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Auf dem Weg zur Berghütte -  hier das Watzmannhaus.

Symposium in Benediktbeuern 

Übernachten in ausgebuchten Berghütten

Benediktbeuern - Wie kann die Reservierung von Übernachtungsplätzen auf Berghütten verbessert werden? Mit dieser Frage hat sich ein Symposium in Benediktbeuern befasst. 

Das Zentrum für Umwelt und Kultur (ZUK) im Maierhof des Klosters Benediktbeuern entwickelt sich zum bevorzugten Tageszentrum des Deutschen Alpenvereins. Am Wochenende trafen sich dort wieder Vertreter des DAV-Bundesverbands und seiner Sektionen, aber auch Vertreter aus Österreich und Südtirol, um über die Zukunft der alpinen Unterkunftshäuser zu diskutieren. Es geht um 588 Hütten mit 33 600 Schlafplätzen.

Missbräuchliche Reservierungsgewohnheiten mancher „Bergfreunde“ sind für den Alpenverein zum Ärgernis geworden: Es gibt immer wieder Probleme mit unzuverlässigen Leuten, die auf einer oder sogar mehreren Hütten reservieren und dann unentschuldigt fernbleiben. Diese Unsitte hat dazu geführt, dass Hütten an Wochenenden oftmals „ausgebucht“ sind – und dann tatsächlich viele Übernachtungsplätze leer bleiben.

Verschärft wird diese Situation noch durch eine seit 2008 bestehende Regelung des Alpenvereins für seine Hüttenwirte, dass sie nur 75 Prozent der Übernachtungsplätze vorab reservieren dürfen (zuvor hatte sogar noch die 1923 beschlossene „Tölzer Richtlinie“ mit einer 50-Prozent-Quote gegolten). Hüttenwirte sind also verpflichtet, ein Viertel der Plätze für spontane Gäste und Notfälle frei zu halten. Diese Regelung haben die drei Verbände jetzt in Frage gestellt, um ihre Hütten besser auslasten zu können.

Die Problematik ist bei einer Podiumsdiskussion und im Plenum kontrovers diskutiert worden. Während Traditionalisten auch aus „ethischen“ Gründen unbedingt an einer Freihaltungsquote festhalten wollen, möchten viele die 75-Prozent-Regel lieber ersatzlos kippen.

Hanspeter Mair, der in Bad Tölz ansässige zuständige Geschäftsbereichsleiter des Alpenvereins und Moderator des Benediktbeurer Symposiums, brachte daraufhin eine 90-Prozent-Regel ins Gespräch: Sie tue den Hüttenbetreibern weniger weh, werde dann vermutlich auch konsequenter eingehalten und sichere dennoch die notwendige Flexibilität für Kurzentschlossene und Notfälle.

In Benediktbeuern sind nur Empfehlungen diskutiert worden, entscheiden können darüber erst die Hauptversammlungen aller drei Verbände. Hanspeter Mair sieht aber durchaus „gute Chancen für die 90-Prozent-Kompromissformel“. Entgegen einer unter Bergsteigern weit verbreiteten Meinung haben übrigens Alpenvereinsmitglieder kein Reservierungsvorrecht auf den Hütten, stellte Mair gegenüber unserer Zeitung klar: „Aber sie zahlen einen weitaus günstigeren Tarif für die Übernachtung.“

 Rainer Bannier

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