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Keine Angst vor der Spinne (v. li.): Levin (8), Stefanie (9), Jakob (9) und Minasse (9) lassen die Vogelspinne über ihre Hände krabbeln.

Projekttage an Benediktbeurer Schule

Auf Tuchfühlung mit Spinnen, Alpakas und Co.

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Benediktbeuern – Achtbeinigen Besuch hatten die Schüler der Grund- und Mittelschule Benediktbeuern in dieser Woche. Im Rahmen zweier Projekttage durften die Kinder unter anderem Vogelspinnen hautnah erleben.

„Die ist aber süß“, ruft ein Mädchen laut aus. Die Schülerin meint damit aber weder ein Katzenbaby noch einen kleinen Hundewelpen, sondern eine ausgewachsene Vogelspinne. Lehrer Lóránt Heringer holt das Tier aus einer kleinen Plastikbox heraus. Jedes Kind, das möchte, darf sich auf den Boden setzen und die Spinne über seine Hand krabbeln lassen. „Legt Eure Hände aneinander, damit die Spinne weiterkrabbeln kann“ sagt Heringer. „Wie ist es, Stefan?“, will ein Mädchen wissen, als das Tier bei ihrem Klassenkameraden über die Hand läuft. „Gut“, antwortet der und grinst. „Darf ich sie auch einfach nur streicheln?“, will ein anderes Mädchen wissen. „Nein, das geht leider nicht“, sagt Heringer. Wenn sich dem Tier etwas von oben nähert, wittert es Gefahr. Das ist dann nicht etwa gefährlich für die Kinder, sondern ausschließlich für Vogelspinne Rosea. „Wenn sie vor Schreck die Flucht ergreift und auf den Boden fällt, ist sie tot“, sagt Heringer. „In ihrem großen Hinterleib hat sie alle wichtigen Organe drin. Wenn der aufplatzt, dann blutet sie aus.“

Der 38-Jährige hat das Projekt initiiert, „weil ich Tiere liebe“, wie er erklärt. Der gelernte Biologe nahm an Fortbildungen der Bayerischen Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege (ANL) teil. Diese betreut das „Tiere live“-Projekt. „Ziel ist es, dass Kinder Verantwortung übernehmen“, sagt Wolfram Adelmann von der ANL. Daher sollten die Tiere wenn möglich länger in der Obhut der Kinder bleiben – die Tage in Benediktbeuern sind zum Reinschnuppern in das Projekt gedacht. „Die Schüler sollen die Tiere pflegen und füttern.“ Sie lernen dabei auch Hühner und ihre Haltungsformen kennen, sowie den Hund als Repräsentant für den Wolf. Außerdem treten die Schüler in Kontakt mit Schmetterlingen, Alpakas, Schafen und Amphibien. Privatleute stellen die Tiere zur Verfügung: Die Hühner und die Vogelspinnen kommen von Lehrer Heringer selbst. „Der zweite wichtige Punkt des Projekts ist dann der Bezug zur freien Natur“, so Adelmann. „Die Verantwortung, die sie drinnen lernen, sollen sie möglichst auch nach draußen übertragen.“ Viele Kinder würden erstaunliche Veränderungen zeigen.

Das wird auch am Mittwoch in Benediktbeuern deutlich. „Ich habe erst Angst vor Spinnen gehabt. Aber als ich sie auf der Hand hatte, hatte ich keine Angst mehr“, sagt Alexandra (9). „Ich war schon etwas ängstlich“, meint Minasse (9). „Es war aber auch interessant.“ Der Reihe nach erzählen die Kinder, wie sie das Erlebnis mit der Spinne auf der Hand empfunden haben. In Benediktbeuern ist es das erste Mal, dass im Rahmen von „Tiere live“ auch die Achtbeiner dabei sind.

Initiator Lóránt Heringer möchte das Projekt, das vom Förderverein getragen wird, am liebsten zu einer jährlichen Einrichtung machen. „Für die Kinder ist es ein tolles Erlebnis. Sie ermutigen sich gegenseitig, beispielsweise die Spinne auf die Hand zu nehmen. Es ist schön zu sehen, was die Kinder hier leisten.“

"Tiere live" an der Benediktbeurer Grundschule

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