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Hans Kiefersauer im Jahr 2014 an seinem ersten Tag als Bürgermeister im Büro.

Fahnen in Benediktbeuern auf Halbmast

Trauer um Bürgermeister  Kiefersauer: „Es tut weh, dass er nicht mehr da ist“

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Der Benediktbeurer Bürgermeister Hans Kiefersauer ist am Mittwoch im Alter von 57 Jahren gestorben. Die Bürgermeisterkollegen nahmen die Nachricht am Donnerstag mit großer Betroffenheit auf. Die Beerdigung findet kommende Woche statt.

Benediktbeuern - Mit großer Bestürzung ist am Donnerstag allerorten die Nachricht vom Tod des Benediktbeurer Bürgermeisters Hans Kiefersauer (57) aufgenommen worden. Der Kommunalpolitiker verstarb am Mittwoch im Krankenhaus Agatharied an den Folgen eines grippalen Infekts. Dieser hatte Kiefersauer, der sich erst vor Kurzem von einer Krebserkrankung erholt hatte, schwer zugesetzt. Der Verstorbene hinterlässt seine Frau und drei Kinder. 

In der Verwaltungsgemeinschaft Benediktbeuern wurden die Fahnen auf Halbmast gesetzt. „Hans Kiefersauer hat sich auch nach Ausbruch seiner Krankheit nicht von seinem Weg, dem unermüdlichen Engagement für die Gemeinde, abbringen lassen“, sagt Vize-Bürgermeister Hanns-Frank Seller. Gesundheitliche Rückschläge habe er „immer wieder in bewundernswerter Weise gemeistert“: „Bis zuletzt blieb sein Ziel die Rückkehr ins Rathaus.“ 

Dort saß Kiefersauer seit 2014 auf dem Chef-Sessel, engagiert für die Listenvereinigung CSU/Benediktbeurer Mitte. Zuvor war er zwölf Jahre lang Zweiter Bürgermeister unter Georg Rauchenberger (CSU). Insgesamt hat sich Kiefersauer 29 Jahre im Gemeinderat engagiert und dort leidenschaftlich so manche Debatte ausgefochten.

Großbaustelle Alpenwarmbad: Auf die Neuerungen im beliebten Schwimmbad war Hans Kiefersauer ebenfalls stolz. Er forcierte einen Umbau, der auch den Bedürfnissen von Behinderten gerecht wird.

 „Hans Kiefersauer war ein Handwerker: Er sah ein Problem, suchte eine Lösung und packte an“, charakterisiert Landrat Josef Niedermaier den Raumausstatter-Meister, den auch er seit vielen Jahren kannte. Mutig habe Kiefersauer seine Vorstellungen für die Gemeinde eingebracht, „auch wenn er damit aneckte. Aber das ist Demokratie“. Die Amtskollegen erhielten am Donnerstag bei einer Besprechung die Nachricht. „Die Bestürzung war groß“, berichtet Niedermaier. Die geplante Tagesordnung sei in den Hintergrund gerückt. „Es tut weh, dass er nicht mehr da ist.“ 

Im Januar 2016 hatte Kiefersauer erstmals öffentlich über seine Krebserkrankung gesprochen. In den folgenden Monaten übernahmen seine beiden Vertreter, Hanns-Frank Seller und Margarete Steffens, immer wieder Teile der Verwaltungsarbeit und vertraten Kiefersauer auf Terminen. Dessen Therapie schlug unterdessen an. Bei der Bürgerversammlung im November 2018 sprach er von einer guten Gesundheit und kündigte an, 2020 wieder zu kandidieren. 

Unter Kiefersauer wurde unter anderem der Bau des neuen Feuerwehrhauses abgeschlossen, das Rathaus behindertengerecht umgebaut sowie der Ausbau des Glasfasernetzes auf den Weg gebracht. „Besonderes Augenmerk legte er auf die Verwirklichung des Kinderspielplatzes. Das war ihm eine echte Herzensangelegenheit“, sagt Seller. „Wenn es um sein Dorf, seine Bürger und seine Vereine ging, dann war er ein unermüdlicher Kämpfer.“ Kiefersauer habe sich nie gescheut, Verantwortung zu übernehmen. 

Nicht nur im Rathaus, auch in Gäste-Info, Schwimmbad, Schule, Kindergarten und Bauhof herrscht große Betroffenheit unter den Mitarbeitern. Im Rathaus liegt ein Kondolenzbuch auf. „Hans Kiefersauer war ein Chef und Kollege, mit dem man freundschaftlich verbunden war“, sagt Rathaus-Geschäftsleiter Franz Pölt im Namen der Belegschaft. 

Bestürzung herrscht auch in Bichl. Benedikt Pössenbacher beschreibt seinen Kollegen als „zielorientiert und gradlinig“: „Seine bodenständige Art und sein Einsatz für die Bürger waren sein oberstes Ziel und seine Lebensaufgabe, die er mit Leidenschaft ausübte.“ Kiefersauer habe keine Herausforderung gescheut: „Er packte an, so wie er es als Handwerksmeister jahrzehntelang gewohnt war.“ 

Mit Hans Kiefersauer verliere die Gemeinde eine profilierte Persönlichkeit, trauert Klosterdirektor Pater Lothar Bily. „Persönlich habe ich ihn als einen aufgeschlossenen Gesprächspartner schätzen gelernt, der sich stets offen für die Belange des Klosters gezeigt hat.“

Am Dienstag, 19. März, findet um 18.15 Uhr eine Trauerandacht für Hans Kiefersauer in der Benediktbeurer Marienkirche statt. Das Requiem ist am Mittwoch, 20. März, um 14 Uhr in der Benediktbeurer Basilika mit anschließender Beerdigung.

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