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Die Auffahrt zum Wasserschloss des Walchenseekraftwerks ist etwas ganz Besonderes: Am Tag des offenen Denkmals wird sie mehrmals angeboten. 1750 Interessierte kamen im vergangenen Jahr.

Am 10. September

Tag des offenen Denkmals: Blicke in verborgene Räume

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„Macht und Pracht“ lautet das Motto beim Tag des offenen Denkmals am 10. September. Auch im Landkreis gibt es dazu zahlreiche Veranstaltungen und Führungen.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Der Landkreis feiert beim „Tag des offenen Denkmals“ heuer ein kleines Jubiläum: Seit 25 Jahren beteiligt man sich daran, also seit 1992. Bundesweit gibt es diesen besonderen Tag übrigens schon seit 1984. Und das Interesse daran ist in den vergangenen Jahren sprunghaft gestiegen: „Die Teilnehmerzahlen haben sich fast verdoppelt“, berichtete Kreisheimatpflegerin Maria Mannes beim Pressegespräch im Landratsamt. Wurden 2008 rund 2000 Besucher gezählt, waren es 2016 fast 4000. Spitzenreiter ist das Walchenseekraftwerk in Kochel am See, das allein im vergangenen Jahr 1750 Interessierte anlockte. Aber auch das Kloster Beuerberg war 2016 attraktiv und landete in der Statistik auf Platz zwei.

Beim Tag des offenen Denkmals sind alle Angebote kostenlos. „Es gibt immer mehr Leute, die sich ganz gezielt Veranstaltungen raussuchen und dann eine Besichtigungstour durch unseren Landkreis machen, etwa Ausflügler aus München“, berichtet Mannes. Erfreulicherweise seien auch viele Familien mit Kindern dabei.

Präsentierten das Programm: Kreisheimatpflegerin Maria Mannes und Landrat Josef Niedermaier.

Auch heuer ist die Angebotspalette groß, und Mannes ist es ein Anliegen, auf kinderfreundliche Veranstaltungen hinzuweisen. Etwa im Maierhof in Benediktbeuern, wo man im Zentrum für Umwelt und Kultur die Reptilien besuchen und sich über die Veranstaltungsangebote für Familien informieren kann. Wer sich für die Geschichte des Klosters interessiert, für den bietet Pater Johannes Neuner zum Thema „Macht und Pracht“ Führungen an, und erklärt etwa, welche Rolle der Fürstentrakt zur Zeit der Benediktiner spielte und wie sich das Bewusstsein der Mönche zur Machterhaltung entwickelte. Apropos Kloster und Macht: In Beuerberg wird die Ausstellung „Klausur – Sehnsuchtsort Kloster“ gezeigt. Aber was passierte hinter den Mauern politisch? Warum wurde zum Beispiel Sisis Schwester Helene dort nicht aufgenommen? Bei den Führunge

n am Tag des offenen Denkmals geht es darum, welche Verbindungen das Kloster zum bayerischen Königshof pflegte, und wie sich diese gestalteten.

Ein „Neuling“, wenn auch nicht wirklich, ist heuer das Schloss Reichersbeuern. Nach einer mehrjährigen Pause öffnet man dort wieder die Pforten. Geschlossen bleibt dagegen heuer die Wallfahrtskirche St. Leonhard in Dietramszell. „Dort macht man mal Pause“, sagt Mannes.

Die „Klassiker“ im Programm bleiben ansonsten unverändert. Das Walchenseekraftwerk zum Beispiel, für das Maria Mannes den Besuch am Morgen empfiehlt – „weil dann das Licht so schön auf Schlehdorf scheint“. In Geretsried-Gelting findet zeitgleich mit der Öffnung der alten Huf- und Wagenschmiede wieder das Dorffest statt. „Nicht nur Kindern macht es Spaß, den Schmieden bei der Arbeit über die Schulter zu schauen“, sagt Mannes. Spaß macht es auch, wenn man zu jeder vollen Stunde auf den Turm von St. Benedikt steigen kann und der Mesner die Glocke schlägt.

Wer die Fresken von Franz Marc auf der Staffelalm am Rabenkopf noch nicht gesehen hat, kann dies ebenfalls am 10. September nachholen. „Nur die Bergschuhe muss man dafür ausziehen“, sagt Mannes schmunzelnd.

Eine Veranstaltung ist wetterabhängig, nämlich die Führung an der Ruine Hohenburg in Lenggries mit Stephan Bammer. Dagegen bietet Jost Gudelius aus der Jachenau seine Wanderung zu historischen Grenzsteinen auch bei Regen an. Die Besucher werden ohnehin gebeten, feste Schuhe zu tragen und Verpflegung mitzunehmen. Die Tour dauert etwa drei Stunden und geht durch den Bergwald.

