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20 Studenten-Appartements will Josef Kneißl in diese ehemalige Gewerbehalle an der Tölzer Straße einbauen.

Appartementhaus an der Tölzer Straße

Studenten statt Flüchtlinge?

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Benediktbeuern – Statt Flüchtlinge jetzt also Studenten? Mit den Änderungen eines geplanten Bauprojekts an der Tölzer Straße hatte sich der Benediktbeurer Gemeinderat zu befassen. Ob das Vorhaben allerdings realisiert wird, ist noch unklar.

Ein Appartementhaus für Asylbewerber wollte Josef Kneißl auf seinem Firmengelände errichten. Noch im März befürwortete der Benediktbeurer Gemeinderat dieses Vorhaben grundsätzlich, während Anwohner von diesen Plänen wenig begeistert waren (wir berichteten). Kneißl plante den Umbau seiner Gewerbehalle im Mischgebiet in 21 Appartements für Asylbewerber. „Ist das jetzt vom Tisch?“ wollte Cölestin Allgäuer wissen? Bürgermeister Hans Kiefersauer bejahte. Grund seien die aktuell rückläufigen Flüchtlingszahlen.

Umbauen möchte Kneißl seine Halle aber trotzdem. Und zwar in 20 kleine Studentenwohnungen von je etwa 25 Quadratmetern Größe. Wie Kiefersauer sagte, entspreche der neue Bauantrag ansonsten den ursprünglichen Planungen. „Baulich hat sich nichts geändert.“ Das bedeutet, auch die Probleme bleiben die gleichen. Nämlich die Stellplatz- sowie die Abstandsflächen-Problematik.

Die sogenannte Stellplatzverordnung will der Gemeinderat erfüllt haben, betonte Kiefersauer. Das bedeutet, es müssen zwei Stellplätze pro Wohnung nachgewiesen werden. Rudi Mühlhans regte dagegen an, „die Stellplätze auf die Größe der Wohnung abzustellen“. Er glaubt nämlich nicht, dass ein Student in einer 25 Quadratmeter-Wohnung zwei Stellplätze braucht. „Manche Kommunen machen das so“, sagte Mühlhans und verwies darauf, dass der Bedarf an derartigem Wohnraum durchaus gegeben sei. „Wir machen uns da schlau“, versprach Kiefersauer bezüglich dem Vorgehen anderer Gemeinden.

Der Rathauschef merkte jedoch auch an, dass das größere Problem die nicht eingehaltenen Abstandsflächen seien. Sie zu prüfen, sei aber Aufgabe des Landratsamts. Erst dann werde der Gemeinderat den Bauantrag erneut behandeln.

Die Frage der Abstandsflächen ist bereits geklärt, sagt indes Josef Kneißl auf Nachfrage der Heimatzeitung. Das sei mit dem Landratsamt längst besprochen. Der Unternehmer ist nicht recht zufrieden mit dem Verlauf der Debatte, die er am Mittwoch als Zuhörer im Rathaus-Sitzungssaal verfolgt hat. „Man kann doch nicht für ein 25-Quadratmeter-Appartement zwei Stellplätze verlangen“, sagt Kneißl. Andernorts müsste bei einem vergleichbaren Appartementhaus nur ein Stellplatz für fünf Betten nachgewiesen werden. Auf dem Grundstück an der Tölzer Straße könne er 24 Stellplätze nachweisen. Das müsse reichen. Mehr gebe das Areal nicht her, so Kneißl.

Der Bau einer Tiefgarage sei aus wirtschaftlichen Gründen nicht zu verwirklichen „Damit wird der Mietpreis unnötig erhöht“, sagt der Unternehmer. Er hat sich umgehört und ist überzeugt: „Preisgünstige Studentenwohnungen sind in Benediktbeuern gefragt.“ Für die jungen Leute wäre es nur ein Katzensprung vom Appartementhaus zum Kloster.

Franziska Seliger und

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