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Tölzer Freibäder in den Saisonstartlöchern: Viele haben Personalprobleme

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Von: Felicitas Bogner

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Freuen sich auf die Freibad-Saison mit neuen Spielgeräten: (v.li.) Robert Baumgartner und Anton Ortlieb.
Freuen sich auf die Freibad-Saison mit neuen Spielgeräten: (v.li.) Robert Baumgartner und Anton Ortlieb. © Arp

Die Freibad-Saison im Tölzer Land beginnt. Dazu rüsten sich gerade alle Bäderbetreibe auf. Ihr Problem: Es gibt kaum Fachpersonal.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Rasen mähen, Becken putzen, Wasser auffüllen: Die Vorbereitungen auf die Freibad-Saison laufen auf Hochtouren. Während einige Badbetreiber – trotz der trüben Prognosen für dieses Wochenende – in den Startlöchern stehen, brauchen andere noch etwas Zeit bis zum Auftakt. Ein Problem teilen jedoch fast alle: Fachpersonal ist Mangelware. Das gilt auch fürs Alpenwarmbad in Benediktbeuern. „Die Arbeitszeiten im Freibad sind nicht sehr beliebt“, sagte Bürgermeister Anton Ortlieb bei einem Pressetermin im Bad. „Viele, die aufgrund der Pandemie in andere Branchen gewechselt haben, bleiben dort.“ Noch dazu seien die Anforderungen an eine Badeaufsicht hoch, weiß Robert Baumgartner, Betriebsleiter des Alpenwarmbads. „Man braucht unter anderem das silberne Rettungsschwimmerabzeichen. Darauf muss man trainieren, das besteht man nicht einfach so“, erklärte er. Dazu steige die Verantwortung. Schließlich haben coronabedingt weniger Kinder Schwimmkurse besucht. „Man muss aber auch bei den Größeren extrem aufpassen. Kinder schwimmen viel schlechter“, sagte Baumgartner.

Fachpersonal ist Mangelware

Auf Anfrage bestätigt auch der Lenggrieser Freibad-Mitarbeiter Lorenz Demmel: „Wir spüren das Personalproblem deutlich.“ Er führe das allerdings nicht auf die Pandemie zurück. „Das ist ein altbekanntes Problem. Es gibt schlicht zu wenig Fachpersonal“ wie Bademeister und Fachangestellte für Bäderbetriebe. Demmel erklärt sich die Misere aufgrund der Arbeitszeiten: „Man muss eben bei bestem Wetter und an Wochenenden ran.“ Hier haben das Lenggrieser Freibad aber „Massel“: Denn: „Die Wasserwacht stellt uns an den Wochenenden Badeaufsichten.“

Die Saison im Benediktbeurer Bad beginnt an diesem Wochenende. „Wir haben Glück. Manche Bäder bleiben vorerst aufgrund der Personalflaute geschlossen“, berichtet Baumgartner. Im Bad ist einiges neu. „Wir haben ein neues Eingangssystem mit einem Ticketautomaten und einem Drehkreuz“, erklärte Ortlieb. „Wenn wenig los ist, genügt das am Einlass, bei Stoßzeiten wird parallel noch jemand an der Kasse sitzen.“ Ein barrierefreier Zugang ist neben dem Drehkreuz möglich. Ein- und Ausgang würden, wie in der Pandemie eingeführt, weiterhin getrennt bleiben. Dazu gibt es nun auch am Ausgang ein Drehkreuz. Kosten: Etwa 60 000 Euro.

Benediktbeuern investiert zirka 110 000 Euro ins Alpenwarmbad

Weitere knapp 50 000 Euro seien in Spiel- und Turngeräte investiert worden. Es gibt ein Kletternetz, eine Netzschaukel und einen großen Sandspielbereich mit Wasseranbindung. „Das größere Angebot an Spielmöglichkeiten verschafft auch mehr Betriebssicherheit, da nicht alle Kinder auf einem Fleck sind“, erklärt Baumgartner. Neu sind auch einige Sitzmöglichkeiten und Tische.

Und es gibt weitere Pläne: „Wir haben untersucht, in welcher Form eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach Sinn machen würde“, so der Rathauschef. Immerhin beziehe das Alpenwarmbad Energie auch durch Gas. „Zwar ist das Flüssiggas, aber die Auswirkungen des Ukrainekriegs und der Klimaerwärmung gehen auch an uns nicht vorbei. Daher will die Gemeinde das PV-Projekt in Angriff nehmen“, sagt Ortlieb.

Eine Woche später, am 14. Mai, wird im Tölzer Naturfreibad „Eichmühle“ angebadet. Das Wasser in der „Oach“ habe gerade rund 14 Grad, wie die Stadtwerke in einer Mitteilung verlauten lassen. Aufgrund der gestiegenen Betriebskosten sind die Eintrittspreise laut Sprecherin Martina Geisberger etwas nach oben gegangen. Nicht anders sieht das in Benediktbeuern aus. „Wir hatten während Corona eingeschränkten Betrieb und günstigere Preise. Im Vergleich zu 2019 mussten wir den Eintritt nun anpassen“, so Baumgartner. Beispielsweise koste eine Tageskarte für Erwachsene jetzt neun statt acht Euro.

Gitti Pirchmoser vom Arzbacher Freibad erleichtert: „Ich bin die Bademeisterin“

Innerhalb der nächsten 14 Tage habe auch Benedikt Pössenbacher, Bügrmerister von Bichl, vor die Tore des Naturfreibads aufzusperren. „Aktuell laufen die vprbereitenden Maßnahmen noch“, sagt er auf Anfrage. Während bereits alles gereinigt ist, müsse noch das Wasser eingelassen werden. „Wenn das Wetter passt, würde ich gerne um Christi Himmelfahrt rum die Saison eröffnen“, sagt er.

Demmel und seine Kollegen arbeiten auf Hochtouren, um die Badesaison auch in Lenggries einzuläuten. Ein genaues Eröffnungsdatum stehe allerdings noch nicht fest. Gitti Pirchmoser, Inhaberin des Arzbacher Freibads, ist mit den Vorbereitungen dagegen fertig. „Sobald das Wetter passt, sperren wir auf“, kündigt sie an. Bereits Ende März habe sie mit der Vorbereitung begonnen. Personalmangel sei bei ihr kein Thema. „Ich bin die Bademeisterin“, erklärt sie. Und das restliche Team? „Zum Glück habe ich so treue Mitarbeiter. Alle sind wieder an Board, da können wir uns wirklich sehr glücklich schätzen.“

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