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Zeigen ihre Ausstellung „Life in transit“: Die Studentinnen Ha nnah Mühlfeldner, Salome Fritz und Hannah Krüll Ruopp von der Hochschule Benediktbeuern. Christiane Huber (re.) ist verantwortlich für das Projekt „Die Wanderbank“ – eine Bank, die Menschen ermutigen soll, Platz zu nehmen, zu verweilen und innezuhalten.

Tagung an der Katholischen Stiftungsfachhochschule 

Integration damals und heute

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Rund 140 Teilnehmer aus ganz Bayern diskutieren auf Einladung der Hochschule in Benediktbeuern zwei Tage lang über Soziale Arbeit, Migration, Flucht und Menschenrechte. Zur Podiumsdiskussion kommen heute Landtagsabgeordnete von der CSU und den Grünen ins Kloster.

Benediktbeuern/Tutzing – Es ist das dritte Mal, dass die Katholische Stiftungsfachhochschule (KSFH) zu einer Fachtagung einlädt, die sich kritisch mit der Geschichte der Sozialen Arbeit in Bezug auf die Menschenrechte auseinandersetzt. Kooperationspartner ist die Akademie für Politische Bildung in Tutzing, wo ein Teil der Veranstaltungen stattfindet. 2015 wurde über Heimkinder und die NS-Zeit, 2016 über den Umgang mit Behinderten und ihre Stellung in der Gesellschaft seit Ende des Zweiten Weltkriegs diskutiert. Jetzt geht es also um Flucht und Migration. Zu der Tagung sind 140 Teilnehmer angereist, unter anderem auch Lehrer verschiedener Schularten aus ganz Bayern. „Gerade unter Lehrern haben wir großen Diskussionsbedarf festgestellt“, sagt Michael Spieker von der Akademie in Tutzing.

Im Kern geht es bei der Tagung um die Frage, wie sich gesellschaftspolitische Strategien und Stereotype gegenüber Fremden und „dem Leid der Anderen“ seit Ende des Zweiten Weltkriegs verändert haben. Es geht unter anderem um Gastarbeiter und Fürsorge, Lebenswege von Migranten und auch darum, wie sich Grenzkontrollen verändert haben. „So haben angekündigte Grenzschließungen in der Geschichte immer den Versuch einer Masseneinwanderung ausgelöst“, sagt Spieker. Es handelt sich zumeist um Familienangehörige von Menschen, die bereits in diesem Land lebten.

Von Seiten der KSFH Benediktbeuern ist Professorin Annette Eberle verantwortlich für das Programm. Sie wird mit Migranten ein Gespräch führen, „wie man zum Ausländer wird“. „Dass wir heuer das Thema Flucht und Migration gewählt haben, hängt auch damit zusammen, dass von Seiten der Studierenden ein großes Interesse daran besteht.“

In Benediktbeuern haben drei junge Frauen eine Ausstellung vorbereitet, die man bis 25. Mai in der Hochschule besichtigen kann. Hannah Mühlfeldner, Salome Fritz und Hannah Krüll-Roupp haben Menschen porträtiert, die „jenseits der Festung Europa“ leben. Ihre Ausstellung trägt den Titel „Life in Transit“ und ist bewusst in Istanbul entstanden – dort, wo Menschen sich entweder zu Fuß auf den Weg nach Europa machen oder dort versuchen, sich als Flüchtlinge aus einem zumeist arabischen Land ein neues Leben aufzubauen.

Die Porträtierten berichten in ihren eigenen Worten von ihrem Alltag. Oft gibt es dazu auch Bilder und Musik. Die Ausstellung ist eindringlich und macht nachdenklich. „Auch für uns war das alles ein großer Kontrast“, sagt Hannah Mühlfeldner. „Zum einen die Flüchtlinge, zum anderen die Touristen, unter ihnen auch sehr reiche Araber.“ Viele der Porträtierten seien auf sie zukommen, wollten ihre Geschichte erzählen. „Und dann sind wir wieder ins Flugzeug gestiegen und wieder heimgeflogen. Das war schon krass.“

Die Ausstellung war schon zweimal in München zu sehen und wandert von Benediktbeuern weiter nach Leipzig und Dresden.

Den Abschluss der Tagung bildet heute, Freitag, um 12 Uhr eine Podiumsdiskussion zum Integrationsgesetz in Benediktbeuern. Es geht darum, welche Auswirkungen das umstrittene Gesetz auf die Soziale Arbeit hat, und darum, ob es Menschen ausgrenzt. Es kommen die Landtagsabgeordneten Joachim Unterländer (CSU) und Christine Kamm (Grüne). Michael Spieker moderiert die einstündige Diskussion im Audimax. Der Eintritt frei, Zuhörer sind willkommen.

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