Dieser Clown, den Wolfgang Schilcher spielt, führt normalerweise immer den Bichler Faschingszug an. Am Sonntag ging er alleine durchs Dorf und schwenkte traurig die Fahne.
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Dieser Clown, den Wolfgang Schilcher spielt, führt normalerweise immer den Bichler Faschingszug an. Am Sonntag ging er alleine durchs Dorf und schwenkte traurig die Fahne.

Heute ist Faschingsdienstag

Traurige Narren: Maschkera bedauern Ausfall der Faschingszüge - Polizei wird heute Präsenz zeigen

  • Christiane Mühlbauer
    vonChristiane Mühlbauer
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Eigentlich hätte in diesen Tagen in Bichl und Benediktbeuern der Bär gesteppt. In den beiden Faschingshochburgen im Loisachtal wird stattdessen Trübsal geblasen. Am Sonntag wäre in Bichl, am heutigen Faschingsdienstag in Benediktbeuern der große Faschingszug gewesen.

Bichl/Benediktbeuern – „Wir hätten perfektes Wetter gehabt“, sagt Benedikt Deiser, Vorstand des Bichler Maschkeravereins. „Natürlich ist das alles sehr schade.“ Zwar habe man die Filme von den Zügen aus den vergangenen Jahren online gestellt, aber ein Ersatz sei das freilich nicht. Auch bei den Gardemädchen seien alle traurig, berichtet Regina Waldherr. Zwei Trainerinnen seien so nett gewesen, den Kindern Krapfen zu spendieren, die sie sich in der örtlichen Bäckerei jeweils abholen konnten.

In Bichl war am Sonntag die Polizei vor Ort. Ein Bürger hatte sie gegen 13.30 Uhr von Maschkera-Treiben unter freiem Himmel informiert, berichtet Stefan Sonntag, Pressesprecher im Polizeipräsidium Oberbayern-Süd in Rosenheim. Als eine Streife vor Ort war, konnte keine Feier festgestellt werden, lediglich ein paar einzelne Maschkera, die sich verstreut und mit Abstand aufhielten, berichtet Sonntag. „Es gab keine Beanstandungen.“

Weil generell in diesen Tagen mit Faschingsfeiern zu rechnen sei, werde die Polizei Präsenz zeigen, auch am Dienstag in Benediktbeuern. „Wir finden es auch sehr schade, dass heuer kein Fasching stattfinden darf, aber wir müssen darauf achten, dass die Regelungen zum Infektionsschutz eingehalten werden“, sagt Sonntag. „Das ist unser Job.“ Es sei erlaubt, maskiert durchs Dorf zu gehen – alleine, als Paar oder als Familie mit den eigenen Kindern, sagt Sonntag. Auch eine weitere Person aus einem anderen Hausstand dürfe dabei sein, mehr jedoch nicht. Die Polizei werde das prüfen. Wer gegen die Regeln verstößt, bekommt eine Anzeige mit Bußgeld.

Bernd Schöpf, Vorstand der „Beira Maschkera“, rechnet damit, dass am heutigen Dienstag Faschingsnarren im Dorf unterwegs sind. „Ich hoffe, alle sind vernünftig.“ Als Verein habe man schon im Vorfeld klar gestellt, dass die „Beira Maschkera“ damit nichts zu tun hätten. Auch Schöpf findet es schade, dass der Fasching heuer Corona zum Opfer fällt. Auch die Garde-Mädchen sind traurig, Eine Online-Aktion werde aber nicht gemacht, berichtet Veronika Wörner. „Viele von uns arbeiten ganz normal.“

In den beiden Dörfern wollen sich die Vereine jetzt auf 2022 konzentrieren. Das sei nicht ganz leicht, sagt Schöpf, schließlich müsse man schon in Kürze die Bands und Musikgruppen für die kommende Saison buchen. „Aber wir wissen ja noch gar nicht, was geht.“ Sollte es die Corona-Situation zulassen, würde man überlegen, schon kurz nach dem Faschingsstart am 11. November „irgendein Fest zu machen, zur Vorfreude“. Die Bichler Maschkera haben ihre Saison komplett auf 2022 verlegt. „Das ist mit den Bands schon abgesprochen“, sagt Benedikt Deiser.

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