Der Tag des offenen Denkmals im Überblick

-Benediktbeuern: Führungen im Maierhof im Kloster Benediktbeuern inklusive Reptilienbesichtigung, 11 und 14 Uhr; Pater Karl Geißinger (Zugang über Pforte neben Klosterbräustüberl). Für Kinder gut geeignet.

-Benediktbeuern: Klosterführungen mit Pater Johannes Neuner; Thema: „Macht und Pracht: Erwachen der Machtentfaltung im Kloster“, 13 und 15 Uhr.

-Eurasburg/Beuerberg: Ausstellung im Kloster Beuerberg: „Klausur – Sehnsuchtsort Kloster“, geöffnet von 10 bis 18 Uhr, Führungen um 11 und 15 Uhr. Guter Zugang für Menschen mit Behinderung.

-Geretsried: Kapelle St. Nikolaus (an der B 11); geöffnet von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 16 Uhr. Erläuterungen durch die Mitglieder der Interessensgemeinschaft Nikolaus-Kapelle. Guter Zugang für Menschen mit Behinderung.

-Geretsried/Gelting: renovierte Kirche St. Benedikt von 14 bis 17 Uhr geöffnet, stündlich Führungen mit Turmbesteigung. Für Kinder gut geeignet.

-Geretsried/Gelting: Huf- und Wagenschmiede (neben der Kirche) von 14 bis 17 Uhr geöffnet; Vorführungen der Schmiedeeinrichtung. Für Kinder gut geeignet. Guter Zugang für Menschen mit Behinderung.

-Jachenau: Staffelalm am Rabenkopf mit einigen Fresken von Franz Marc; Aufstieg 2,5 Stunden von Jachenau, Pessenbach oder Kochel am See aus, Alm geöffnet 11 bis 16 Uhr; Alm-Bewirtung; nachmittags Führungen ab 12 Uhr.

-Jachenau:Königshütte am Altlacher Hochkopf (Jagdhütte von Ludwig II.); Aufstieg zirka 2 Stunden vom Parkplatz Altlach (an der Mautstraße nach Einsiedl); geöffnet von 11 bis 15 Uhr; Bewirtung; um 11.45 Uhr Bergmesse.

-Jachenau: Bergwanderung mit Jost Gudelius zu historischen Grenzsteinen von 1584 an der Schronbach-Alm; Treffpunkt 10 Uhr am Sylvensteinparkplatz unterhalb des Damms an der Isarbrücke; Dauer: zirka 3 Stunden, feste Schuhe, Brotzeit und Getränke mitnehmen. 200 Höhenmeter. Die Tour findet auch bei Regen statt. Info-Telefon: 0 80 43/333.

-Kochel am See: Besichtigung des Walchenseekraftwerks; Informationszentrum und Maschinenhaus von 9 bis 17 Uhr geöffnet, ganztägig Auffahrten zum Wasserschloss; letzte Bergfahrt 16 Uhr; letzte Talfahrt 16.30 Uhr; keine Reservierungen möglich, Anmeldung ist nicht erforderlich. Man kann auch zu Fuß über die Kesselbachfälle absteigen (nur mit festem Schuhwerk). Für Kinder gut geeignet, Menschen mit Behinderung können sich gut im Info-Zentrum aufhalten.

-Walchensee: Klösterl in Zwergern mit Annakapelle geöffnet. Darin befindet sich ein Deckenfresko von Cosmas Damian Asam. Es entstand, als dieser 1728 im Kloster Benediktbeuern weilte. Auch die Madonna und der schöne Stuck sind sehenswert. Parken ist nur am Campingplatz möglich, von dort sind es 800 Meter Spaziergang. Die Kirche ist von 10.30 bis 11.30 Uhr sowie von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Es gibt stündlich Führungen.

-Lenggries/Hohenburg: Kalvarienberg-Kapellen von 14 bis 18 Uhr geöffnet; Führung mit Mesner Johannes Janßen um 14 Uhr.

- Lenggries/Hohenburg:Ruine Hohenburg; Führung mit Stephan Bammer um 16 Uhr (nicht bei Regen); Treffpunkt Wanderparkplatz Hohenburg. Für Kinder gut geeignet.

-Reichersbeuern: Rundgang durch das Schloss um 14 Uhr. Für Kinder gut geeignet.

Alle Veranstaltungen sind kostenlos. Ein Überblick über alle Veranstaltungen in der Region im Internet auf www.tag-des-offenen-denkmals.de

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