. „Ich finde es brutal schade, dass das nicht hinhaut“, kommentierte Vorstand Sebastian Rieger jun. „Wir hätten das gerne gemacht und hatten schon wahnsinnig viel organisiert.“

Lebhafte Diskussion

Nach dieser Hiobsbotschaft gab es eine ganze Menge Wortmeldungen von den Mitgliedern der Feuerwehr. So konnten sich die Zuhörer nicht erklären, warum die Kosten für den Baumbeschnitt derart hoch sind: „Warum ist das denn so ein Drama?“, wollte ein Mitglied wissen. Ehe das Sommerkellerfest stattfinden kann, müsse ein Baumgutachten erstellt werden, erläuterte Seller. Das Gutachten lege fest, wo Totholz entfernt werden muss. Da das schon länger nicht mehr gemacht worden sei, seien die Kosten nun so „exorbitant hoch“. Die zu erwartenden Einnahmen aus dem Sommerkellerfest stünden zu diesen Kosten in keiner vernünftigen Relation.

Gibt es einen Alternativstandort?

Der Landkreis sei für die Verwaltung des Naturdenkmals zuständig, daher fände es Seller „angebracht“, wenn sich Gemeinde und Landkreis die Kosten teilen: „Aber da ist es bis jetzt zu keiner Einigung gekommen.“ Wenn die Bäume heuer nicht zurückgeschnitten werden, seien die Kosten im nächsten Jahr noch höher, merkte ein Zuhörer an. Dies sieht Rieger genauso: „Heuer muss was passieren.“ Ein weiterer Zuhörer regte an, sich über einen Alternativstandort Gedanken zu machen. „Eine solche Veranstaltung kann man nur dort machen“, entgegnete Rieger. „Aber wenn jemand einen passenden Obstgarten weiß, kann er sich gerne melden.“

Der Gemeindepark komme als Ausweich-Standort nicht infrage, sagte Seller: „Der Gemeinderat hat entschieden, dass da solche Veranstaltungen nicht mehr stattfinden, und die Entscheidung war richtig.“ Er warnte davor, das Sommerkellerfest zu verwässern: „So was findet statt – oder nicht. So was kannst du nirgendwo anders machen.“ Denkbar sei höchstens eine Alternativ-Veranstaltung wie ein Tag der offenen Tür. Schmunzelnd sagte Rieger mit Blick in Richtung des anwesenden Pfarrers Heiner Heim: „Vielleicht können Sie ja beten – Sie haben ja einen guten Draht nach oben.“

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