Zwei Fassadenkletterer brachten Schutznetze vor den Schallfenstern an.
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Zwei Fassadenkletterer brachten Schutznetze vor den Schallfenstern an.

Teure Aktion

Taubenplage in Basilika-Türmen: Fassadenkletterer spannen Netze

  • Christiane Mühlbauer
    vonChristiane Mühlbauer
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Besucher des Benediktbeurer Klosters werden sich die Augen gerieben haben: Zwei Fassadenkletterer hingen an den Türmen der Basilika.

Benediktbeuern –„Die Tauben sind seit vielen Jahren ein großes Problem für uns“, berichtet Pfarrer Pater Heiner Heim. Dutzende Tiere haben den Glockenturm und das Treppenhaus stark verschmutzt. Um die Hinterlassenschaften zu entfernen, musste im vergangenen Jahr eine Spezialfirma anrücken. „Die Mitarbeiter kamen mit Atemmasken und Schutzkleidung, denn Taubenkot ist sehr giftig“, sagt der Pfarrer. Mesner und Mitarbeiter der Kirchenverwaltung haben die Türme nicht mehr betreten können. Die Reinigung habe über 30 000 Euro gekostet.

Jetzt muss die Pfarrei erneut tief in die Tasche greifen: Die Kosten für das Anbringen der Netze belaufen sich auf 15 000 bis 20 000 Euro, so der Pfarrer. „Aber es ist die verträglichste Lösung, auch im Sinne des Tierschutzes.“ Die Pfarrei hofft, einen finanziellen Zuschuss von der Diözese zu erhalten. Die Netze wurden vor die 32 Schallfenster der Glockentürme gezogen. Die Arbeiten dauerten eine ganze Woche.

Die Vögel hatten in den Fenstern ihre Nistplätze und konnten sich so beständig vermehren. Jetzt können sie dort nicht mehr hinein, sind aber schon dabei, sich neue Plätzchen zu suchen – nämlich am Kloster, vor allem an den Außenseiten. „Wir müssen das jetzt beobachten“, sagt der Pfarrer.

Im Kloster nisten übrigens auch Turmfalken, genauer gesagt im Konventbau. Turmfalken jagen auch Tauben. „Aber wir haben leider keinen Einfluss darauf, wie stark sich die Falken vermehren“, sagt der Salesianerpater scherzend.  

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