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Gut schlafen unter 300 Jahre alten Dachbalken: ZUK-Rektor Pater Karl Geißinger (Mi.) und Georg Fahrenschon (li., Vorsitzender des Fördervereins) dankten Architekt Michael Laubender (re.; Büro Böhmer Laubender) für die sorgfältige Arbeit. 

Übernachtungsbereich im Kloster modernisiert

ZUK schafft Platz für mehr Gäste

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Nach langer Planung kann das ZUK seinen Tagungsgästen neue, modernisierte Unterkünfte anbieten. Bei der Jahresversammlung der Freunde und Förderer wurden sie und weitere Projekte vorgestellt.

Benediktbeuern– Gut 85 000 Besucher kamen 2017 ins Zentrum für Umwelt und Kultur (ZUK), und ein Teil von ihnen braucht ein Zimmer. Schon länger plante das ZUK, hier räumlich neu zu strukturieren, denn Jugendliche auf Klassenfahrt und Erwachsene auf Fortbildung „haben nachts unterschiedliche Vorstellungen von Ruhe“, sagte ZUK-Rektor Pater Karl Geißinger bei einem Pressegespräch schmunzelnd. Nun gibt es im zweiten Stock des Maierhofs sieben neue Zimmer, die man bislang als Gemeinschaftsunterkünfte samt Etagenduschen nutzte. Die Doppelzimmer lassen sich aber dank ausziehbarer Betten schnell zum Familienzimmer für vier Personen umgestalten, erklärte Geißinger. „Nun stehen im Maierhof insgesamt 41 Gästezimmer zur Verfügung.“

Der Umbau, vonstatten gegangen in den vergangenen Wintermonaten, war kein leichtes Unterfangen und mit einigen Herausforderungen verbunden, berichtete Architekt Michael Laubender beim Rundgang. Das 300 Jahre alte Gebäude wird an einigen Stellen von Stahlseilen zusammengehalten. Diese wiederum widersprechen den Brandschutz-Vorschriften, weil sie bei einem Brand das Feuer weiterleiten würden. Wo es notwendig war, hat man diese Seile aus dem Dachgebälk entfernt. „Jetzt befinden sich starke Zugbänder im Fußboden“, erklärte Laubeneder.

Der Umbau inklusive aller erforderlichen Brandschutzmaßnahmen und statischen Ertüchtigungen kostete über 380 000 Euro. „Den Hauptanteil davon finanzierte eine über fünf Jahre verteilte Spende von BMW sowie eine Sonderspende eines Mitglieds der Freunde und Förderer“, berichtete deren Vorsitzender Georg Fahrenschon.

2015, also noch vor dem Umbau, wurden im ZUK 8000 Übernachtungen verzeichnet. „Die Nachfrage ist aber viel größer als der Platz“, sagte Geißinger. Vor allem bei den „Benediktbeurer Gesprächen“ und dem überregionalen Hütten-Fachsymposium sei der Andrang groß, und durchschnittlich 7000 Gäste müsse man im Jahr anderweitig im Dorf einquartieren. Mit den renovierten Zimmern, hofft Geißinger, könne das ZUK bis zu 60 000 Euro an Mehreinnahmen generieren. Die Gäste zahlen im Maierhof zwischen 25 Euro (Mehrbettzimmer Selbstversorger) und 52 Euro (Einzelzimmer). „Die renovierten Zimmer stärken die Wirtschaftlichkeit des ZUK“, sagte Fahrenschon.

Den Mitgliedern des Fördervereins wurde Ende vergangener Woche ein umfangreicher Rechenschaftsbericht vorgelegt, wofür die gespendeten 90 000 Euro eingesetzt wurden – unter anderem im Bereich der Umweltbildung, für die Instandsetzung von Lehrpfaden und Erlebnisbiotopen und auch für den Abschluss der Sanierungsarbeiten am Maierhof-Mittelrisalit.

Heuer wird das Projekt „draußen Schule“ mit der Benediktbeurer Grundschule fortgesetzt. Die Kinder haben pro Monat einen Unterrichtstag im Naturlehrgebiet. „Das kommt gut an. Man sieht auch schon Kinder, die mit ihren Eltern kommen und ihnen was erklären“, freut sich Pater Geißinger. Zudem werde man das Projekt „Umweltengel“ in Lenggries-Hohenburg weiterführen, einen Dirtbike-Park in Benediktbeuern aufbauen (in Kooperation mit dem Don-Bosco-Club) und verfolge ein Modellprojekt zur extensiven Beweidung mit robusten Tierrassen auf den Moorböden des Klosterlandes.

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